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Veröffentlicht am 12.03.2026 06:02

Was uns vom Schlafen abhält - und wie wir zur Ruhe kommen

Wer nicht einschlafen kann, sollte nach einer halben Stunde die Reißleine ziehen und aufstehen. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)
Wer nicht einschlafen kann, sollte nach einer halben Stunde die Reißleine ziehen und aufstehen. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)
Wer nicht einschlafen kann, sollte nach einer halben Stunde die Reißleine ziehen und aufstehen. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)

Gut einschlafen, gut erholt aufwachen: Viele Menschen können davon nur träumen. Sie wälzen sich lange, ehe sie in den Schlaf finden - oder sind mitten in der Nacht hellwach und bleiben es auch erst einmal. 

So berichten in einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag des Unternehmens Doctolib 63 Prozent der insgesamt 1.447 Befragten von Schlafproblemen in den letzten 12 Monaten. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer (67 vs. 58 Prozent). 

Wenn die Gedanken kreisen und kreisen

Doch was raubt Betroffenen den Schlaf? Der Schlafkiller Nummer eins ist der Kopf, der im Bett gerne zu Hochtouren aufläuft und uns in Grübelschleifen wie „Schaffe ich morgen alles?“ festhält. So geben die Hälfte (50 Prozent) der von Schlafproblemen Betroffenen an, dass kreisende Gedanken und Sorgen sie vom Ein- und Durchschlafen abhalten. 

28 Prozent identifizieren privaten Stress als Grund, fast ebenso häufig (27 Prozent) erschweren Schmerzen oder andere gesundheitliche Beschwerden den Schlaf. Stress im Beruf nehmen 24 Prozent mit ins Bett. 

Und manchmal ist es schlichtweg das Sägen des Liebsten, das der Nachtruhe im Weg steht: 13 Prozent nennen Schnarchen oder Unruhe einer anderen Person im Zimmer als Grund.

Die Umfrage wurde zwischen dem 17. und 23. Februar 2026 durchgeführt. Die Ergebnisse sollen repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren sein.

Schlafhygiene: Wecker wegdrehen, Kaffee weglassen

Wie gut wir schlafen, das haben wir zum Teil selbst in der Hand. Somit können auch kleine Veränderungen am Tag oder Abend dafür sorgen, dass wir nachts mehr Erholung finden. Der Stiftung Gesundheitswissen zufolge kann man folgende Dinge ausprobieren: 

  • Koffein ab dem Nachmittag weglassen: Wer empfindlich auf den aufputschenden Stoff reagiert, verzichtet ab dem Nachmittag am besten auf Kaffee, Grüntee, Cola und Energydrinks. 
  • Rituale aufbauen: Eine kurze Dehn-Übung, eine heiße Tasse Tee oder Einkuscheln mit einem guten Buch. Wiederkehrende Anker am Abend geben dem Gehirn Sicherheit - und das Signal „Gleich kommen wir zur Ruhe“.
  • Eine gute Schlafumgebung schaffen: Das Schlafzimmer sollte dunkel genug sein, gut ist eine Temperatur von unter 18 Grad. Stören Schnarchen oder Straßenlärm den Schlaf, bieten Ohrstöpsel Abhilfe. 
  • Regelmäßiger Schlafrhythmus: Gehen wir stets - ja, auch am Wochenende - zur gleichen Zeit ins Bett, gewöhnt sich der Körper an den festen Rhythmus.
  • Aufstehen statt wälzen: Wer wachliegt und grübelt, sollte nach einer halben Stunde die Reißleine ziehen und das Bett verlassen. Ob lesen oder Wäsche zusammenlegen: Jetzt sind monotone, entspannende Tätigkeiten angesagt. Ins Bett geht es erst wieder, wenn sich Schläfrigkeit einstellt. 
  • Wecker wegdrehen: Wer die Leuchtziffern nachts nicht sehen kann, erspart sich Gedanken wie „Mist, erst eine Stunde geschlafen.“

Und wie lässt sich das Gedankenkreisen einfangen? Kneginja Richter, Chefärztin der CuraMed Tagesklinik Nürnberg und Professorin an der Technischen Hochschule Nürnberg, gibt den Tipp: rund zwei Stunden vor dem Schlafengehen Sorgen und negative Gedanken aufschreiben. Das Heft, in dem man sie notiert hat, verschwindet dann in einer Schublade außerhalb des Schlafzimmers. 

Wann eine behandlungsbedürftige Schlafstörung vorliegt 

Doch was, wenn die Schlafprobleme nicht nur für miese Nächte, sondern immer wieder auch für miese Tage sorgen? Eine behandlungsbedürftige Insomnie liegt vor, wenn jemand über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten mehr als dreimal pro Woche Schlafstörungen erlebt. Betroffene fühlen sich tagsüber wie gerädert, sind weniger leistungsfähig. 

Dann ist es gut, das Thema einmal in der Hausarztpraxis zu besprechen. Womöglich ist eine Überweisung zu einem Schlafmediziner bzw. einer Schlafmedizinerin sinnvoll.

© dpa-infocom, dpa:260312-930-804879/1


Von dpa
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