Wie das Radwegekonzept den Verkehr in Rothenburg verändern soll | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 08.03.2026 17:00

Wie das Radwegekonzept den Verkehr in Rothenburg verändern soll

Menschen auf dem Fahrrad sollen es leichter im Verkehr in und um die Stadt haben. Dafür gibt es nun ein Radwegekonzept. (Archivbild: Clarissa Kleinschrot)
Menschen auf dem Fahrrad sollen es leichter im Verkehr in und um die Stadt haben. Dafür gibt es nun ein Radwegekonzept. (Archivbild: Clarissa Kleinschrot)
Menschen auf dem Fahrrad sollen es leichter im Verkehr in und um die Stadt haben. Dafür gibt es nun ein Radwegekonzept. (Archivbild: Clarissa Kleinschrot)

Die Stadt will den Fahrradverkehr fördern. Darum war das Planungsbüro SVK aus Aachen seit 2024 am Erheben von Daten, Befragen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Analysieren und Auswerten. Büroleiter Dr. Ralf Kaulen präsentierte die Ergebnisse nun der Öffentlichkeit.

Kaulen stellte sein Vorgehen für eine Zielnetzplanung vor: Zunächst analysierte er wichtige Wegpunkte, die per Fahrrad erreicht werden sollen. Dazu gehören öffentliche Einrichtungen, wie Ämter, Kirchen und die Klinik. Auch Ausbildungsstätten oder Verkehrsknotenpunkte, wie der Bahnhof und E-Ladestationen flossen in die Bewertung ein. Freizeitziele wie Museen, Sehenswürdigkeiten und das Schwimmbad sollten genauso gut wie werktägliche Ziele – Märkte, Wohngebiete und Gemeindeteile – erreichbar sein.

Planung beruht auf drei Säulen

Die so entstehenden Verbindungen ergänzte Kaulen wiederum durch Hindernisse: zum Beispiel Gewässer, Höhenunterschiede, Bahnstrecken und Straßen mit hohem Autoverkehrsaufkommen. Natürlich will ein Fahrrad auch mal geparkt werden und so flossen verschieden gute Abstellmöglichkeiten in die Planung ein. So entstand ein mögliches Netz von insgesamt 73,6 Kilometern für die Stadt, unterteilt in ein Hauptnetz mit 40,6 Kilometern und einem Basisnetz von 33 Kilometern.

Erstmals vorgestellt wurden die Pläne im Oktober 2024: Bei der Veranstaltung wurden die Bürgerinnen und Bürger eingebunden und um Rückmeldungen zum Netzplan gebeten. Feedback konnten Interessierte direkt und online geben. So ergaben sich für den Planer auch Einblicke in Schwach- und Gefahrenstellen, Wünsche der Menschen und Verbesserungsmöglichkeiten. Einige wurden direkt in Kaulens Planung aufgenommen, andere an den Kreis und die Kommune weitergeleitet. Kaulen erklärte den etwa 50 Zuhörerinnen und Zuhörern: „Damit beruht die Planung auf drei Säulen: unserer Leistung, der Arbeit der Stadtverwaltung und auf den Wünschen der Bürgerinnen und Bürgern.”

„Unser Ziel ist ein fahrradfreundliches Fahren zu erleben”

Der Chefplaner hat sich auch aktuelle Stellen angesehen. Beispiel Hornburgweg: „Zu schmal für einen Zweirichtungsverkehr.” Dieser müsste ausgebaut werden. Optimal hingegen sei die Staatsstraße 2250 mit durchgehend vier Metern Breite. Die Oberflächen sind zu 72 Prozent in gutem Zustand für Fahrradfahrer und -fahrerinnen. Kaulen hat 71 problematische Stellen im Stadtgebiet festgestellt, die sogar gefährlich für den Radverkehr sein können: So fehlt zum Beispiel am Bezoldweg durchgehend eine Bordsteinabsenkung, ist der Sichtbereich am Rödertor stark eingeschränkt und es fehlt in der Dinkelsbühler Straße eine Überleitung vom Radweg auf die Fahrbahn. Kritisch: Im gesamten Stadtgebiet fehlen Furtmarkierungen, also Hinweise auf einen kreuzenden Fahrradweg bei Einfahrten.

Gerade das Altstadtpflaster sei fahrradunfreundlich: Laut Klauen gibt es aber Möglichkeiten die Fugen so zu verändern, dass Radfahrer und Radfahrerinnen bequem radeln können und die Optik sich kaum verändert. Zur sonstigen Verbesserung der Bedingungen reichen teilweise einige Markierungen und Beschilderungen, jedoch komme die Stadt an einigen Neubau- und Ausbaumaßnahmen kaum vorbei und müsse auch vermehrt auf 30er-Zonen setzen.

Das Konzept ist nun erstellt und schon bald auf der Homepage der Stadt einsehbar. „Eine Umsetzung liegt nun bei Oberbürgermeister und Stadtrat”, stellte Kaulen klar. Nicht alle Gäste konnten den Vorschlägen etwas abgewinnen. Doch Kaulen appellierte an alle: „Unser Ziel ist ein fahrradfreundliches Fahren zu erleben – doch dies beginnt in den Köpfen.” Die Bürgerinnen und Bürger sollen verstärkt auf das Fahrrad setzen und ihr Auto, gerade jetzt bei den steigenden Temperaturen, auch mal stehen lassen.

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