Borussia Dortmunds Coach Niko Kovac hat den Seitenhieb von seinem Trainerkollegen Ralf Rangnick bezüglich der Deutschkenntnisse von Carney Chukwuemeka gekontert. „Wir kommunizieren sehr gut, jeder ist verständlich. Wenn wir aneinander vorbeireden würden, würden wir in der Bundesliga nicht da stehen, wo wir stehen. Das machen wir in Englisch und das ist, denke ich mir, auch ganz in Ordnung“, sagte Kovac.
Nach Chukwuemekas Debüt für die österreichische Nationalmannschaft hatte Nationaltrainer Rangnick sich überrascht über die geringen Sprachkenntnisse des 22-Jährigen geäußert. „Ich war schon auch ein bisschen überrascht, dass man in Dortmund bisher noch gar nicht versucht hat, mit ihm Deutschunterricht zu machen“, sagte der 67-Jährige und verwies auf seine Zeit in Leipzig und Hoffenheim, wo dreimal in der Woche Deutschunterricht Pflicht gewesen sei.
Kovac unterstrich hingegen die internationale Ausrichtung des Vereins: „Wir sind ein internationaler Club, wir sind in einer globalen Welt, da geht es darum, dass man auch verschiedene Sprachen spricht als Trainer, und wir sprechen hier wirklich sehr viel Englisch.“ Das sei auch im Basketball oder Handball üblich. Jeder Spieler versuche die Sprache seines Arbeitsumfelds zu lernen, aber mit Spielrhythmus und Training sei es nicht einfach, die Zeit zu finden.
Chukwuemeka, der zwar in Wien geboren wurde, aber früh mit seiner Familie nach England zog, äußerte sich selbst zuletzt selbstkritisch zu seinen Deutschkenntnissen: „Die Verantwortung liegt nicht beim Club, sondern bei mir. Ich bin schon ein Jahr in Dortmund“, sagte der Mittelfeldspieler, der mit einem Tor und zwei Siegen einen Traumstart im Nationalteam von Österreich gefeiert hatte.
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