Der Tagesordnungspunkt 2 war es wohl, der einen Schwung Besucherinnen und Besucher in die Sitzung des Marktgemeinderats Weidenbach zog. Es ging um das Baugebiet Schellenkreuz. Genauer: Der Verkaufspreis sollte festgelegt werden.
Bevor es spannend wurde, erst eine Formalie: Erschließung und Vermessung sind abgeschlossen, also steht nun die Widmung der Straßen und öffentlichen Flächen im neuen Baugebiet an. Der Rat beschloss dies einstimmig. Der Bereich im Norden des Ortes bietet Platz für 24 Ein- und vier Mehrfamilienhäuser und ist seit Dezember fertig erschlossen.
Bürgermeister Willi Albrecht (Freie Wählergemeinschaft/Weidenbacher Liste) präsentierte dann eine Folie mit der Preiskalkulation. Nicht nur die Zuhörenden sahen gespannt auf den Preis, der unten rechts in der Ecke stand. Auch die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sahen diese Tabelle zum ersten Mal.
Willi Albrecht, auf Nachfrage von Roberto Kurth (FWG/Weidenbacher Liste): „Das ist mit heißer Nadel gestrickt.” Die Verwaltung selbst hatte den Vorschlag erst wenige Stunden vor der Sitzung bekommen. Deshalb hat sich das Gremium den Vorschlag nicht – wie sonst üblich – bereits im Voraus ansehen können. Albrecht begründete: „Mir war es wichtig, dass es rechtssicher ist.” Deshalb wollte er alle Schlussrechnungen abwarten, die letzte sei erst in der vorausgegangenen Woche im Rathaus eingetroffen.
Jetzt aber zur spannenden Information: Am Ende der Kalkulation steht die Zahl 137,62 Euro. Der Verwaltungsvorschlag sieht einen Verkaufspreis von 140 Euro pro Quadratmeter vor. Durch die Aufrundung entsteht ein kleiner Puffer für die Kommune. Beinhaltet sind im Preis bereits die Verbesserungsbeiträge für den aktuell laufenden Kläranlagenbau sowie die Beiträge für Kanal und Wasser (zusammen rund 11 Euro).
Albrecht stellte den Betrag zur Diskussion. Sollen diese Beiträge direkt eingepreist oder lieber später extra erhoben werden? Soll der Preis für die Mehrfamilienhäuser höher sein, als der bei den Grundstücken für Einfamilienhäuser? Christian Höger und Heidi Ebersberger (beide FWG/Weidenbacher Liste) sprachen sich dafür aus, die Kosten gleich einzurechnen. „Das schafft Planungs- und Finanzierungssicherheit für den Bauherren”, so Ebersberger.
Rainer Tiefel (Bürgerliste) empfand das eingeplante Polster als zu gering. Högner hielt dagegen: „Mit dem Puffer kommen wir gut hin.” Wichtig sei es doch, dass die Kommune wieder bezahlbaren Wohnraum anbieten könne.
Das Gremium war sich bei dem Preis für die Einfamilienhäuser recht schnell einig. Einstimmig legten die Mitglieder den Quadratmeterpreis auf die vorgeschlagenen 140 Euro pro Quadratmeter fest.
Doch was passiert mit den Grundstücken für Mehrfamilienhäuser? Ralf Schmidt (FWG/Weidenbacher Liste) sprach sich dafür aus, zwischen den Ein- und Mehrfamilienhäusern zu differenzieren. Der Rathauschef meinte: „Ich würde den gleichen Preis machen.” Auch Ulrike Meier (Bürgerliste) würde bei 140 Euro bleiben, um folglich bezahlbare Mieten für Familien zu erzielen.
Danach wurde es immer wieder schwammig. Högner, Kurth und Tiefel versuchten auszudrücken, dass noch Dinge ausstehen. Man wisse ja noch nicht, wer dort bauen möchte. Eine Genossenschaft womöglich? Über dieses Thema hat das Gremium schon einmal in nicht öffentlicher Sitzung gesprochen. Deshalb taten sich viele schwer, eine Aussage zu treffen, ohne zu viel zu verraten.
Bernd Schübel (FWG/Weidenbacher Liste) stellte dann den Antrag, dass dieses Thema in der nächsten nicht öffentlichen Sitzung vorberaten werden sollte. Gegen vier Stimmen war der Antrag erfolgreich. „Also vertagen wir es”, fasste Albrecht zusammen.