Die Freiheit, am Steuer zu sitzen, wollte sich ein 71-Jähriger partout nicht nehmen lassen. Als ihn die Polizei am Dienstagabend bei Lichtenau rauszog, hätte er bereits nicht mehr fahren dürfen. Auch die Abnahme der Autoschlüssel brachte ihn nicht zur Vernunft.
Die Schleierfahnder der Verkehrspolizei Ansbach kontrollierten den 71-Jährigen kurz nach 20 Uhr an der Anschlussstelle Lichtenau. Der Mann war laut Polizeibericht mit seinem Jaguar auf der A6 in Richtung Nürnberg unterwegs.
Bei der Kontrolle wurde festgestellt, dass gegen den Mann ein Beschluss zur Sicherstellung seines Führerscheins vorlag. Eine Entziehung der Fahrerlaubnis war bereits im Juli 2026 ausgesprochen worden. Der Grund: Der Autofahrer hatte zu viele Punkte in Flensburg und hätte eigentlich seinen Führerschein abgeben müssen. Die Aufforderung hatte er ignoriert.
Bei der Kontrolle auf der Autobahn gab es für ihn kein Entkommen mehr: Die Polizisten nahmen das Dokument in Verwahrung. Gegen den 71-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Damit er das Verbot nicht erneut ignorieren konnte, wurde sein Autoschlüssel konfisziert.
Wirklich gebracht hat die Maßnahme nichts: kurz nach der Kontrolle zogen die Beamten den Jaguar ein Stück weiter auf der A6 erneut raus. Hinter dem Steuer saß wieder der 71- Jährige. Offensichtlich hatte er einen Zweitschlüssel dabei. Dass es nicht in Ordnung war, diesen zu nutzen, wusste er offenbar auch: zweimalig widersetze er sich den Anhalteversuchen durch die Polizei. Einmal hatte er sogar so getan, als wollte er anhalten; stattdessen rauschte er dann mit hoher Geschwindigkeit davon.
Die Polizei folgte mit Höchstgeschwindigkeit, hatte in ihrem Wagen keine Chance gegen den Jaguar. Der Flitzer plus Insasse wurde zur Fahndung ausgeschrieben. Die Verkehrspolizei Bayreuth entdeckte das Auto schließlich auf der A9 in Fahrtrichtung Berlin auf Höhe der Anschlussstelle Pegnitz. Auch dort versuchte der 71-Jährige zu fliehen. Er überschritt massiv Geschwindigkeitsbeschränkungen und verstieß gegen weitere Verkehrsregeln.
Erst durch das Zusammenwirken mehrerer Polizeistreifen konnte er schließlich gestoppt werden. Gegen den 71-Jährigen wurden weitere Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen erneuten Fahrens ohne Fahrerlaubnis und verbotenen Kraftfahrzeugrennens, eingeleitet. Zudem wurde mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Kontakt aufgenommen. Diese ordnete die Beschlagnahmung des Jaguars an.