Beim Grüngut soll in Gebsattel ab sofort genauer hingeschaut werden | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 03.03.2026 17:13

Beim Grüngut soll in Gebsattel ab sofort genauer hingeschaut werden

Die Grüngut-Annahme verursacht in der Gemeinde Gebsattel steigende Kosten. Im Gemeinderat wurde jetzt über das Thema informiert. (Symbolbild: Irmeli Pohl)
Die Grüngut-Annahme verursacht in der Gemeinde Gebsattel steigende Kosten. Im Gemeinderat wurde jetzt über das Thema informiert. (Symbolbild: Irmeli Pohl)
Die Grüngut-Annahme verursacht in der Gemeinde Gebsattel steigende Kosten. Im Gemeinderat wurde jetzt über das Thema informiert. (Symbolbild: Irmeli Pohl)

Umfangreich diskutiert wurde im Gebsattler Gemeinderat über die Grüngutannahme. So sei im Rahmen der örtlichen Rechnungsprüfung ein deutlicher Kostenanstieg bei der Verwertung und Entsorgung des Materials festgestellt worden, teilte Bürgermeisterin Elisabeth Stammler mit.

Die angelieferten Mengen stiegen von 118 Tonnen im Jahr 2021 auf 195 Tonnen im Jahr 2024 an. Im vergangenen Jahr waren diese mit 159 Tonnen zwar wieder rückläufig, dennoch blieb die Kostenentwicklung entsprechend hoch. So belastete die Grüngutentsorgung den Verwaltungshaushalt im Jahr 2024 mit 15.140 Euro, im vergangenen Jahr waren es noch 12.700 Euro.

Die Grüngutannahmestelle in Gebsattel ist zu festgelegten Zeiten öffentlich zugänglich. Eine Kontrolle der anliefernden Personen findet bislang nicht statt. Ebenso gibt es keine Überprüfung, ob ausschließlich Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde dort Grüngut anliefern. Aufgrund fehlender Zugangskontrollen oder eines Nachweissystems ist eine verursachergerechte Zuordnung der angelieferten Mengen nicht möglich. Die Entsorgungskosten trägt die Gemeinde jedoch vollständig, so der weitere Wortlaut der Vorlage.

Mehrheit gegen Gebührenpflicht

Vor diesem Hintergrund sei zu überlegen, ob eine Anpassung der Öffnungszeiten erforderlich sei und ob zur teilweisen Kostendeckung die Einführung einer Gebühr für die Grüngutabgabe in Betracht komme, erklärte Bürgermeisterin Stammler. Aus dem Gremium wurde deutlich gemacht, dass die Nutzung der Annahmestelle durch Auswärtige nicht akzeptabel sei.

Einschränkungen für die eigenen Bürgerinnen und Bürger oder die Einführung einer Gebühr lehnte die Mehrheit jedoch ab. Eine Gebührenerhebung würde zudem zusätzliches Personal erfordern. Stattdessen wurde vorgeschlagen, die Bevölkerung über den Gemeindebrief zu sensibilisieren und zugleich auf alternative Möglichkeiten wie Häckseln und Mulchen hinzuweisen, die den Gartenboden schützen. Grundsätzlich herrschte Einigkeit darüber, keine Änderungen vorzunehmen und Auswärtige bei Bedarf direkt anzusprechen.

Auch Ratsmitglieder in die Pflicht genommen

Bürgermeisterin Stammler nahm in diesem Zusammenhang auch die Gemeinderäte in die Pflicht, zu den Öffnungszeiten stichprobenartig vor Ort zu sein und zu kontrollieren, dass die Abgabestelle ausschließlich von Gebsatteler Bürgerinnen und Bürgern genutzt wird. „Es ist ein Service nur für unsere Bürger“, betonte sie. Auch der Einsatz einer Überwachungskamera wurde kurz diskutiert, jedoch aufgrund der strengen rechtlichen Vorgaben, insbesondere im Hinblick auf den Datenschutz, kritisch gesehen. Abschließend einigte sich das Gremium auf regelmäßige Stichprobenkontrollen sowie eine ausführliche Information der Bevölkerung im Gemeindebrief.

