Alpenflair beim Rothenburger Reiterlesmarkt mit der Gruppe Edelweiß | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 20.12.2024 19:30

Alpenflair beim Rothenburger Reiterlesmarkt mit der Gruppe Edelweiß

Die Alphorngruppe Edelweiß mit (von links) Tobias Nagel, Claudia Reinhardt, Erich Arnet und Joachim Grimm sorgte auf dem Weihnachtsmarkt für Stimmung. (Foto: Simone Hedler)
Die Alphorngruppe Edelweiß mit (von links) Tobias Nagel, Claudia Reinhardt, Erich Arnet und Joachim Grimm sorgte auf dem Weihnachtsmarkt für Stimmung. (Foto: Simone Hedler)
Die Alphorngruppe Edelweiß mit (von links) Tobias Nagel, Claudia Reinhardt, Erich Arnet und Joachim Grimm sorgte auf dem Weihnachtsmarkt für Stimmung. (Foto: Simone Hedler)

„Wenn man auf dem Berg steht und dann das Alphorn spielt, das ist schon das Beste. Das gibt Gänsehaut,“ sagt Joachim Grimm. Zwar liegt der Rothenburger Marktplatz nicht in den Alpen – ein wenig Gänsehaut gab es dennoch, als die Alphorngruppe Edelweiß ein kleines Weihnachtskonzert auf dem Reiterlesmarkt spielte.

Zu viert waren die Musikerinnen und Musiker aus dem Ostalbkreis angereist. Vier Personen, vier große Taschen. Denn so ein Alphorn braucht Platz. Rund 3,50 Meter ist jedes Instrument lang: ein langes, konisches Rohr, das am Ende wie ein Kuhhorn gebogen ist. Mit einem Hohlmeißel wird das Holz ausgehöhlt, bis die Wandstärke vier bis sieben Millimeter beträgt. Verwendet wird das Holz von langsam wachsenden Bäumen.

Mundstück wie beim Blechblasinstrument

„Unsere Instrumente sind zum Beispiel aus Haselfichte“, erklärt Erich Arnet. Rund 400 Jahre waren die Stämme alt, aus denen sie gefertigt sind, mit schmalen und gleichmäßigen Jahresringen. Das sorge für Stabilität, erklärt Arnet.

Trotz – oder vielleicht gerade wegen – seiner einfachen Bauweise ist das Alphorn nicht ganz einfach zu spielen. Es gibt keine Grifflöcher oder Ventile wie zum Beispiel bei der Trompete. Die Tonhöhe wird also allein durch die unterschiedliche Lippenspannung erzeugt. Einziges Hilfsmittel: ein Mundstück, ähnlich dem von Blechblasinstrumenten. Das von Tobias Nagel ist besonders groß. Er ist der Bassist der Gruppe und spielt seit vielen Jahren Tuba, seine Lippen sind also entsprechend trainiert.

Vielseitig unterwegs

„Wenn man bereits ein Blechblasinstrument spielt, lernt man das Alphorn ziemlich schnell“, sagt die Vierte im Bunde, Claudia Reinhardt. Sie hat zur Einschulung eine Trompete bekommen, spielt außerdem schon seit vielen Jahren Jagdhorn und Bassetthorn. „Das Alphorn habe ich gehört, und sofort war mein Interesse geweckt“, erinnert sie sich.

Sie belegte einen Kurs und lernte dabei Erich Arnet kennen. Er wiederum hat es seiner Frau zu verdanken, dass er in diesem Kurs war. Denn sie hatte ihm den Gutschein zum Geburtstag geschenkt. Als Kontakte zu Tobias Nagel und Joachim Grimm entstehen, merken die vier schnell: Es passt. Seitdem spielt die Alphorngruppe Edelweiß nicht nur auf verschiedenen Weihnachtsmärkten, sondern auch auf Hochzeiten, Geburtstagen oder anderen Veranstaltungen.

Seit vier Jahren fester Bestandteil

In Rothenburg sind sie bereits seit vier Jahren fester Bestandteil des musikalischen Reiterlesmarkt-Programms. „Ich habe damals einfach beim Tourismus-Service angerufen“, erzählt Arnet, „weil uns allen dieser Weihnachtsmarkt so gut gefällt.“

Seitdem begeistern sie Einheimische und Auswärtige gleichermaßen mit ihren Alphörnern. Das mag am besonderen Ton des Instruments liegen, der dank der Kombination aus Anblastechnik und Material sehr weich und unverwechselbar ist. Zum anderen fasziniert allein die Größe der Instrumente die Zuschauer. Noch bevor das Konzert beginnt, hat sich eine große Menschenmenge um die vier Musizierenden versammelt, fotografiert, filmt und genießt die Stücke, die größtenteils Schweizer Ursprungs sind.

Beim Weltrekord mit dabei

Denn das Alphorn gilt als Nationalsymbol der Schweiz. Dort wurde in diesem Jahr der Weltrekord für das größte Alphorn-Ensemble geknackt. Auf der Klewenalp am Vierwaldstätter See versammelten sich am 31. August 1006 Alphornbläser und -bläserinnen und musizierten gemeinsam. Vier von ihnen waren Erich Arnet, Claudia Reinhardt, Joachim Grimm und Tobias Nagel. Auch da gab es jede Menge Gänsehaut.

Am Sonntag, 22. Dezember, sind die Alphornbläser erneut auf dem Marktplatz zu hören: um 17 und dann noch einmal um 18 Uhr.

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