Bachwoche: Gli Angeli Genève im Münster Heilsbronn | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 06.08.2025 11:39

Bachwoche: Gli Angeli Genève im Münster Heilsbronn

Lotete die Texte von Bach-Kantaten aus: der Bariton Stephan MacLeod mit seinem Ensemble Gli Angeli Genève. (Foto: Jim Albright)
Lotete die Texte von Bach-Kantaten aus: der Bariton Stephan MacLeod mit seinem Ensemble Gli Angeli Genève. (Foto: Jim Albright)
Lotete die Texte von Bach-Kantaten aus: der Bariton Stephan MacLeod mit seinem Ensemble Gli Angeli Genève. (Foto: Jim Albright)

Bei großen Festivals der Alte-Musik-Szene sind sie regelmäßig zu Gast, jetzt waren Gli Angeli Genève zum ersten Mal bei der Bachwoche zu hören. Das Genfer Vokal- und Instrumentalensemble, das Stephan MacLeod leitet, gilt auch als Spezialist für Bachs Kantatenwerk. Diesem Ruf wurde es im Münster am Dienstag mehr als gerecht.

Mit einem gesungenen Gebet begannen die „Engel aus Genf“ ihr Konzert. „Hear my Prayer, o Lord“ von Henry Purcell hatten sie dafür ausgewählt. In der achtstimmigen A-cappella-Besetzung, hatte das etwas schwebend Überirdisches.

Im Zentrum der beiden Konzerte, am Nachmittag folgte eine Wiederholung des Programms, standen drei Kantaten Johann Sebastian Bachs. Zunächst die Solokantate „Ich habe genug“ BWV 82 für Bass und Orchester. Stephan MacLeod, der das Ensemble 2005 gegründet hatte und bis heute auch leitet, trat hier als Bass-Solist in den Vordergrund, gab gleichzeitig sehr dezente Dirigierhinweise an sein Ensemble.

Mit seinem angenehm warmen Timbre und einer sehr klaren Artikulation tauchte MacLeod tief in Details des Werkes ein, lotete die unterschiedlichen Textebenen aus und übertrug sie in vokale Bilder. Ausdrucksstark und berührend. In ähnlicher Weise konnte man das auch bei den anderen Kantaten „Der Friede sei mit dir“, BWV 158, und „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“, BWV 56, erleben.

Mit Schwung und Präzision

Mit flottem Schwung machte sich auch das Orchester an die Arbeit. Das erweckte einen frischen Tonfall, überaus präzise im Zusammenspiel und aufmerksam dem Solisten gegenüber.

Das Programm präsentierte auch die „Sterb-Aria“ von Johann Christoph Bach, einem weiteren Vertreter der großen Bach-Familie, den Johann Sebastian geschätzt hatte. Empathisch und intensiv interpretiert vom musikalischen Leiter selbst.

Auf höchster Ebene präsentierten sich auch die drei Sängerinnen und fünf Sänger des Vokalensembles, zu denen auch Stephan MacLeod zählte. Filigran und mit kristallklarer Stimmführung interpretierten sie etwa den Choral in Bachs Kantate BWV 56 oder auch als a cappella Antonio Lottis „Cruzifixus“. Da passte einfach alles, was das begeisterte Publikum am Ende auch deutlich hören ließ.

Dem gut einstündigen Konzert ließ das Vokaloktett noch eine besonders anrührende Zugabe folgen, Fanny Mendelssohns „Schilflied“, nach einem Text von Nikolaus Lenau.


Von ELKE WALTER
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