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Veröffentlicht am 15.10.2026 07:08, aktualisiert am 15.10.2026 12:50

West-Nil-Virus im Land: Das muss man jetzt wissen

In Stuttgart und Karlsruhe wurden zwei lokal erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus gemeldet. (Symbolbild) (Foto: Patrick Pleul/dpa/dpa-tmn)
In Stuttgart und Karlsruhe wurden zwei lokal erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus gemeldet. (Symbolbild) (Foto: Patrick Pleul/dpa/dpa-tmn)
In Stuttgart und Karlsruhe wurden zwei lokal erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus gemeldet. (Symbolbild) (Foto: Patrick Pleul/dpa/dpa-tmn)

Erstmals sind in Baden-Württemberg bei zwei Menschen lokal erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus nachgewiesen worden. Die Männer im Alter von 28 und 83 Jahren hatten sich zuvor nicht im Ausland aufgehalten, wie das Sozialministerium mitteilte. Nach derzeitigem Stand hätten sie sich im Raum Stuttgart und Karlsruhe durch Stiche infizierter Stechmücken angesteckt. Die beiden Infektionen wurden demnach in der vergangenen Woche entdeckt. Was es mit dem West-Nil-Virus auf sich hat und andere wichtige Fragen zu dem Thema: 

Was ist das West-Nil-Virus?

Das West-Nil-Virus wird laut Robert Koch-Institut (RKI) hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. Die Mücken können aber auch Menschen und andere Säugetiere infizieren. Etwa 20 Prozent der Menschen, die sich mit dem West-Nil-Virus anstecken, entwickeln West-Nil-Fieber - eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jede 100. infizierte Person erkrankt schwer. Das West-Nil-Fieber heilt in der Regel komplikationslos aus, schreibt das RKI. Nur bei schwer erkrankten Patienten seien Spätfolgen relativ häufig.

Wie bewertet das Ministerium das Risiko für die Bevölkerung?

Das Ministerium betont: „Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet im alltäglichen Kontakt nicht statt.“ Demnach wurde das Virus bereits 2024 in Vögeln und Pferden in Baden-Württemberg festgestellt. „Es ist nicht überraschend, dass das West-Nil-Virus nun erstmals auch bei Menschen in Baden-Württemberg nachgewiesen wurde“, sagte Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand (Grüne) laut der Mitteilung. „Nach aktueller Bewertung des Landesgesundheitsamts besteht derzeit aber kein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung.“

Was ist zu den beiden infizierten Personen im Land bekannt?

Bei den infizierten Personen handelt es sich um zwei Männer im Alter von 28 und 83 Jahren. Das Ministerium machte zunächst keine Angaben dazu, ob sie schwerer erkrankt sind oder nicht. 

Müssen die infizierten Personen in Quarantäne?

Eine Quarantäne sei für Personen, die an dem Virus erkrankt beziehungsweise mit ihm infiziert sind, nicht erforderlich, hieß es. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung sei im Normalfall nicht gegeben. Auch die Übertragung vom Menschen auf eine Stechmücke sei aufgrund der geringen Viruslast im peripheren Blut Infizierter nicht beschrieben. „Somit ist der Übertragungsweg über infizierte Personen auf Stechmücken und nach Virusvermehrung wieder über einen Stich auf weitere Personen nicht möglich.“

Wie verbreitet ist das West-Nil-Virus in Deutschland?

Lokal erworbene West-Nil-Infektionen sind in Deutschland laut Ministerium seit 2019 bekannt. Sie seien zunächst überwiegend in ostdeutschen Bundesländern festgestellt worden, hieß es weiter. In diesem Jahr wurden demnach bis zum 7. Oktober vier Fälle dokumentiert: zwei in Berlin und jeweils einer in Sachsen und Rheinland-Pfalz.

Wie können sich Menschen vor dem West-Nil-Virus schützen?

Eine spezifische antivirale Behandlung oder eine für Menschen zugelassene Impfung steht derzeit laut Ministerium nicht zur Verfügung. Der beste Schutz ist damit der Schutz vor Mückenstichen während der Stechmückensaison generell. „Dazu eignen sich beispielsweise Mückenschutzmittel, lange, helle und weite Kleidung sowie Mückenschutzgitter an Fenstern und Türen“, empfiehlt das Landesgesundheitsamt laut Ministerium.

Zudem sollten mögliche Brutstätten von Stechmücken im eigenen Garten oder auf dem Balkon vermieden werden. Dazu gehört etwa das Umdrehen von Untersetzern und Übertöpfen im Garten, damit sich dort kein Regenwasser sammelt - Brutstätten für Stechmücken.

Worauf müssen Ärztinnen und Ärzte achten?

Ärztinnen und Ärzte sollten laut Ministerium während der Stechmückensaison bei unklarem Fieber oder neurologischen Erkrankungen eine mögliche West-Nil-Infektion in Betracht ziehen. Bei entsprechendem Verdacht sollten geeignete Laboruntersuchungen veranlasst werden.

Woher kommt das West-Nil-Virus? 

Das West-Nil-Virus stammt laut Friedrich-Loeffler-Institut ursprünglich aus Afrika. Es wurde demnach erstmals 1937 im West-Nil-Distrikt in Uganda festgestellt. In Europa sei es erstmals Anfang der 1960er Jahre in Frankreich aufgetreten.

© dpa-infocom, dpa:261015-930-841948/3


Von dpa
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