In einem wilden Schlagabtausch haben sich der FSV Mainz 05 und der VfB Stuttgart 2:2 (1:0) getrennt. Jae-sung Lee brachte die Hausherren in der 39. Minute in Führung, die Ermedin Demirovic (76. Minute) und Deniz Undav (77.) mit einem Doppelschlag innerhalb von 60 Sekunden konterten. Vor 33.305 Zuschauern rettete Danny da Costa (90.+1) den Rheinhessen in der Nachspielzeit zumindest noch einen Punkt.
Das Remis brachte beide Teams ihren Zielen aber nicht näher. Stuttgart bleibt im Rennen um die Champions-League-Teilnahme mit 47 Zählern Tabellenvierter der Fußball-Bundesliga. Die Mainzer hängen mit 24 Punkten auf Rang 14 weiter tief im Tabellenkeller und können am Sonntag sogar auf den Abstiegsrelegationsplatz zurückfallen.
Die Gäste begannen forsch und kamen früh zu einer guten Chance. Undav legte den Ball im Strafraum auf Maximilian Mittelstädt ab, dessen platzierten Schuss FSV-Torwart Daniel Batz mit einer Glanzparade entschärfte. Wenige Minuten später hatten die Mainzer erneut Glück, als Undav eine Hereingabe von Jamie Leweling knapp verpasste und der Ball danach haarscharf am langen Pfosten vorbei ins Aus rauschte.
Von den Hausherren kam offensiv zunächst gar nichts - bis zur 20. Minute. Da tauchte Paul Nebel nach einer schönen Kombination über drei Stationen plötzlich frei vor dem Stuttgarter Tor auf, doch VfB-Verteidiger Luca Jaquez rettete in höchster Not.
Die 05er waren fortan besser im Spiel und bejubelten nach einer knappen halben Stunde das vermeintliche 1:0 durch Philipp Tietz. Wegen eines vorhergehenden Fouls an VfB-Torwart Alexander Nübel fand der Treffer aber keine Anerkennung. Kurz darauf scheiterte Tietz mit einem Kopfball aus Nahdistanz an Nübel.
Von der anfänglichen Stuttgarter Dominanz war nun nichts mehr zu sehen. Mainz diktierte den Rhythmus des Spiels und verzeichnete durch Phillipp Mwene die nächste gute Gelegenheit, die aber erneut ungenutzt blieb. Sechs Minuten vor der Pause jubelten die Gastgeber dann aber doch. Lee traf im Anschluss an eine Ecke per Kopf, nachdem er kurz zuvor noch eine weitere Großchance vergeben hatte.
Nach dem Wechsel agierte der VfB wieder etwas schwungvoller - doch Gefahr strahlten vorerst weiter nur die 05er aus. Kaishu Sano scheiterte mit einem Schuss aus der Distanz ebenso an Nübel wie Sheraldo Becker aus kurzer Entfernung.
Nach 65 Minuten hatte Stuttgart dann doppeltes Glück: Erst zögerte Tietz allein vor dem leeren Tor zu lange, sodass Jaquez noch retten konnte, den Nachschuss setzte Nebel an den Pfosten.
Dieser Chancenwucher wurde den Hausherren zum Verhängnis, denn innerhalb von 60 Sekunden kippte die Partie komplett. Erst traf Demirovic mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck zum Ausgleich, dann lief Undav nach starkem Zuspiel von Tiago Tomas plötzlich allein auf das Mainzer Tor zu und behielt frei vor Batz die Nerven. In der Nachspielzeit schlugen die Hausherren durch da Costa dann aber doch noch zurück.
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