Ansbachs Partnerschaft mit Fermo in Italien: Ein Jubiläum mit Feiern und Graffiti | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 13.01.2026 08:35

Ansbachs Partnerschaft mit Fermo in Italien: Ein Jubiläum mit Feiern und Graffiti

Der Wunsch nach einer italienischen Partnerstadt ist in Ansbach lange spürbar gewesen. 2006 erfüllte er sich mit Fermo in der Region Marken, ganz nahe an der Adriaküste. Ab Ende dieser Woche feiern die Freundinnen und Freunde das 20-jährige Bestehen in Ansbach. Was enthält das deutsch-italienische Jubiläumsprogramm?

Erste Kontakte mit dem mittelalterlich geprägten Fermo gab es schon im Jahr 2005, wie die Stadt Ansbach selbst erinnert. Der damalige Oberbürgermeister Ralf Felber schwärmte im März 2006 im Stadtrat von seinem Besuch in der künftigen Partnerstadt.

OB schwärmte von den Menschen und der Landschaft

Der Italien-Freund ging darauf ein, wie freundlich die Menschen seien und wie schön die Landschaft sei, aber auch darauf, wie begeistert die Italienerinnen und Italiener vom Ansbacher Angebot auf der Messe „Tipicità“ gewesen seien. „Ich sage Ihnen, Sauerkraut ist bei den Italienern der Renner”, betonte er.

Seinerzeit entschied sich der Stadtrat einstimmig für Ansbachs dritte Städtepartnerschaft nach Bay City in den USA (seit 1961) und Anglet in Frankreich (1968). OB Ralf Felber und der damalige Bürgermeister Saturnino Di Ruscio besiegelten die Partnerschaft am 15. Juni 2006. Dazu war nach Angaben der Stadt Ansbach eine Gruppe von 120 Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kommune nach Fermo gereist.

Ziel der Partnerschaft zwischen den beiden Städten sei es, unter anderem die europäische Identität zu stärken und anhand gemeinsamer Projekte in den Bereichen Schule, Hochschule, Kultur und Tourismus die partnerschaftlichen Beziehungen zu festigen.

Auf den beiden Seiten gründeten sich Vereine

Seit Juli 2006 wirkt in Ansbach der Verein der Freunde von Fermo und Umgebung, wie die Kommune informiert. Derzeit steht ihm Julia Borowsky vor; ihre Stellvertreterinnen sind Petra Müller und Jutta Trapp.

Auf italienischer Seite hat Francesco Gismondi die Fäden in der Hand, was die Partnerschaft betrifft. Er steht dem dortigen Schwesterverein Amici di Ansbach vor. Dieser Partnerschaftsverein in Fermo gründete sich ein Jahr später.

Eine Reisegruppe rund um einen „Presidente”

In einer außerordentlichen, festlichen Sitzung des Ansbacher Stadtrats am Freitag, 16. Januar, um 17.30 Uhr in der Karlshalle feiern die Beteiligten nun das 20-jährige Bestehen der Freundschaft. Dabei geht es auch darum, den Partnerschaftsvertrag zu erneuern. Anschließend ist ein Freundschaftsabend mit einem Auftritt des Heimatvereins Ansbach anberaumt.

Zu den Feierlichkeiten kommt eine Reisegruppe rund um „Presidente” Francesco Gismondi nach Ansbach, wie Anne Ziegler vom Geschäftsbereich Oberbürgermeister erklärt. Insgesamt seien es elf Personen aus der Kommune mit ihren knapp 36.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Reisegruppe komme am Donnerstag an und reise am Montag wieder ab.

Die Graffiti-Wand und ein Gitarrenkonzert

Am Freitag schon um 15.15 Uhr weihen die Freundinnen und Freunde die neue Fermo-Graffiti-Wand an der Hauswand des HSG-Schießhauses (Brauhausstraße 9) offiziell ein. Hinter der HSG verbirgt sich die Königlich privilegierte Hauptschützengesellschaft 1462 Ansbach. „Das Graffiti-Kunstwerk wurde im Sommer von Paolo Bazzani aus Fermo in Kooperation mit Marco Holzinger gestaltet”, teilt Anne Ziegler mit.

Ein Städtepartnerschafts-Gottesdienst mit italienischer Gitarren-Darbietung findet um 16 Uhr in der katholischen Kirche St. Ludwig statt. Der Gitarrist Giordano Moriconi gibt gemäß Anne Zieglers Worten im Anschluss an den Gottesdienst ein kurzes Konzert. Am Samstag sei ein Ausflug nach Regensburg sowie die Teilnahme an einem Vereinsabend des Vereins der Freunde von Fermo vorgesehen.

Der Gegenbesuch ist für den April geplant

Am Sonntag besuche die Delegation den städtischen Neujahrsempfang und voraussichtlich das Museum Retti-Palais. „Für die Feierlichkeiten reist zudem von Donnerstag bis Samstag eine vierköpfige Delegation aus Anglet rund um die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Dumortier an”, legt die Stadtvertreterin dar. Die Öffentlichkeit sei zur Graffiti-Präsentation, zum Gottesdienst und zur Stadtratssitzung einladen.

Für den 11. April sind dann laut Anne Zieglers Angaben die Feierlichkeiten in Fermo geplant. Der Verein der Freunde von Fermo und Umgebung bietet in Kooperation mit der Stadt Ansbach eine Reise in die Partnerstadt an. Sie dauert von 8. bis 14. April, ist aber bereits ausgebucht.

Wegen der regen Nachfrage legte der Partnerschaftsverein eine Warteliste an, die allerdings auch schon gut gefüllt ist. Darüber informiert die Vorsitzende Julia Borowsky.

Die Partnerkommune Fermo ist eine Stadt mit viel historischer Bausubstanz. (Foto: Stefano Luciani)
Die Partnerkommune Fermo ist eine Stadt mit viel historischer Bausubstanz. (Foto: Stefano Luciani)
Die Partnerkommune Fermo ist eine Stadt mit viel historischer Bausubstanz. (Foto: Stefano Luciani)
Bei einem Besuch in Ansbach im Juli gesellte sich der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Fermo, Francesco Gismondi (2. von rechts), zu einer italienischen Tanz- und Musikgruppe. (Archivbild: Oliver Herbst)
Bei einem Besuch in Ansbach im Juli gesellte sich der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Fermo, Francesco Gismondi (2. von rechts), zu einer italienischen Tanz- und Musikgruppe. (Archivbild: Oliver Herbst)
Bei einem Besuch in Ansbach im Juli gesellte sich der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Fermo, Francesco Gismondi (2. von rechts), zu einer italienischen Tanz- und Musikgruppe. (Archivbild: Oliver Herbst)
north