Wasted-OpenAir 2026: Jetzt gibt's Tickets – Festival-Ableger in Nürnberg geplant | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 04.01.2026 07:00

Wasted-OpenAir 2026: Jetzt gibt's Tickets – Festival-Ableger in Nürnberg geplant

Das Wasted OpenAir am Obernzenner See geht vom 11. bis 13. Juni 2026 in die nächste Auflage. (Foto: Mirko Fryska)
Das Wasted OpenAir am Obernzenner See geht vom 11. bis 13. Juni 2026 in die nächste Auflage. (Foto: Mirko Fryska)
Das Wasted OpenAir am Obernzenner See geht vom 11. bis 13. Juni 2026 in die nächste Auflage. (Foto: Mirko Fryska)

Nach dem Festival ist bekanntlich vor dem nächsten Festival: Beim Wasted-OpenAir am Obernzenner See ist das nicht anders. Die Planungen laufen auf Hochtouren, die Bands sind so weit eingetütet und ein Preisanstieg ist unumgänglich. Außerdem plant die Wasted-Crew mit Kollegen des KNRD-Fests erstmals ein Winter-Festival in Nürnberg.

Der Dezember ist ein guter Monate, um zurückzublicken – und Kassensturz zu machen. Das gilt auch für die Obernzenner Turbojugend Schlachthaus, die hinter dem Wasted-OpenAir steht. Diesmal fiel die Bilanz allerdings sehr durchwachsen aus: „Zum Ende des Jahres wurde das Geld knapp”, obwohl die 2025er-Auflage ausverkauft war, sagt Michael Ruff, Vorsitzender der Turbojugend und einer der führenden Köpfe im Organisationsteam. „Die Inflation geht auch an uns nicht mehr spurlos vorbei.” Außerdem wurden noch einige Euros in die Infrastruktur investiert – ein Teleskop-Lader und neue Stromverteiler haben das OpenAir besser aufgestellt.

Tickets und Verpflegung werden 2026 teurer

Trotzdem müssen die Verantwortlichen nun reagieren und an der Preisschraube drehen – für Eintritt, Essen und Getränke. Das Ticket ist für die 2026er-Ausgabe zehn Euro teurer als gewohnt und bei Speis und Trank geht die Crew um jeweils 50 Cent nach oben. „Wir brauchen einfach einen Puffer, damit es nicht mehr Spitz auf Knopf steht”, begründet Ruff diesen Schritt.

Der Preis für 2025 sei festgelegt worden, als die Infrastruktur-Teuerungen so noch nicht vorhersehbar waren. Aber alleine die Kosten für die Dixi-Toiletten seien enorm gestiegen. Ruff findet trotzdem: „Wir sind nach wie vor günstig im Vergleich zu anderen Festivals.” Und nein, das Wasted-OpenAir soll keineswegs Kommerz werden: „Seit Stunde Null verstehen wir uns als Nonprofit-Festival mit bezahlbaren Preisen. Das Wasted bleibt bezahlbar, aber muss auch seine Rechnungen bezahlen.” Ruff macht klar: „Man muss der Realität ins Auge blicken. Wenn wir nichts an den Preisen machen, ist es nicht mehr wirtschaftlich.”

Förderprogramm werden abgeklopft

Um die Mehrkosten und vor allem auch nötige Neuanschaffungen zu decken, hat die Wasted-Crew auch bei Förderprogrammen angeklopft. „Wir wissen aber noch nicht, wann und ob wir etwas bekommen”, betont Ruff. „Aber wir haben uns auf verschiedene Dinge beworben.” Bei der „Initiative Musik” des Bundes, bei einem regionalen Musikverband und bei der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Rangau. Im Blick hat das Orga-Team vor allem eine praktischere Rollstuhl-Rampe wie beim letzten Mal. Womöglich sei das mit Blick auf die Barrierefreiheit ja förderbar. Einmal hat die Crew schon Glück gehabt und einen Zuschuss für eine Spülmaschine erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Lineup, also die Bands, die vom 11. bis 13. Juni 2026 am Obernzenner See auftreten sollen, ist fast schon in trockenen Tüchern. Nur bei ein, zwei Musikgruppen warten die Obernzenner noch auf eine verbindliche Zusage, bislang lägen von ihnen nur vage Tendenzen vor. Ansonsten ist Michael Ruff schwer zufrieden – für ihn wurde die perfekte Mischung irgendwo zwischen Punk- und Stoner-Rock wieder getroffen.

