Für drei Tage standen noch mehr Pokertische als ohnehin in der Spielbank Feuchtwangen, um die zehnte Pokermeisterschaft der bayerischen Spielbanken auszurichten. Das Vorspiel machte ein Charity-Turnier mit etlichen lokalen Größen, deren Erlös der Diakonie Feuchtwangen zugutekommt.
Die Anspannung nahm den Abend über immer mehr zu. Aus anfänglich 80 Spielerinnen und Spielern des Charity-Turniers sind eine halbe Stunde vor Mitternacht nur noch die letzten zehn übrig. Am „Final Table” geht es nun zur Sache. Ein Spieler schiebt seine Sonnenbrille zurück, ein anderer quatscht pausenlos seine Sitznachbarn an, zwei weitere nesteln unentwegt an ihren Jetons – ein Zeichen von Nervosität?
Die Blinds, die Mindesteinsätze in jeder Runde, steigen im viertelstündigen Takt. Daher können bald einige nicht mehr mitziehen und gehen all in. Letztendlich sitzen nur noch zwei Spieler am Tisch. Im Showdown deckt die Dealerin die letzte Karte auf. Ein Ass. Damit ist das Turnier entschieden.
Der Sieger, Spitzname „Mister Spock”, hatte ein weiteres Ass auf der Hand und gewann mit diesem Pärchen. Er hatte sich über die Spielbank Garmisch-Partenkirchen qualifiziert und das Charity-Turnier vor zwei Jahren schon einmal gewonnen.
Als prominente Teilnehmer schieden vorher unter anderem Rennrodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger und Handball-Weltmeister Henning Fritz aus. Die Politik repräsentierten Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh und der stellvertretende Landrat Stefan Horndasch. Auch Spielbank-Direktor Thorsten Müller setzte sich an den Pokertisch, ebenso Sänger David Lugert, der eine Eigenkomposition zu Ehren der Spielbank zum Besten gab.
Über die Startgebühren der Spielerinnen und Spieler kam eine Spendensumme über 4250 Euro zusammen. Diese fließt in die neue Kurzzeitpflegeeinrichtung des Evangelischen Vereins für Gemeindediakonie Feuchtwangen. Dessen Geschäftsführerin Irina Reim bedankte sich bei den Teilnehmenden des Turniers und den Spielbanken Bayern.
Nochmal größer fuhr die Spielbank am nächsten Tag auf, als 202 Pokerbegeisterte die zehnte Bayerische Pokermeisterschaft offiziell eröffneten. Sie hatten sich über Ranglistenturniere in allen bayerischen Spielbanken zwischen Oktober 2024 und dem vergangenen September aus insgesamt knapp 1800 Spielerinnen und Spielern für das Endturnier qualifiziert. Über die Spielbank Feuchtwangen waren es 37 Personen.
„Faszinierend finde ich das bunte Teilnehmerfeld”, sagte Verena Ober, Leiterin der Unternehmenskommunikation und Pressestelle der Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung. „Von jung bis alt, vom Klempner bis zum Anwalt ist alles dabei.”
Das Teilnehmerfeld reduzierte sich im Laufe des ersten Turniertags auf 80 verbliebene Finalistinnen und Finalisten. Um 13 Uhr eröffnete Joachim Buchwieser, Vizepräsident der Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung, den Finaltag. Um 23.30 Uhr entschied Yasin Varol die letzte Runde für sich und gewann damit das Turnier. „Ein spannendes und packendes Finale”, befand Ober.
Somit gewann der über die Feuchtwanger Spielbank qualifizierte Sieger das Hauptpreisgeld von 50.000 Euro. Bis Platz 30 zahlte die Lotterie- und Spielbankverwaltung den Teilnehmenden eine Gesamtsumme von 202.000 Euro aus.
Ab November beginnen bereits die Qualifikationsturniere für die 11. Pokermeisterschaft, deren Finale im Oktober 2026 abermals in Feuchtwangen stattfinden wird.