Geschirr rein, Knopf drücken, los geht's: Zugegeben, eine Spülmaschine zu bedienen, ist keine Mondlandung. Und dennoch gibt es einiges, was man falsch machen kann - und Tipps und Tricks, wie das Geschirr (noch) sauberer wird oder lästige Gerüche verschwinden.
Drei Experten verraten, was Sie rund um die Spülmaschine wissen sollten - und beantworten die wichtigsten Fragen zu fettigen Gläsern, unangenehmen Gerüchen, der richtigen Beladung der Maschine und Co.
Hier ist weniger nicht mehr. Ganz im Gegenteil: „Je voller, desto effizienter“, sagt Bernd Glassl, Bereichsleiter Haushaltspflege beim Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) in Frankfurt am Main. Und das allein schon aus Umweltgründen.
Entscheidend ist allerdings, dass das Wasser in der Maschine alle Flächen erreichen kann. Schüsseln oder Töpfe sollten also nicht ineinander gestapelt werden. Jedes Teil braucht etwas Abstand, um sauber zu werden.
Ein Tipp von Glassl: „Geschirr sollte immer so eingeräumt werden, dass Öffnungen nach unten zeigen.“
Kupfer und Aluminium: Laut Heinz Heißler können sich die Materialien verfärben. Heißler leitet das Spüllabor von BSH Hausgeräte in Dillingen an der Donau. Dort arbeiten Ingenieure an der Optimierung des Geschirrspülens.
Auch Geschirr mit Goldrand oder aufgesetztem Dekor hat nichts in der Maschine verloren: Es kann laut Heißler durch den Geschirrspüler verblassen oder schält sich sogar ab. Außerdem sollte Holz besser draußen bleiben. Es saugt sich in der Maschine mit Wasser voll. „Das Holz verzieht sich, die Farbe wird grau“, warnt IKW-Experte Glassl. Und: Schrauben oder Teile, die rosten können, sollte man besser nicht in die Maschine geben. Denn: „Flugrost überträgt sich schnell auf Besteck“.
Auch bei Kunststoffgeschirr und Plastiklöffeln ist Vorsicht geboten. Nicht jeder Kunststoff ist hitzebeständig. Wer sichergehen will, achtet auf das Spülmaschinen-Symbol. Fehlt es, kann der Spülgang das Material dauerhaft verformen.
Draußen bleiben sollten außerdem scharfe Messer. „Die Schneide leidet durch Hitze, Feuchtigkeit und aggressive Reiniger schneller“, sagt Karla Altenau, die als Produkttrainerin bei Miele in Gütersloh arbeitet. Thermoskannen, Thermobecher und andere Isolierbehälter gehören nur dann in die Spülmaschine, wenn der Hersteller sie als spülmaschinengeeignet kennzeichnet. „Hohe Temperaturen können die Isolierung beschädigen, wodurch die Thermofunktion verloren geht“, so Altenau.
Glassl rät Töpfe bei stark Eingebranntem zunächst mit kaltem Wasser und etwas Spülmittel einzuweichen.
Ein Tipp von Heinz Heißler: den Topf mit Eingebranntem so in den Unterkorb stellen, „dass die Spüllauge die Innenseite erreicht“. Falls sich die Kruste dennoch hält, hilft nur manuelles Nacharbeiten.
Ja, wenn sie dort sicheren Halt finden. Ansonsten sind „lange Wein- oder Sektgläser im Oberkorb gut aufgehoben, weil sie dort durch die Tassenauflage gestützt stabil stehen und gezielt vom Wasserstrahl getroffen werden“, sagt Altenau. Wichtig ist allerdings das passende Spülprogramm. „Glas mag weder besonders lange Spülprogramme noch hohe Temperaturen. Daher sollte ein Glasprogramm oder ein Feinprogramm gewählt werden.“
Das kommt auf den Film an. „Ein weißlicher Schleier kann vom Regeneriersalz stammen. Der lässt sich meist einfach mit Wasser abspülen“, sagt IKW-Experte Glassl. „Oft ist aber die Enthärtungsfunktion falsch eingestellt, dann bleibt Kalk zurück.“ Und der lässt sich per Hand entfernen - mit Säure wie zum Beispiel Essig.
Das klappt nicht? Dann handelt es sich wohl um Glaskorrosion. Und die ist nicht mehr rückgängig zu machen. Geht es sich um einen fettigen Film auf Gläsern, deutet dies auf zu wenig Spülmittel hin - oder auf sehr fetthaltige Pfannen und Töpfe in der Maschine.
Für einen modrigen Geruch sind Heißler zufolge oft Schmutzablagerungen in der Maschine verantwortlichen. Er rät deshalb: Siebe reinigen und ein Reinigungsprogramm laufenlassen. „Kommt es weiterhin zu einem unangenehmen Geruch, liegt die Ursache eventuell beim verwendeten Reiniger.“ Dann kann es sinnvoll sein, einmal unterschiedliche Produkte auszuprobieren. Gerüche können im warmen Zustand aber auch intensiver wirken. Oft verschwinden sie nach dem Abkühlen wieder.
In jedem Fall sinnvoll: Gläser und Tassen mit der Öffnung nach oben im Küchenschrank lagern. So kann auch die Oberfläche der Innenseite abdampfen, was unangenehme Gerüche verhindert.
Geschirrspüler reinigen sich weitgehend selbst. Allerdings erreicht das Wasser oft nicht alle Stellen im Gerät. Vor allem an Leisten und Dichtungen können sich Kalk und Essensreste ablagern. Sie sollte man deshalb gelegentlich mit einem feuchten Tuch und Spülmittel abwischen.
Das Sieb ist verschmutzt? Dann sollte es ausgebaut werden. „Unter fließendem Wasser kann man es dann vorsichtig mit Bürste oder Schwamm reinigen“, so Heißler. Besonders wichtig ist dabei das Mikrosieb mit der kleinsten Maschenweite.
Sind die Sprüharme verstopft, wird das Geschirr an manchen Stellen nicht sauber. „Die Düsen lassen sich gut mit einem Zahnstocher freimachen, da bleiben oft Kerne oder kleine Reste hängen“, rät Glassl.
Wichtig ist außerdem, dass die Spülmaschine nicht dauerhaft mit Programmen bei niedrigen Temperaturen betrieben wird. Das könne zu Fettablagerungen führen, sagt Karla Altenau. Und die begünstigen wiederum Keime und Gerüche im Spülraum. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich ihr zufolge, etwa einmal im Monat ein Spülprogramm mit hoher Temperatur laufen zu lassen - zum Beispiel ein Intensivprogramm bei 75 Grad.
„Die Spülmaschine sollte man erst öffnen, wenn das Programm beendet ist. Alles andere kostet Energie und man steht unnötig im Dampf“, sagt Glassl.
Bei Geräten ohne automatische Türöffnung empfiehlt Heißler, nach Programmende etwa 30 Minuten mit geschlossener Tür zu warten. Braucht man das Geschirr schnell nach dem Programmende, sollte man die Tür ganz öffnen und nicht nur anlehnen, um den Dampf schnell abzuleiten. Aber auch dann ist es Heißler zufolge sinnvoll, das Gerät einige Minuten abkühlen zu lassen, damit die Restfeuchte verdunsten kann.
Ein Tipp von Bernd Glassl: hochwertige Gläser als Erstes ausräumen. Denn: „Der Dampf kann die Oberfläche angreifen, und die Gläser können mit der Zeit trüb werden.“
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