Was hinter der Strick-Aktion der Scheinfelder Nachbarschaftshilfe steckt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 27.12.2024 16:49

Was hinter der Strick-Aktion der Scheinfelder Nachbarschaftshilfe steckt

Ganz schön viel zu wickeln haben Gabi Jakob (links) und Hildegard Simon mit dem Gemeinschaftsschal der Nachbarschaftshilfe, der im Scheinfelder Rathaus zum Weiterstricken ausliegt. (Foto: Andreas Reum)
Ganz schön viel zu wickeln haben Gabi Jakob (links) und Hildegard Simon mit dem Gemeinschaftsschal der Nachbarschaftshilfe, der im Scheinfelder Rathaus zum Weiterstricken ausliegt. (Foto: Andreas Reum)
Ganz schön viel zu wickeln haben Gabi Jakob (links) und Hildegard Simon mit dem Gemeinschaftsschal der Nachbarschaftshilfe, der im Scheinfelder Rathaus zum Weiterstricken ausliegt. (Foto: Andreas Reum)

Was macht man mit einem über 20 Meter langen Schal? Vor dieser Frage steht demnächst die Scheinfelder Nachbarschaftshilfe. Bei der Beantwortung hofft sie auf Tipps aus der Bevölkerung.

Dabei ist der Schal noch gar nicht fertig. Er liegt im Foyer des Scheinfelder Rathauses. Jeder, der mag und kann, darf ihn weiterstricken. Die Nachbarschaftshilfe hatte das Projekt beim städtischen Kulturauftakt zum Jahresanfang 2024 gestartet. Gabi Jakob hatte die Idee dazu von einer Alpenreise mitgebracht. Als Ziel setzte man sich, dass es ein „Glücksschal“ werden möge, der gleichsam so lange wie das Jahr werden sollte, nämlich 2024 Zentimeter, berichten Jakob und Hildegard Simon.

Das ist bereits erreicht. Eine grobe Messung in der Weihnachtswoche im Rathausflur ergab sogar gut 22 Meter. Und bis zur offiziellen Präsentation beim nächsten Kulturauftakt am 18. Januar ist es noch ein wenig hin. Der Schal wird also deutlich länger als das Jahr.

Mehr als drei Kilogramm Wolle

Die Wolle stammt hauptsächlich vom Sozialkaufhaus „Komm rein“, das der Nachbarschaftshilfe gelegentlich als Treffpunkt dient. Das Kaufhaus bekommt seinerseits die Knäuel geschenkt beziehungsweise auch aus Nachlässen überlassen, erläutert Simon. Über drei Kilogramm Wolle wurden bereits verstrickt, wie ein ebenfalls grobes Wiegen ergab.

Wie viele Strickerinnen und eventuell auch Stricker an dem Werkstück bislang Hand angelegt haben, ist nicht abschätzbar, erklärten Jakob und Simon. Zu den Strickwaren hatte die Nachbarschaftshilfe zwar ein kleines Heft als Begleitung mit ausgegeben. Darin konnten sich die Teilnehmer eintragen oder auch ihre Gedanken dazuschreiben. Allerdings – das ist wohl der einzige Wermutstropfen der Aktion – machte von dieser Möglichkeit kaum jemand Gebrauch.

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Die Nachbarschaftshilfe

  • Der Helferkreis der Nachbarschaftshilfe besteht aktuell aus etwa zehn bis zwölf Personen. Das dürfen getrost mehr sein, finden die beiden Leiterinnen Gabi Jakob und Hildegard Simon.
  • Sie betonen, dass jeder Helfer seinen zeitlichen Aufwand selbst in der Hand habe. Man verpflichtet sich zu keinen festen Diensten, sondern wird für jede einzelne Aufgabe angefragt und kann jederzeit auch Nein sagen. Einzig eine Verschwiegenheitserklärung müsse man abgeben, denn die Helfer erfahren – etwa bei Arztfahrten – zuweilen persönliche Dinge.
  • Simon merkt auch an, dass es bei der Nachbarschaftshilfe in der Regel um Hilfeleistungen geht, für die es normalerweise keine kommerziellen Anbieter (mehr) gibt. So würde sich wohl kaum ein Handwerker auf den Weg machen, um eine Glühbirne zu wechseln oder ein Bild an die Wand zu hängen.
  • Formale Trägerin der Nachbarschaftshilfe ist die Stadt Scheinfeld. Sie sorgt dafür, dass die Helfer bei ihren Einsätzen versichert sind.

Mit viel Freude und ganz viel Glück

Nur die erste Seite enthielt bis Weihnachten ein paar wenige Einträge – aber immerhin die Versicherung, dass da jemand „mit sehr viel Freude ganz viel Glück in den Schal gestrickt“ habe.

Der Spaß am Gemeinschaftswerk stand bei der Aktion ganz oben. Doch will die Nachbarschaftshilfe damit auch ein bisschen für sich werben. Den Helferkreis gibt es seit 2015. Nächstes Jahr kann man also das zehnjährige Bestehen feiern. Eine Neuauflage der Strickaktion werde es dazu sicherlich nicht geben. Wie der erste runde Geburtstag begangen werden soll, wird Anfang Januar bei einem Helfertreffen besprochen.

Und was passiert jetzt mit dem Schal? Die Nachbarschaftshilfe will bei der Präsentation beim städtischen Kulturauftakt eine Box aufstellen. Dort kann jeder einen Zettel mit seiner Idee zur weiteren Verwendung des Strickwerks einwerfen.

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