Mitten im antarktischen Winter und bei Temperaturen von bis zu minus 43 Grad Celsius ist einem australischen Spezialteam eine außergewöhnliche Rettungsmission gelungen: Die medizinische Evakuierung eines US-Forschers aus der Antarktis sei unter extremen Bedingungen erfolgreich abgeschlossen worden, berichtete der Sender ABC unter Berufung auf das australische Luftfahrtunternehmen Skytraders.
Der Airbus A319 mit dem Rufnamen „Snowbird 1“ war demnach nach einem dringenden Hilfeersuchen Ende Juli von Hobart im australischen Bundesstaat Tasmanien gestartet, um den Patienten auszufliegen. Um welche Art von medizinischem Notfall es sich handelte, wurde nicht bekannt.
Ein erster Versuch hatte zuvor wegen schlechten Wetters verschoben werden müssen. Schließlich nutzte die Crew ein schmales Wetterfenster und landete nach rund fünfeinhalb Stunden Flug in völliger Dunkelheit auf der US-Forschungsstation McMurdo.
Nach der Übernahme des Patienten flog die Maschine noch am selben Tag weiter nach Christchurch in Neuseeland, wo der Wissenschaftler in ein Krankenhaus gebracht wurde. Nach Angaben der US National Science Foundation befand er sich in ernstem Zustand.
„Jeder Antarktis-Einsatz verlangt höchste Präzision, doch Flüge im Winter sind noch einmal deutlich komplexer“, erklärte Pilot Al Wallach. Die Bedingungen hätten sich „an der Grenze dessen bewegt, was selbst mit hochspezialisierten Flugzeugen möglich ist“. Entscheidend für den Erfolg seien jahrelange Vorbereitung und die enge Zusammenarbeit von Piloten, Meteorologen, Einsatzplanern, Bodenpersonal und Medizinern gewesen.
Das Australian Antarctic Program nutzt denselben Airbus normalerweise für Versorgungsflüge zwischen Hobart und dem Wilkins-Flugfeld in der Antarktis. Während des antarktischen Winters ruht der reguläre Flugbetrieb dort jedoch wegen der extremen Wetterbedingungen. Rettungsflüge zu dieser Jahreszeit gelten deshalb als sehr selten und sind überhaupt nur bei einem sehr kurzen günstigen Wetterfenster möglich.
Die McMurdo-Station ist die größte Forschungsbasis der Antarktis und beherbergt im Sommer mehr als 1.000 Menschen. Während des langen Polarwinters bleibt nur eine kleine Besatzung zurück – abgeschnitten von der Außenwelt und oft über Monate ohne reguläre Flugverbindungen.
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