Ansbach und seine Gastronomie – ein Thema, das immer wieder für Diskussionen sorgt. In den Gesprächen tauchen eigentlich immer zwei Namen von Gastwirtschaften auf, die seit langem geschlossen sind: Wie steht es um die Altdeutsche Bierstube und das Gasthaus Zum Kronacher?
Die Altdeutsche Bierstube ist schon an die 15 Jahre geschlossen, der Kronacher hat im Oktober 2023 zugesperrt. Beides waren Gastwirtschaften, deren gutbürgerliche Küche einen hervorragenden Ruf genoss.
Beide Immobilien verwaltet die Beil Immobiliendienstleistungsgesellschaft in Ansbach. Diese gehört zusammen mit dem Bauunternehmen und der Bauträgerfirma, die beide in Neuendettelsau sitzen, zur Beil-Gruppe. Alles in allem beschäftigt die Gruppe 120 Menschen.
„Wir finden einfach keinen Betreiber”, bringt Seniorchef Dieter Beil die Situation auf den Punkt. Für ihn steht fest, dass in beiden Gastwirtschaften entweder deutsche oder italienische Küche angeboten werden soll. Beil: „Wir hatten schon mehrfach Anfragen für asiatische Lokale, aber das passt einfach nicht.” Gerade in der Altdeutschen mit den schweren Holzvertäfelungen würde das schon optisch kaum in Einklang zu bringen sein.
Bevor er auf eine Lösung setzt, mit der er nicht zufrieden ist, lässt Beil die beiden Immobilien lieber leer stehen, in der Hoffnung, dass sich doch jemand findet. So wie es beim Kronacher mit Renate und Richard Osterritter damals gelungen ist. Da hat der Kontakt zu einer Brauerei geholfen, berichtet Beil. Das könne durchaus wieder gelingen, weshalb er die Brauereien in der Region weiterhin im Boot hält, auch wenn die Verpachtung der beiden Lokale nicht die oberste Priorität in seiner Arbeit hat.
Die Altdeutsche Bierstube hat im Gastraum rund 40 und im Nebenzimmer 20 Sitzplätze, der Saal im Obergeschoss bietet Platz für weitere 50 Personen und bei schönem Wetter ist eine Außenbestuhlung mit rund 20 Plätzen möglich. Der Kronacher hat im Gastraum 40 und im Nebenraum 15 Sitzplätze sowie im Außenbereich ebenfalls 20 Plätze. Das ist ein Gastro-Angebot, das den Einheimischen in der Stadt fehlt. Aber natürlich macht es sich ganz besonders bei Festivitäten wie der Bachwoche bemerkbar. Dann häufen sich Klagen über ein zu geringes Angebot im Altstadtbereich – vor allem mit fränkischer Küche.
In beiden Fällen gibt es Wohnungen, die potenzielle Pächter mit mieten können. Bei der Altdeutschen ist eine Trennung nicht ganz so einfach, beim Kronacher ist die Wohnung inzwischen separat vermietet. Beil zeigt sich hier aber offen für Lösungen aller Art.
„Wir haben gerade die Altdeutsche Bierstube immer wieder zum Selbstkostenpreis angeboten, aber es hat sich einfach nichts getan”, blickt der Immobilienfachmann zurück. Wenn demnächst Bauarbeiter anrücken und sich im Walch-Bräu-Komplex an der Schalkhäuser Straße zu schaffen machen, hat das nichts mit der Altdeutschen Bierstube zu tun. Die Tiefgarage muss nach 30 Jahren – so lange ist es der Umbau schon wieder her – saniert werden. Das Streusalz hat dem Gemäuer zugesetzt. Die Arbeiten werden sich etwa ein Jahr hinziehen, schätzt Dieter Beil.
Gerüchteweise geisterte durch die Stadt, das benachbarte Gymnasium Carolinum, würde in den Saal der Altdeutschen Bierstube einziehen. Die Schülerzahlen steigen und der Platz im Schulhaus wird tatsächlich knapp, deshalb sei dies als Option geprüft worden, erklärt Dieter Beil. Doch es habe sich gezeigt, dass das nicht funktioniert.
Die Beil-Gruppe hat in Ansbach in den vergangenen Jahrzehnten eine ganze Reihe an großen Projekten realisiert. Neben der Walch-Bräu ist vielen noch gut im Gedächtnis, dass das Unternehmen auch das Hürner-Areal bebaut hat. Aber auch in der Nürnberger Straße, auf dem einstigen Telekom-Gelände, in der Karolinenstraße oder am Triesdorfer Berg hat das Unternehmen Wohnraum geschaffen. In der Regel kauft das Unternehmen ein Grundstück, entwickelt ein Projekt und verkauft anschließend die Wohnungen. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen an Immobilien, die im Unternehmen verbleiben.