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Veröffentlicht am 28.05.2025 09:00

Wassertrüdingen müsste für Fusion zusätzliches Geld einbringen

Der Hochbehälter am Eisler gehört zu den technischen Anlagen der städtischen Wasserversorgung. Diese hat nur wenig Eigenkapital, was Auswirkungen auf die Anstehende Fusion mit der Hesselberg- und der Rastberg-Gruppe hat. (Foto: Peter Tippl)
Der Hochbehälter am Eisler gehört zu den technischen Anlagen der städtischen Wasserversorgung. Diese hat nur wenig Eigenkapital, was Auswirkungen auf die Anstehende Fusion mit der Hesselberg- und der Rastberg-Gruppe hat. (Foto: Peter Tippl)
Der Hochbehälter am Eisler gehört zu den technischen Anlagen der städtischen Wasserversorgung. Diese hat nur wenig Eigenkapital, was Auswirkungen auf die Anstehende Fusion mit der Hesselberg- und der Rastberg-Gruppe hat. (Foto: Peter Tippl)

Die Stadt Wassertrüdingen müsste eine Million Euro aufbringen, um als gleichwertige Partnerin in die Fusion mit den beiden Wasserversorgern Hesselberg- und Rastberg-Gruppe zu gehen. Denn das städtische Wasserwerk hat, wie in der Sitzung des Stadtrates deutlich wurde, derzeit fast kein eigenes Vermögen.

Die Problematik der doch sehr unterschiedlichen Eigenkapitalausstattungen erläuterte Gerhard Himmelstoß vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband, der den geplanten Zusammenschluss zu einem neuen, großen Zweckverband beratend begleitet. Wie er hervorhob, verfügten Hesselberg- sowie Rastberg-Gruppe über eine gute bis sehr gute Quote von rund 50 Prozent. Dagegen liegt die der städtischen Wasserversorgung bei lediglich zehn Prozent. Dies bezeichnete Himmelstoß als durchaus „außergewöhnlich“.

Basis für die Betrachtung war die Bilanz des Jahres 2022. Danach bezifferte Himmelstoß das Anlagevermögen der städtische Wasserversorgung als Betrieb auf grob 3,5 Millionen Euro, wovon rund drei Millionen als Verbindlichkeit gegenüber der Stadt als Kommune bestehen. Denkbar wäre laut Himmelstoß, dass die Stadt auf eine Million Euro aus dem internen Darlehen gegenüber der Wasserversorgung verzichtet. Damit würden dann nur noch zwei Millionen Euro an Schulden auf den neuen Verband übergehen. Die Stadt würde die besagte Million Euro quasi als Einlage leisten.

Höhere Preise sollen vermieden werden

CSU-Sprecher Peter Wittmann machte deutlich, dass auf die Bevölkerung keine höheren Wasserpreise zukommen sollten. „Wir stehen dem Zusammenschluss positiv gegenüber“, betonte Michael Baumeister (Parteiunabhängige Fraktion). Er sah bei der Frage der Finanzen aber noch Gesprächsbedarf innerhalb seiner Fraktion. Dieser Meinung schloss sich Michael Dommel (Grüne) an.

Katharina Bucher (Parteiunabhängige Fraktion) wollte von Kämmerer Achim Schlicker wissen, wie er die Situation einschätze. Dieser wies darauf hin, dass die Stadt als einzige Kommune eine Einlage in Höhe von einer Million Euro leisten würde. Schlicker gab zu bedenken, dass dieses Geld der Stadt dann nicht mehr zur Verfügung stehe.

Das städtische Wasserwerk habe über die Jahre hinweg offensichtlich nicht die Gewinne erzielt wie die beiden Zweckverbände. Für Bürgermeister Stefan Ultsch war klar, dass sich das Gremium entscheiden müsse. Die Empfehlungen des Prüfungsverbandes trügen dazu bei, dass die Weichenstellung auf Augenhöhe vollzogen werden könne.

Zusammenschluss wird am 1. Januar wirksam

Bis zur Fusion, die zum 1. Januar 2026 vollzogen werden soll, könnte sich das Bild der finanziellen Ausgangslage aber nochmals verändern und dabei durchaus auch noch verbessern, machte Himmelstoß auf Nachfrage von Jörg Edelmann (Parteiunabhängige Fraktion) deutlich. Denn sobald die Bilanzen für 2023 und 2024 vorlägen, werde man die Beurteilung fortführen.

In der Ratssitzung fasste das Gremium unter einem weiteren Tagesordnungspunkt eine Reihe an einstimmigen Beschlüssen, um den Weg zum Zusammenschluss vorzubereiten. Vertagt wurde dabei allerdings die Entscheidung über die Vermögensübertragung, bei der die erwähnte Einlage berücksichtigt werden müsste.

Der gemeinsame Geschäftsführer der drei bisher noch eigenständigen Wasserversorger, Robert Kaußler, mahnte, bis zur Auswertung der noch ausstehen Bilanz nicht all zu lange zu warten. Denn die noch verbleibende Zeit bis zum Jahreswechsel sei knapp.

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