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Veröffentlicht am 27.06.2024 17:43

Zukunftsfragen beim Kulturforum der Sparkasse Ansbach

Anders Indset will Mut machen: Mut, die Zukunftsfragen unserer Gesellschaft tatkräftig anzupacken. Das wurde beim Kulturforum der Sparkasse Ansbach in der Orangerie deutlich.

Im trotz großer Veranstaltungskonkurrenz gut gefüllten Blauen Saal widmete sich der gebürtige Norweger am Donnerstagabend dem Thema „Der Wikinger-Kodex“. Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Werner Frieß griff diesen Faden denn auch gleich in seiner Begrüßung auf und meinte, der Wirtschaftsphilosoph Anders Indset erinnere ihn ein wenig an den schlauen Wikingerjungen Wickie – einen Helden seiner Kindheit.

Aktive Gesellschaft wird gebraucht

Nach Ansicht von Indset leben wir in einer „Optimierungsgesellschaft“, die es schwer macht, „gesund miteinander zu diskutieren“. Bei der Bewältigung der großen Fragen der Gegenwart setzt er auf den technologischen Fortschritt, zum Beispiel von künstlicher Intelligenz. Die „reaktive Gesellschaft“ in Deutschland habe aber vieles „verpennt“.

Stattdessen brauche man eine aktive Gesellschaft: „Ihr seid alle Handlungshelden“, rief er ins Publikum. Der Wirtschaftsphilosoph sieht gute Gründe, optimistisch auf die Welt zu schauen. Nie habe es mehr Wohlstand gegeben und auch viele andere Entwicklungen gehen nach seinen Worten in die richtige Richtung. Um den Wohlstand zu wahren, sei es aber notwendig „früh aufzustehen“ und wieder mehr zu arbeiten.

Diese „neue Leistungskultur“ soll auf Spaß und positivem Denken basieren und tief in Werten verwurzelt sein.

Beim Fliegen die Technologie verbessern

Am Beispiel der Mobilität erläuterte er seinen Ansatz. Fliegen sei gut, weil die dadurch ermöglichten Begegnungen über weite Entfernungen hinweg den Frieden fördern. Daher gehe es nicht darum, das Fliegen zu verbieten, sondern die Technologie zu verbessern.

Bei der Bahn sei verständlich, dass das Streckennetz erneuert werden muss. „Aber muss jede zweite Toilette kaputt sein? Welchen Leistungsanspruch stellen wir an uns?“, fragte er. Bei Ökologie gehe es um Ressourceneffizienz. Beeindruckende Erfolge gebe es unter anderem bei der Leistung von Computern. Künftig rechnet er mit sehr niedrigen Energiekosten wegen der schnellen Entwicklung bei Erneuerbaren Energien. Es gebe nur ein Speicher- und Verteilungsproblem. Durch das Setzen von positiven Anreizen will er eine „enkelfähige Wirtschaft“ schaffen.

In seinem Buch „Der Wikinger-Kodex“ stellt sich Anders Indset die Frage, wieso norwegische Sportler auch außerhalb des Wintersports so erfolgreich sind. Er führt das auf eine bestimmte Grundhaltung zurück, zu der ein gesundes Selbstvertrauen, tägliche „Mikro-Ambitionen“ und die Bereitschaft, etwas für andere zu tun, gehören.

Den Blick nach vorn richten

„Ich liebe die Technologie, aber der größte Hebel für gesellschaftlichen Fortschritt sind die Menschen“, meinte er. Beim Blick in die Zukunft erwartet er, dass vor allem junge Menschen sich in „digitalen Staaten“ zusammenschließen. Daraus ergeben sich Chancen und Herausforderungen bei Gesundheits-, Bildungs- und Finanzfragen.

Bei der Suche nach Lösungen tritt Anders Indset dafür ein, „nicht nach hinten“, also in die Vergangenheit zu schauen, sondern den Blick nach vorn zu richten.

Vorstandsvorsitzender Werner Frieß (links) hieß Anders Indset (rechts) beim Kulturforum der Sparkasse in der Orangerie willkommen. (Foto: Thomas Schaller)
Vorstandsvorsitzender Werner Frieß (links) hieß Anders Indset (rechts) beim Kulturforum der Sparkasse in der Orangerie willkommen. (Foto: Thomas Schaller)
Vorstandsvorsitzender Werner Frieß (links) hieß Anders Indset (rechts) beim Kulturforum der Sparkasse in der Orangerie willkommen. (Foto: Thomas Schaller)

Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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