Recycling von Betonplatten, Handys mit Solarenergie laden oder Brillen für Sehbeeinträchtigte: Schülerinnen und Schüler des Platen-Gymnasiums haben ihre Geschäftsideen wieder im Gründerzentrum ANswerk vorgestellt.
„Das ist richtiges Unternehmerniveau“, lobt Tamara Rogalski und lächelt begeistert. Sie ist bei der Hochschule Ansbach unter anderem für die Gründungsberatung zuständig. Als Jury-Mitglied erklärt sie das Team von „AIVISION“ zu den Erstplatzierten von Start-up-School.
Die drei Schüler wollen eine Brille mit Künstlicher Intelligenz produzieren. Sie soll Menschen mit Sehbeeinträchtigung ihre Umwelt per Roboterstimme hörbar machen. Dafür hatten sie sogar einen Vierjahresplan, eine detaillierte Kostenaufstellung sowie Marktchancen herausgearbeitet. Gerade die Rechnung, dass ein Blindenhund 20.000 bis 30.000 Euro koste und die Krankenkassen daher die billigere Brille finanzieren dürften, überzeugte die Jury.
Vergangenes Jahr hatte Start-up-School Premiere gefeiert. Am Donnerstag sind nun wieder 80 Schülerinnen und Schüler des Platens mit ihren Wirtschafts- und Rechtslehrerinnen in die neuen Räume des ANswerk gekommen. „Das ist die Feuertaufe, so viele Menschen waren hier noch nicht“, sagt ANswerk-Netzwerkmanager Rüdiger Busch.
Im Gründerzentrum haben auch mehrere echte neue Unternehmen ein Büro, zum Beispiel Turns, das sich dem Recycling von Altkleidern verschrieben hat. Mitgründerin und Geschäftsführerin Angelique Thummerer gehörte ebenso zur Jury wie ein Vertreter der Fränkischen Landeszeitung.
Gemeinsam mit Tamara Rogalski gab sie dem potenziellen Nachwuchs für die Gründerszene Impulse und Tipps aus dem Nähkästchen. So empfahl Thummerer dem zweitplatzierten Team „Baunanza“ etwa, sich nach Kooperationen mit anderen Bauunternehmen umzusehen und genau zu planen, wie viel Material sie planungssicher beschaffen können. Die drei Schüler haben nämlich die Vision, Betonplatten aus Plattenbauten zu recyceln.
Dafür hatten sie sich im Vorfeld bereits umfassend mit dem Thema Gründen auseinandergesetzt: Finanzierung, Risiken, sogar eine ausführliche Markteintrittsstrategie erarbeitet, die die Jury lobte.
„SolarCase“ schaffte es auf den dritten Platz mit der Idee, Hüllen zu entwickeln, die Mobiltelefone mit Sonnenstrahlen per Induktion laden. Das Team von „FairFish“ will eine Drohne zum Sammeln von Plastik im Meer entwickeln.
„CO2Go“ hat sich eine Flasche ausgedacht, in der man mittels Kapseln unterwegs Wasser aufsprudeln kann. Bei „CalenderConnect“ können sich Anbieter von Veranstaltungen wie Privatnutzer anmelden, um gemeinsam mit Freunden einfacher Termine zu finden. Tolle Ideen und starke Präsentationen, befand Rüdiger Busch. Für alle gab es Gutscheine der Sparkasse und der VR-Bank sowie den Flair einer Ideenwerkstatt zu erleben.