Warm wurde es den vielen Nachtschwärmern am Freitag trotz unangenehm kalter Temperaturen bei der 24. Ansbacher Kneipenjagd. Während das Wetter den Veranstaltern einige Besucher kostete, war die Stimmung ungebrochen gut, heizten doch 17 Bands Herzen und Gliedmaßen wieder auf. In einer Bildergalerie zeigen wir die dazugehörigen Bilder des Abends.
Die Drinks passten zum wechselhaften Wetter des Aprils: Während man draußen vor dem Freiraum an der Riviera Cocktails schlürfen konnte, gab es vor dem Rosenbad einen Glühwein zum Aufwärmen. „Schön, wenn man beides haben kann“, meint eine junge Frau.
„Betrüblich“ waren die vier Grad Temperatur und vereinzelten Schauer aber für die Veranstalter. „Das hat uns vermutlich 500 bis 600 Besucher gekostet“, erklärt Florian Brendel, Geschäftsführer der Kammerspiele-Events, die die Kneipenjagd veranstalten. Zwischen 2500 und 3000 Tickets gingen weg, die Abrechnung der letzten Vorverkaufsstelle steht noch aus. Im Vorjahr waren es mehr als 3000 Tickets.
Wäre das Wetter besser gewesen, hätte man die Zahl gehalten, ist sich Brendel sicher und daher trotz allem positiv gestimmt: „Die Stimmung war super.“ Die Mischung aus bewährten und neuen Musikacts habe ihr Ziel erfüllt. Alle kamen auf ihre Kosten: Ob bei einem Ausruf mediterraner Lebensfreude – „Che bello“ – im Café Klatsch, Schunkeln zu „Fürstenfeld“ inmitten der urigen Einrichtung von Eugens Weinstube oder wummernder Elektromusik im Prinzregent. Auch in neuer Besetzung füllten „Jacknife Beat“ mit ihren Rock-Klassikern das Tam Tam.
„Schön war, dass der Bus wieder den Martin-Luther-Platz anfahren konnte“, berichtet Brendel. Die meisten Gäste wollten von dort ihre Tour starten. Untermalt von Gesangseinlagen heiterer Mitfahrer lernte man in den vollen Bussen die anderen Besucher kennen.
Keinen Einsatz im Zusammenhang mit der Kneipenjagd verzeichnet die Ansbacher Polizei. Das sei bei einer Veranstaltung dieser Dimension beachtlich. „Das spricht auch für unser Publikum“, sagt Brendel. Man sei bedacht darauf, dass die Kneipenjagd friedlich verläuft. Über 35 Köpfe zählt das Security-Team.
Zu später Stunde waren die Aftershow-Lokalitäten dann überfüllt. Ins Café Prinzregent quetschten sich eher junge Leute, die zu elektronischer Musik weiter feiern wollten. Dass es seit längerem keine Diskothek mit Öffnungszeiten bis in den Morgen in Ansbach gibt, macht sich bemerkbar. „Es fehlt noch eine Lokalität, die länger aufmacht“, sagt Flo Brendel. Fürs nächstes Jahr suche man nach einer Lösung.
In den Kammerspielen, vor denen gegen 2 Uhr etwa hundert Menschen warteten, gab es wieder einen Einlass-Stopp. Hier hatte erst Dr. Umwuchts Tanzpalast den Saal zum Beben gebracht, bis dann ab 1 Uhr die Band Orange Trommeln, Stimmen und elektronische Töne zu ihrem eigenen mystischen Sound verschmelzen ließ. Hier fanden sich Jung und Alt zusammen.
Das Konzept der Kneipenjagd, sowohl Partybands anzubieten, als auch Geld für Musiker mit eigenem künstlerischen Anspruch in die Hand zu nehmen, zahlt sich aus. „Deswegen gibt's das auch seit 24 Jahren“, meint Brendel nicht ohne etwas Stolz in der Stimme.