Der erste Schritt ins Playoff-Halbfinale der 1. Regionalliga Südost war für die Basketballer von hapa Ansbach ein hartes Stück Arbeit. Nicht weniger erwartet sie am Samstag (19.30 Uhr) im zweiten Viertelfinalspiel beim TSV Nördlingen, auch die Stimmung in der Herrmann-Keßler-Halle ist oft explosiv.
Mit 69:64 gewannen die Piranhas ihr Heimspiel gegen die Oberbayern, das noch enger war, als es das Ergebnis ausdrückt. Zur Mitte des dritten Viertels lagen die Ansbacher noch mit fünf Punkten in Rückstand. Erst als bei den Nördlingern die Kräfte nachließen, bekamen sie die Partie besser in den Griff. Während die Gastgeber über die gesamte Spielzeit viel durchgewechselt hatten und auch die Führungsspieler möglichst viele Pausen bekamen, bestritten die Gäste die Begegnung im Wesentlichen mit nur sieben Akteuren. Das zahlte sich am Ende aus.
„Geplant war das so nicht, wir wollten natürlich besser in die Partie starten”, sagt Ansbachs Trainer Nico Probst. „Aber unsere Wurfquoten und die Rebounds waren durchs ganze Spiel nicht gut, aber immerhin konnten wir uns in der zweiten Halbzeit auf unsere Defense verlassen.” Nur 43 Prozent der Freiwürfe (16 von 37), 37 Prozent der Zweipunktwürfe (13/35) und 31 Prozent der Dreierversuche (9/29) fanden ihr Ziel. Und dass Sebastian Schröder, üblicherweise einer der Topscorer bei den Piranhas, „gesundheitlich stark angeschlagen” keinen einzigen Punkt beisteuerte, kam in seiner Ansbacher Zeit auch noch nicht vor.
In die Bresche sprang vor allem Raul Dumnici mit 15 Zählern, für die er allerdings sowohl in Korbnähe (3/10) als auch aus der Distanz (2/7) ebenfalls zu viele Versuche benötigte. Wenigstens hatten die Routiniers David Kurpiela, Bastian Doreth und Kapitän Christian Imberi, die zusammen fünf ihrer neun Dreierwürfe verwandelten, aus der Distanz ausreichend Zielwasser getrunken. Bei den Rebounds hatte Ansbach mit 30 (21 defensiv, 9 offensiv) zu 38 (23/15) das Nachsehen gegenüber den Gästen, bei denen sich hier vor allem Centerhüne Josef Eichler und Flügelspieler Kristian Ortelli (jeweils 10) hervortaten. Für die Piranhas hielt Aufbauspieler Joscha Eckert (7) noch am besten dagegen.
Es gibt also genügend Ansatzpunkte in Spiel zwei. Am wichtigsten ist dem Coach jedoch, sich nicht wieder das langsame Spiel der Nördlinger aufzwingen zu lassen. „Wir haben uns vorgenommen, viel mehr Tempo zu machen, das mögen sie nicht”, gibt Probst die Richtung vor. „Im ersten Spiel war es eher umgekehrt. Klar ist, dass wir den Halbfinaleinzug schon in Nördlingen festmachen und uns nicht auf ein eventuelles Spiel drei einlassen wollen.”
Personell gibt es allerdings noch einige Fragezeichen. Zwar war Schröder diese Woche wieder auf dem Weg der Besserung, dafür sind Nino Neubert und Kapitän Christian Imberi erkältet. Lars Lenke laboriert noch immer an den Nachwirkungen eines Pferdekusses. Ganz sicher fehlt Bastian Doreth, der sich auf seine Funktion als Co-Trainer konzentrieren wird. Joscha Eckert ist dabei, hat an diesem Wochenende mit einem Doppelspieltag der Nürnberg Falcons am Freitag und Sonntag jedoch eine hohe Belastung.