Rund 40 Aktive der Unterschwaninger Ortswehren waren im Einsatz, als im Rahmen einer Gemeinschaftsübung das Löschen eines Böschungsbrandes am Bahndamm geprobt wurde.
Für das Übungsszenario zeichnete Kommandant Stefan Mittelstädt von der Freiwilligen Feuerwehr Kröttenbach zusammen mit Kreisbrandmeister (KBM) Wolfgang Wiedenmann und Vertretern der Bayernbahn verantwortlich. Der Löschangriff erfolgte auf der Eisenbahnstrecke Wassertrüdingen–Gunzenhausen im Bereich des Unterschwaninger Ortsteiles Kröttenbach.
Bei der Übung mussten neben der Bekämpfung des Böschungsbrandes in schwer zugänglichem Gelände auch Reisende aus einem liegen gebliebenen Personenzug evakuiert werden. Denn der Zug war aufgrund eines technischen Defektes mit einer Vollbremsung stehen geblieben, wobei durch den Funkenflug der besagte Böschungsbrand ausgelöst wurde.
Für die jungen Feuerwehrleute war diese Aufgabenstellung in gewisser Weise Neuland. Vor 40 Jahren war der öffentliche Personenzugverkehr auf dieser Eisenbahnlinie eingestellt worden. Die Kröttenbacher Brandschützer übernahmen die Erstbekämpfung und verlegten zusätzlich mit ihren Kameraden aus Dennenlohe/Oberschwaningen unter Leitung von Daniel Banner etwa 400 Meter Schlauchleitung.
Diese musste teilweise durch Privatgrundstücke sowie durch eine Bahnunterführung und auf öffentlichen Verkehrswegen errichtet werden.
Die Unterschwaninger Wehrleute übernahmen die Erstversorgung der Fahrgäste, die sich in einem Reisezugwagen befanden. Angenommen wurde dabei, dass verschiedene Zuginsassen bewusstlos oder traumatisiert waren sowie Prellungen und Knochenbrüche erlitten hatten. Mit Erste-Hilfe-Rucksäcken nahmen die Brandschützer die Erstversorgung im Reisezugwagen vor. Danach galt es, die nicht gehfähigen Verletzten über Steckleitern und mit Tragen zu bergen und zum Verbandsplatz zu bringen. Der verletzte Lokführer musste aus seinem Führerstand gebracht werden.
Die Vertreter Florian Wieser von der Bayernbahn und Marco Hackeis von der Deutschen Bahn erläuterten den Feuerwehrleuten die Besonderheiten bei einem Unfall auf Bahngelände. Dabei wiesen sie darauf hin, dass sich bei Unfällen auf freier Strecke die Bergung von Personen wegen des geschotterten Gleisbetts sowie wegen den oftmals steilen Bahndämmen schwierig gestalte und auf elektrifizierten Strecken vor einer Stromabschaltung nicht eingegriffen werden dürfe.
Bei mehrgleisigen Strecken müsse die Sperrung des Nachbargleises berücksichtigt werden. Die Enge in den Zugwagen sei beim Einsatz von Tragen eine Herausforderung. Vor Ort überzeugten sich Bürgermeister Markus Bauer und KBM Wiedenmann vom Leistungsstand der Wehren.