Am 23. September stellt das Betriebsamt die Schilder für die Vollsperrung der Ortsverbindungsstraße zwischen Untereichenbach und Katterbach auf. Besonders bitter: Die Sanierung der maroden, aber dennoch beliebten Strecke kann erst in zwei Jahren beginnen – so lange bleibt die Straße per „verkehrsrechtlicher Anordnung” dicht.
Für Pendelnde in den Großraum Nürnberg ist die 1,5 Kilometer lange Strecke ein beliebter „Schleichweg”, denn sie bietet einen schnellen Anschluss vom östlichen Stadtgebiet an die Bundesstraße 14, ohne dass man die Ansbacher Innenstadt passieren muss. Auch beim Personal der US-Armee ist die Straße zwischen den Kasernen in Katterbach und der südlichen Housing Area beliebt. Der überörtliche Verkehr nutze diese Strecke ebenfalls gern, so Baureferent Jochen Büschl. Das Ergebnis: Die nur 4,60 Meter breite Straße ist mit über 1000 Fahrzeugen in 24 Stunden relativ stark befahren.
„Wir schaffen es nicht, die Straße bei der Verkehrsdichte verkehrssicher zu halten, erst recht nicht im Herbst und Winter”, begründet Baureferent Büschl die vorgezogene Sperre. Im Begegnungsverkehr seien die Autofahrer und Autofahrerinnen zum Ausweichen ins mit Mineralbeton verdichtete Bankett gezwungen – was dadurch innerhalb kürzester Zeit wieder ausgefahren ist und zu einem Risikofaktor wird. Aus Sicht der Verwaltung ist das nicht mehr zu verantworten.
Mindestens zweimal im Jahr sei das Betriebsamt mit einer Ausbesserungsaktion vor Ort, sagt der Stadtbaumeister – mit einem ziemlich bescheidenen Ergebnis. „Wenn wir hinten fertig sind, können wir eigentlich vorne gleich wieder anfangen”, sagt Michael Hohlheimer, der Chef des Betriebsamtes. Da wird dann halt ein Schild aufgestellt, dass der Seitenstreifen nicht befahrbar ist.
Die Stadtverwaltung sieht deshalb keine andere Möglichkeit, als die Straße dicht zu machen. Nur der Linienbus-Verkehr und der landwirtschaftliche Verkehr können die Strecke dann noch passieren. Und weil die Straßensperre so lange dauert, werden die Sperrschilder nicht einfach provisorisch aufgestellt, sondern fest einbetoniert. Los geht die Aktion bereits am 22. September, dann werden an den Zufahrts-Strecken – zum Beispiel an der Kreuzung an der Eich in Eyb – Vorwegweiser installiert.
Warum dauert es so lange, bis die Arbeiten beginnen können? „Wir haben vor, die Straße auf sechs Meter zu verbreitern, damit ein einwandfreier Begegnungsverkehr funktioniert”, sagt Projektleiterin Angelika Ruis. Dazu müsse jedoch links und rechts ein Geländestreifen zugekauft werden, so Jochen Büschl. Für den Grunderwerb und für wasserrechtliche Klärungen brauche es Zeit.
Und nicht wenig Geld muss die Stadt für die Sanierung auch in die Hand nehmen, weshalb aufgrund der Ebbe in der Stadtkasse frühestens ein Ansatz im Haushalt 2027 möglich ist. Baureferent Büschl rechnet mit Kosten von rund 850.000 Euro. Ziel ist es, die völlig abgefahrene Fahrbahndecke abzufräsen und zu erneuern sowie die Seitenstreifen im Vollausbau herzustellen. Eventuell muss auch der Unterbau erneuert werden. „Dann wird es allerdings wesentlich teurer”, so Büschl.
Mit den Bewohnern von Untereichenbach, die dann zu weiten Umwegen gezwungen sind, habe man im Vorfeld das Gespräch gesucht. „Man sieht ein, dass das gemacht werden muss”, beschreibt der Baureferent die Reaktionen vor Ort.