Bis 2045 über 100.000 Kilometer Stromleitungen in Bayern | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 01.11.2026 05:02

Bis 2045 über 100.000 Kilometer Stromleitungen in Bayern

„Leitungsbau“: Dieses Verkehrsschild wird in Bayern in den nächsten Jahren womöglich häufiger zu sehen sein. (Symbolbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
„Leitungsbau“: Dieses Verkehrsschild wird in Bayern in den nächsten Jahren womöglich häufiger zu sehen sein. (Symbolbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
„Leitungsbau“: Dieses Verkehrsschild wird in Bayern in den nächsten Jahren womöglich häufiger zu sehen sein. (Symbolbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Bayerns regionale Stromnetzbetreiber wollen bis 2045 rund 106.000 Kilometer neue Stromleitungen bauen. Im Nieder- und Mittelspannungsnetz sind rund 100.000 Kilometer geplant, hinzukommen 6.000 Kilometer geplante Hochspannungsleitungen, wie die Lechwerke in Augsburg mitteilten. Die geschätzten Investitionskosten liegen bei 50 Milliarden Euro. Veröffentlicht werden die aktualisierten Pläne der Betreiber mit mehr als 100.000 Kunden für jedermann einsehbar auf der Webseite VNBdigital, dem Informationsportal zum Netzausbau des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft.

Anlass der Pläne ist der wegen des nahezu gleichzeitigen Ausstiegs aus Atomkraft und Kohlestrom notwendige Umbau des Stromnetzes. Größter Verteilnetzbetreiber im Freistaat ist das Bayernwerk. Jeweils mehr als 100.000 Kundinnen und Kunden haben auch Allgäunetz, Lechwerke (LEW) Verteilnetz, Mainfranken Netze in Unterfranken, der Nürnberger Versorger N-ERGIE Netz, außerdem die Stadtwerke von München, Augsburg, Regensburg und Ulm/Neu-Ulm.

Strombedarf könnte sich in manchen Regionen verdreifachen

Zieldatum ist das Jahr 2045, weil die Bundesregierung bis dahin die Klimaneutralität erreicht haben will. Die bayerischen Verteilnetzbetreiber gehen davon aus, dass sich innerhalb der nächsten knapp zwanzig Jahre die Einspeisung von Sonnen- und Windstrom in Bayern auf rund 100 Gigawatt im Jahr verzweieinhalbfachen wird. Im Jahr 2024 waren es nach Daten des Statistischen Landesamts 45 Gigawattstunden, Zahlen für 2025 und 2026 gibt es noch nicht. Doch auch der Strombedarf wird sich nach Prognose der Verteilnetzbetreiber je nach Region verdoppeln bis verdreifachen. 

Bedarf steigt, Produktion gesunken

Das liegt vor allem an der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos und der Umstellung vieler Heizungen auf Strom. Abgesehen davon erklärt sich der hohe Stromleitungs-Baubedarf daraus, dass in zunehmendem Maß Speicher ans Netz angeschlossen werden müssen. Dem steigenden Bedarf entgegen steht die stark gesunkene Stromproduktion in Bayern: 2012 wurden in Bayern noch über 90 Gigawattstunden pro Jahr erzeugt, 2024 waren es noch 60 Gigawattstunden, wie den amtlichen Daten zu entnehmen. Ursache ist der Atomausstieg.

Hemmnis Bürokratie

Die Verteilnetzbetreiber forderten die Bundesregierung höflich, aber deutlich auf, den Netzausbau nicht durch Bürokratie zu bremsen: Planung und Genehmigungsverfahren für den Netzausbau dauern demnach sechs bis zehn Jahre, und damit erheblich länger als der eigentliche Leitungsbau.

© dpa-infocom, dpa:261101-930-925272/1


Von dpa
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