Es geht um mindestens 17,5 Millionen Euro, vermutlich eher mehr. So teuer kommt die überfällige Sanierung des Aquella-Schwimmbades. „Ohne Förderung werden wir das nur schwer wuppen können“, sagte Kämmerer Christian Jakobs im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Stadtrates. Das Problem: Die Stadt ist aktuell mit zwei Förderanträgen gescheitert.
Fachleute gehen davon aus, dass öffentliche Schwimmbäder alle 20 bis 30 Jahre komplett saniert werden müssen. So gesehen hat das vor 34 Jahren eröffnete Aquella sein Haltbarkeitsdatum schon lange überschritten. Und das ist deutlich zu spüren: Das Bad hat erhebliche energetische Verluste, und jeden Tag gehen große Wassermengen verloren, weil die Becken nicht mehr dicht sind. Aber auch die Badewasser- und Elektrotechnik muss dringend erneuert werden.
Deshalb hat der Stadtrat bereits im September 2022 mit großer Mehrheit (32 zu fünf Stimmen) beschlossen, die Sanierung des beliebten Freizeitbades anzugehen. Die Stadträte knüpften allerdings eine Bedingung an ihren Beschluss: Es muss eine gesicherte Zuwendung durch Bund oder Freistaat geben.
Um an die staatlichen Fördermittel zu kommen, gewährte der Stadtrat der Bäder und Verkehrs GmbH einen obligatorischen Baukostenzuschuss. Der Betrag von drei Millionen Euro sollte auf die Haushalte 2023 bis 2025 verteilt werden.
Gleichzeitig sollten Anträge für zwei verschiedene Förderprogramme gestellt werden. Zum einen für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SKJ 2022). Hier hoffte die Stadt Ansbach auf 45 Prozent der förderfähigen Kosten, also maximal sechs Millionen Euro.
Zum anderen für ein Programm des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung in Bayern (EFRE) unter dem Titel „Verbesserung der Energieeffizienz und die Reduzierung von Treibhausemissionen in kommunalen Infrastrukturen“. Hier werden die zuwendungsfähigen Kosten mit bis 80 Prozent gefördert, was einem Zuschuss von maximal acht Millionen Euro entspräche.
Fast zeitgleich flatterten der Stadt jetzt zwei Absagen ins Haus. Die Mail aus Berlin informierte, dass das Ansbacher Projekt nicht vom Haushaltsausschuss des Bundestages zur Förderung ausgewählt worden sei.
Zwar fördere das Programm SKJ 2022 insgesamt 178 Projekte mit 476 Millionen Euro, beworben hätten sich jedoch 750 Kommunen mit 990 Projekten und einem Antragsvolumen von 2,7 Milliarden Euro.
Die andere Mail stammte aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr und beinhaltete eine ähnliche Botschaft: Neben vielen anderen Projekten könne auch das Ansbacher Projekt nicht zur Förderung aus dem EFRE-Topf empfohlen werden. Auch hier überstieg die Menge der Bewerber die Möglichkeiten des von EU und Freistaat getragenen Förderprogramms bei weitem: Es gingen 178 Bewerbungen von bayerischen Städten und Gemeinden ein – für ein Fördervolumen von 48 Millionen Euro.
Immerhin, beim Bundesprogramm SKJ 2022 gibt es noch Hoffnung. Im Bundeshaushalt 2023 sind erneut 400 Millionen Euro zur Förderung eingestellt worden. Der überarbeitete Projektaufruf des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen steht aber noch aus. Ansbach wird sich wohl erneut bewerben. Aber selbst wenn man dann zum Zuge kommt, hat man ein Jahr verloren. Eigentlich war der Plan, mit den zwei Jahre dauernden Sanierungsarbeiten 2024 zu beginnen. Daraus wird jetzt wohl nichts.