Early-Birds waren schnell ausverkauft

„Es ist ein cooler Mix. 95 Prozent der Bands sind fix und safe. Diese werden wir ab Januar der Reihe nach veröffentlichen.” John Coffey ist bereits bestätigt, „was lange währt...” Schon mehrfach sollten die Holländer auftreten, nun wird es endlich so weit sein. Beim Booking achten die Organisatoren auch auf die Geschlechterverteilung – Ruff: „Es ist unser Anspruch, einen gewissen Frauenanteil zu haben.” Denn noch immer seien Sängerinnen und allgemein Musikerinnen auf den Bühnen oftmals unterrepräsentiert.

Die ersten 100 Early-Bird-Tickets für das Wasted sind bereits verkauft, „die waren in einer Stunde weg”, sagt Ruff. Auch auf dem Obernzenner Weihnachtsmarkt war das OpenAir mit einem Stand präsent – neben guten Gesprächen ging dort auch noch einmal die eine oder andere Karte über den Tresen. Seit dem 1. Januar ist der normale Vorverkauf gestartet, rund 900 Menschen dürfen auch 2026 wieder am Obernzenner See feiern.

Nürnberg Punk Fest am 20. und 21. Februar

Bevor es im Juni allerdings so weit ist, steht am 20. und 21. Februar noch eine Weltpremiere auf dem Programm: Die Obernzenner Wasted-Crew veranstaltet gemeinsam mit dem „KNRD-Fest” (gesprochen „Konrad-Fest”) aus Schnaittaich im Nürnberger Land ein Winterfestival namens „Nürnberg Punk Fest” im Künstlerhaus in Nürnberg. „Wir haben die Köpfe zusammengesteckt und überlegt, mal Indoor was zu machen.” Jene Winter-Edition ist das Ergebnis.

„Der Vorverkauf läuft gut. Wir bieten zwei Tage, drei Bühnen und 30 Bands”, betont der Turbojugend-Vorsitzende. Auch Panels beziehungsweise Workshops und vielleicht auch Vorträge sind als Punk-Fest-Rahmenprogramm angedacht. Außerdem wird das „KommKino” passende Filme zeigen – mit Punkrock- und Subkulturflair.

Festival in der Stadt ist „Neuland” für die Wasted-Crew

„Das ist für uns alle ziemliches Neuland”, sagt Michael Ruff, „sowas in der Stadt zu machen.” Klar, für die Orga in Nürnberg spart sich die Crew etwa Zelte und große Biertransporte. Dafür stehen andere Herausforderungen an. Er selbst, so Ruff, sei beispielsweise derzeit mit der Stadt wegen zusätzlicher Parkplätze nahe der Location im Gespräch. Die Stammgäste geben für die erste Ausgabe bei den Tickets bislang einen „Vertrauensvorschuss”. Bis zu 900 Leute dürfen ins Haus, da seien trotzdem noch einige Karten verfügbar.

Der Name „Nürnberg Punk Fest” ist eine Anlehnung und Hommage an das legendäre „Manchester Punk Fest”, welches das KNRD-Kollektiv besucht hat. Dort spielen dann in der englischen Stadt in zahlreichen Kneipen Punk-Bands. Nun eben das Nürnberg-Pendant. Ob Künstlerhaus oder Obernzenner See: Die Wasted-Crew freut sich auf das, was 2026 so alles bereitzuhalten verspricht.

Weitere Informationen und Tickets fürs Wasted-OpenAir:
https://wasted-openair.de/
Weitere Informationen und Tickets fürs „Nürnberg Punk Fest”:
https://nbgpunkfest.de/

north