Einstimmig abgesegnet wurden der Dachstuhlabbruch sowie die Aufstockung eines Bestandsgebäudes im Gemeindeteil Kirnberg. Es ging auch um den Stand des Konzepts zur weiteren Innenentwicklung des kleinen Dorfs. Das Projekt werde unter anderem eine Fragebogenaktion mit anschließender Auswertung zu den Themen Eigentumsverhältnisse, Leerstände und Baulücken umfassen, teilte Bürgermeisterin Elisabeth Stammler mit. Die Fragebögen seien inzwischen von der Gemeinde versandt worden. Mit ersten Ergebnissen könne bis Ende März gerechnet werden, so die Rathauschefin.

Ein weiteres Thema war das Starkregenereignis im Ortsteil Wildenhof. Das hierzu erarbeitete Konzept zum Wasserrückhalt ist inzwischen fertiggestellt, der entsprechende Bauantrag wurde eingereicht. Für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen beabsichtigt die Gemeinde, die dafür erforderlichen Teilflächen zu erwerben. Den betroffenen Grundstückseigentümern soll ein Kaufangebot unterbreitet werden.

Flächenerwerb wird geplant

Hierfür ist zunächst ein entsprechender Beschluss des Gemeinderats notwendig. Nach dessen Fassung sollen abschließende Vereinbarungen mit den Eigentümern getroffen werden, wie die Sitzungsleitung erläuterte. Insgesamt handelt es sich um eine Fläche von rund 600 Quadratmetern, die die Gemeinde erwerben möchte. Eine Beschlussfassung hierzu ist für die nächste Gemeinderatssitzung vorgesehen.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ informierte Stammler über positive Effekte der in den vergangenen Jahren durchgeführten Maßnahmen zur Fremdwasser-Lecksuche. Die hierfür angefallenen Reparaturkosten hätten sich ausgezahlt: Die Abwassermenge sei deutlich zurückgegangen, wovon letztlich alle Bürgerinnen und Bürger profitierten.

Im Mai sei ein zentraler Flohmarkt geplant, berichtete sie. Die Ortsteile sollen gezielt zur Teilnahme motiviert werden, entsprechende Flyer werden verteilt. Für die Standplätze wird keine Standmiete erhoben. Weiterhin teilte die Rathauschefin mit, dass die Kämmerin derzeit mit der Aufstellung des Gemeindehaushalts befasst ist. Anstehende Maßnahmen betreffen unter anderem die Außenfassade des Feuerwehrhauses sowie verschiedene Anschaffungen für die Feuerwehr. Auch der Bauhof hat Bedarf angemeldet: Neben kleineren Investitionen sind hierfür unter anderem rund 30.000 Euro für Verbrauchsmaterial, Reparaturen und Schotter vorgesehen.

Informationen zu Schulplanung gewünscht

Unter dem Punkt „Anfragen“ beantragte Gemeinderat Winfried Schiller, in der nächsten Sitzung ausführlich über die Planung des Erweiterungsbaus der Grundschule zu informieren, insbesondere über den zeitlichen Ablauf und den aktuellen Stand. Es bestehe Handlungsdruck, zugleich fehle dem Gemeinderat derzeit eine ausreichende Informationsgrundlage.

Bürgermeisterin Stammler verwies in ihrer Stellungnahme auf die kommende Schulverbandssitzung, in der die erforderlichen Informationen vorgestellt werden sollen. Zudem sei der Architekt bereits beauftragt worden. Verzögerungen habe es insbesondere aufgrund der schulaufsichtlichen Genehmigung gegeben, so die Bürgermeisterin.

Ohne Gegenstimme wurde dem Antrag des Musikvereins Gebsattel auf einen Zuschuss in Höhe von 650 Euro zur Anschaffung von zwei neuen Trachten entsprochen.

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