Unter dem Motto „Ansbach hereinspaziert“ wurde das 1275. Stadtjubiläum im Rahmen des Altstadtfests gefeiert: 18 Künstler waren am Spätnachmittag des Fronleichnamstags in der Innenstadt unterwegs und erfreuten die Besucher mit Jonglage, Akrobatik und Clownerie sowie mit Drehorgeln.
Bei der Eröffnung der Feierlichkeit erläuterte Oberbürgermeister Thomas Deffner am Martin-Luther-Platz, warum Ansbach vor zwei Jahren das 800. Jubiläum als Stadt begangen hat und nun die indirekte Ersterwähnung vor 1275 Jahren feiert: In einem Schreiben vom 1. Mai 748 dankte Papst Zacharias 13 namentlich genannten Männern, darunter an sechster Stelle einem Gundpertus, für die bereits erfolgte oder in Aussicht gestellte Gründung eines Klosters. In der Ansbacher Heimatforschung hat erstmals Dr. Adolf Bayer im Jahr 1937 dieses päpstliche Schreiben mit den Anfängen des Gumbertus-Klosters in Verbindung gebracht.
In der Folge wurde in Historikerkreisen sehr lebhaft darüber diskutiert, ob dieser Gundpertus mit dem Ansbacher Gumbertus gleichzusetzen ist. Das Reichsinstitut für ältere deutsche Geschichtskunde urteilte 1948: „Wenn dieses ‘Sicher’ nur dem ‘Vielleicht’ nicht widerspricht, wenn also der Ablauf des Geschehens nicht ins Gegenteil verkehrt wird, so mag der Historiker sich bescheiden und diese Sphäre lassen, was ihr gebührt.“
Thomas Deffner betonte, dass sich das Schreiben aus dem Jahr 748 auf die Gründung Ansbachs bezieht. Anders sehe es mit der Urkunde von 1221 aus, die der Anlass für die Feier vor zwei Jahren war. In diesem Dokument wird erstmals die Ansiedlung Onoldsbach als Stadt bezeichnet. Das war der zweite wichtige Markstein in der Ansbacher Geschichte, so der Oberbürgermeister. „Wir sind eine reizvolle Stadt“, so sein Urteil, „und deswegen können wir zwei Mal feiern“.
Mit dem Zirkustag im Rahmen des Altstadtfestes begannen die Feierlichkeiten zum 1275-jährigen Stadtbestehen. Fortgesetzt werde der Veranstaltungsreigen, wie der Oberbürgermeister ankündigte, durch die speziellen „Jubiläumstadtführungen“ am Samstag, 10. Juni, am 8. Juli, am 5. August und am 30. September. Start ist jeweils um 15 Uhr am Anscavallo. Mit geführten Radtouren am 14., 21. und 28. Juni sowie am 5. Juli werden die vier Ansbacher Wasserläufe Onoldsbach, Dombach, Hennenbach und Rezat erkundet. Start ist ebenfalls am Anscavallo um 18 Uhr.
Im Herbst werde zum Abschluss des Jubiläums die Ansbach-Symphonie noch einmal aufgeführt, kündigte Deffner an.