Wohnen der Lebenshilfe in Herrieden: „Ein Zeichen für gelebte Inklusion” | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 18.07.2025 20:20

Wohnen der Lebenshilfe in Herrieden: „Ein Zeichen für gelebte Inklusion”

Beim Spatenstich (von links): Bewohnervertreterin Christa Rothgängel, Baufirmenchef Xaver Neureiter, Bewohnervertreter Stefan Hagen, Harald Promm von der Regierung von Mittelfranken, Herriedens Bürgermeisterin Dorina Jechnerer, Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf, Aufsichtsratsvorsitzender Kurt Unger und Geschäftsführer Dieter Bögelein von der Lebenshilfe, Bezirksrat Herbert Lindörfer und Architekt Harald Domscheit. (Foto: Peter Zumach)
Beim Spatenstich (von links): Bewohnervertreterin Christa Rothgängel, Baufirmenchef Xaver Neureiter, Bewohnervertreter Stefan Hagen, Harald Promm von der Regierung von Mittelfranken, Herriedens Bürgermeisterin Dorina Jechnerer, Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf, Aufsichtsratsvorsitzender Kurt Unger und Geschäftsführer Dieter Bögelein von der Lebenshilfe, Bezirksrat Herbert Lindörfer und Architekt Harald Domscheit. (Foto: Peter Zumach)
Beim Spatenstich (von links): Bewohnervertreterin Christa Rothgängel, Baufirmenchef Xaver Neureiter, Bewohnervertreter Stefan Hagen, Harald Promm von der Regierung von Mittelfranken, Herriedens Bürgermeisterin Dorina Jechnerer, Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf, Aufsichtsratsvorsitzender Kurt Unger und Geschäftsführer Dieter Bögelein von der Lebenshilfe, Bezirksrat Herbert Lindörfer und Architekt Harald Domscheit. (Foto: Peter Zumach)

Mit wohlgefüllten Taschen ist Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf am Freitag zum Spatenstich für das Gemeinschaftliche Wohnen der Lebenshilfe nach Herrieden gekommen: Im Gepäck hatte sie die Förderzusage des Freistaats, der zu dem mit über 9,44 Millionen Euro veranschlagten Projekt knapp 6,61Millionen Euro beisteuert.

„Wohnen ist ein wichtiges Fundament für Teilhabe und selbstbestimmtes Leben”, erklärte Scharf und betonte, die geplante Wohnanlage sei „mehr als ein Heim” – nämlich auch ein „Ort der Begegnung”. Die Lebenshilfe Ansbach setze damit ein „Zeichen für gelebte Inklusion, Respekt und ein gutes Miteinander”. In diesem Sinn gefalle ihr auch der Titel „Gemeinschaftliches Wohnen” besonders.

Zudem würdigte die Staatsministerin den Standort für das Gemeinschaftliche Wohnen an der Hohenberger Straße in Herrieden als ideal. Hier müssten die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner „nicht am Rand leben, sondern sie sind mittendrin”: Die Wege zur Altstadt sowie zu den Geschäften für den täglichen Bedarf seien kurz. Ebenso lägen Freizeitangebote wie zum Beispiel das Parkbad nicht weit entfernt.

„Inklusion bringt uns näher zusammen”, meinte Scharf und hob hervor, dass sich die Lebenshilfe Ansbach dafür „mit aller Kraft und ganzem Herzen” engagiere: Sie schaffe ein Netz für Menschen mit und ohne Behinderung und gebe damit auch Halt, lobte die Ministerin, die später die in Scheckform gestaltete Förderzusage an Aufsichtsratsvorsitzenden Kurt Unger und Geschäftsführer Dieter Bögelein von der Lebenshilfe übergab.

Zwei Ersatzneubauten für das Gabrielihaus

Dass die Lebenshilfe in Herrieden bereits seit 1983 ein Wohnheim betreibt, rief Aufsichtsratsvorsitzender Unger in Erinnerung. Das Gabrielihaus mit seinen 40 Plätzen am Vogteiplatz sei stets gut belegt, aber in die Jahre gekommen. Jedoch wäre eine Sanierung dieses Gebäudes sehr teuer, denkmalgerecht unmöglich und bei laufendem Betrieb schwierig gewesen. Deshalb hätten sich die Verantwortlichen für zwei Ersatzneubauten mit jeweils 24 Plätzen in Herrieden und in Dinkelsbühl entschieden, wo das erste der beiden Heime seit zwei Jahren „hervorragend läuft”.

Derweil sei die Lebenshilfe Ansbach „in der glücklichen Lage, dass wir keine Personalprobleme haben”, sagte Unger und zeigte sich „zuversichtlich, dass das auch in Zukunft so bleibt”. Denn: „Die Bewohner sind da und das Personal für ihre Betreuung ist uns wichtig.” Dies auch, weil die Finanzierung des Projekts „auf eine Vollbelegung des Heims ausgelegt” sei.

Einen weiteren Beitrag zur Finanzierung des Gemeinschaftlichen Wohnens kündigte Herbert Lindörfer als Vertreter des Bezirkstagspräsidenten an: Diese 940.000 Euro bezeichnete er als vom Bezirk „gut angelegtes Geld”. Danach wünschte er, „dass die Kosten im Rahmen bleiben” und es keine Unfälle auf der Baustelle geben möge.

Nach den Worten von Architekt Harald Domscheit soll das Gemeinschaftliche Wohnen in Herrieden im Oktober 2027 bezugsfertig sein. Das Vorhaben untergliedere sich in zwei Baukörper, um die Betreuungs- und Wohnqualität für die 24 Menschen mit Behinderung zu steigern und um auf deren individuelle Bedürfnisse eingehen zu können. Im eingeschossigen Gebäude im Westen seien acht Wohnplätze vorgesehen, während das zweigeschossige Haus im Osten 16 Plätze sowie Verwaltungs- und Sozialräume für die Beschäftigten beherbergen werde.

Einzel-Appartements mit eigenen Nasszellen

Bei den 24 Wohnplätzen handle es sich ausschließlich um fast 28 Quadratmeter große Einzel-Appartements mit jeweils eigenen Nasszellen. Die Wohnungen würden so ausgerichtet, dass Menschen mit einer zusätzlichen Körperbehinderung ohne Einschränkung darin leben können. Auch eigene Küchenzeilen seien möglich, die Anschlüsse dafür würden gelegt.

Das Gebäude mit einer Nettoraumfläche von 2175 Quadratmetern werde in einer „klassischen, konservativen Bauweise” mit einem hohen Energiestandard gestaltet, sagte der Architekt. Als Materialien nannte er Kalkstein und Beton, die Außenwand erhalte einen Vollwärmeschutz. Derweil sei die Entwässerung im Trennsystem geplant, um die Kläranlage zu entlasten.

Wenngleich die Bauarbeiten für das Gemeinschaftliche Wohnen mit dem symbolischen Spatenstich erst am Freitag offiziell gestartet worden sind, steht das Gebäude für die Energiezentrale bereits. Laut Domscheit wird sie mit drei Wärmepumpen sowie einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Darüber hinaus sehe das Konzept einen großen Pufferspeicher vor, „um die Wärme vom Sommer in den Winter mitzunehmen”.

Jedoch wird diese Anlage nicht nur für die Beheizung des Gemeinschaftlichen Wohnens dienen, sondern auch für den auf dem selben Grundstück geplanten inklusiven Kindergarten. Den Spatenstich zum Bau dieser Einrichtung kündigte Lebenshilfe-Geschäftsführer Bögelein für den kommenden Herbst an.

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