Weltklasse-Saitenkünstler kommen nach Kirchfarrnbach | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 05.11.2024 18:57

Weltklasse-Saitenkünstler kommen nach Kirchfarrnbach

Claudia Roth organisiert die internationale Gitarrennacht in Kirchfarrnbach. Viele Jugendliche helfen dabei kräftig mit. Nach Berlin und Weimar macht die Tour auch im Landkreis Fürth Station. (Foto: Heinz Wraneschitz)
Claudia Roth organisiert die internationale Gitarrennacht in Kirchfarrnbach. Viele Jugendliche helfen dabei kräftig mit. Nach Berlin und Weimar macht die Tour auch im Landkreis Fürth Station. (Foto: Heinz Wraneschitz)
Claudia Roth organisiert die internationale Gitarrennacht in Kirchfarrnbach. Viele Jugendliche helfen dabei kräftig mit. Nach Berlin und Weimar macht die Tour auch im Landkreis Fürth Station. (Foto: Heinz Wraneschitz)

Berlin – Weimar – Kirchfarrnbach. Das sind drei der insgesamt 15 Stationen der „International Guitar Night“-Konzertreihe (IGN) mit renommierten Gitarristen aus den USA, aus Madagaskar, Bali und Deutschland. Doch wie kommt ausgerechnet der Wilhermsdorfer Ortsteil im Landkreis Fürth auf diese Liste?

„Ich habe auf einem Gitarrenworkshop 2014 von dieser Reihe erfahren“, beginnt Claudia Roth ihre Erzählung über die fast unglaubliche Geschichte – und ihre Rolle als Konzertorganisatorin. Denn Roth ist im „normalen“ Leben Architektin. Aber sie ist auch Hobby-Musikerin aus Leidenschaft: „Ich spiele Gitarre, singe in der hiesigen Singgruppe und im Kirchenchor Burgfarrnbach“, wo sie herstammt. „Weil ich Musik allgemein liebe, habe ich mich damals gefragt: Warum ist die Gitarrennacht überall zu Gast, nur nicht in Bayern?“ Und – wie gesagt, fast unglaublich: Als sie das von Peter Finger, dem Organisator der IGN, wissen wollte, antwortete der: „Weil noch niemand gefragt hat.“

Über 200 Gäste werden erwartet

Etwa 200 Personen sollten die Veranstaltung besuchen können, gab Finger als Bedingung vor. Roth, auch Mitglied im Kirchenvorstand des Ortsteils, fragte beim damaligen Pfarrer Rainer Schmidt nach. Der war von der Idee begeistert. Schwupps war die Kirche mit gut 200 Plätzen zum IGN-Veranstaltungsort erkoren. Und – oh Wunder: Der Osnabrücker Gitarrist, Musikproduzent und Veranstalter, der vorher wohl noch nie etwas von Kirchfarrnbach gehört hatte, stimmte sofort zu.

Schon 2015 hatte die IGN erstmals in St. Peter und Paul gastiert, „etwa 230 Leute waren da. Und seither war Kirchfarrnbach jährlich auf der Liste der Konzertorte“, erinnert sich Claudia Roth. Nur 2020 und 2021 wurde Corona-bedingt nicht an Gitarren gezupft. „Die Künstler finden es toll, auch wenn es bei uns etwas hallt. Sonst spielen sie ja immer in Konzerthallen“, erklärt die ehrenamtliche Organisatorin den Reiz der Kirche.

An zwei Gäste der australischen Gruppe „Hussy Hicks“ erinnert sie sich besonders: „Die wollten hier gleich einziehen“, erzählt sie lachend. Die Musikerinnen und Musiker „wollten immer im 1. Stock der Pfarrscheune ihr Lager aufbauen. Die sind alle total entspannt.“

Eigentlich könnte auch Claudia Roth selbst total entspannt sein. Denn Vorbereiter Peter Finger, der auf der Tour auch immer als Musiker dabei ist, „hat fast alles im Blick“. Dennoch ist der Aufwand für die örtliche „Konzertchefin“ nicht ohne: Sie muss die Bewirtung organisieren, sich um Plakate und alles Aktuelle kümmern. Viele Freiwillige, vor allem Jugendliche aus dem Ortsteil, helfen dabei kräftig mit.

Kein Konzert während der Sanierung

Für heuer ist bereits alles vorbereitet. Sorgen hat Roth aber wegen der nächsten Jahre: Ab 2025 wird St. Peter und Paul renoviert. „Während der Sanierung gibt es hier kein Konzert.“ Denn anderswo, zum Beispiel in der Hauptkirche Wilhermsdorf, wolle sie die Gitarrennacht nicht auf die Beine stellen. Ob das den zahlreichen Stammgästen schmecken wird, die nicht nur aus der näheren Umgebung anreisen zum einzigen Konzert der IGN in Bayern?

Deshalb rät sie: Auf nach Kirchfarrnbach am 28. November 2024, bevor die Pause kommt. Diesmal sind – neben dem Osnabrücker Peter Finger – in der Ortskirche dabei: Eric Lugosch aus den USA; er gilt als einer der kreativsten Köpfe der Fingerstyle-Gitarre. Solorazaf aus Madagaskar, der „die Rhythmik der Insel und den Indischen Ozean mit geschmackvoller Harmonik des Jazz und Folk bereichert“, so ein Gitarrenmagazin. Und Balawan, ein Meister der Touch-Style-Gitarre, bei dem allein schon das Zuschauen viel Spaß bereitet. Geplant ist: Jeder der Vier spielt vor der Pause solo, nach der Pause musizieren sie gemeinsam.

Karten gibt es im Vorverkauf über guitarnight.kfb@yahoo.com – oder direkt im Kaufhaus Freund, Hauptstraße 37 in Wilhermsdorf.


Von Heinz Wraneschitz
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