Mit stehenden Ovationen hat das Hamburger Publikum das Theater Ansbach gefeiert. Es war mit der „Dreigroschenoper“ als eines von zwölf Häusern zu den Privattheatertagen eingeladen.
In seiner Begrüßung begründete Jury-Mitglied Sewan Latchinian, warum das Ansbacher Theater für den alljährlichen Wettbewerb um den Monica-Bleibtreu-Preis nominiert wurde.
Das jüngste Stadttheater in der Bundesrepublik leiste seit langem mit wenigen finanziellen Mitteln sehr viel. „Aber es ist noch nicht stabil“, erinnerte er an die schwierige finanzielle Lage. Es sei ein besonderes Wagnis, mit einem sehr engen Budget das Stück von Bertolt Brecht und Kurt Weill auf die Bühne zu bringen. Dies war im wahrsten Sinn des Wortes eine Aufführung „mit drei Groschen“, sagte der künstlerische Leiter der Hamburger Kammerspiele.
Die Inszenierung sei Axel Krauße hervorragend gelungen. „Das Bühnenbild ist aus Pappe“, zitierte Latchinian die Premierenkritik der FLZ. „Die Inszenierung ist es keineswegs.“ Sie zeige sehr klar die erschreckende Aktualität des 1928 uraufgeführten Stücks, so der Theatermacher. Er habe noch keine Aufführung des vielgespielten Werks gesehen, in dem dessen Zeitlosigkeit so deutlich werde, meinte Latchinian, der die Produktion in Ansbach besucht und für die Nominierung empfohlen hatte.
Das Harburger Theater, das knapp 400 Plätze hat, war seit Tagen ausverkauft, es wurden sogar noch kurzfristig Stehplätze nach der letzten Reihe zugelassen. Die Besucher reagierten begeistert während der Vorstellung, berichteten mehrere Anwesende.
Ab dem ersten Song gab es häufig Szenenapplaus, am Ende langen Beifall, Bravorufe und stehende Ovationen. „Sie waren wirklich aus dem Häuschen“, sagte Axel Krauße überrascht. Der Applaus habe fast zehn Minuten gedauert.
Auch die Veranstalter der Privattheatertage feiern das Ansbacher Gastspiele. Es sei ein „fulminanter Abend” gewesen, so die Privattheater via Instagramm: „Danke! Es war uns ein Fest. .