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Veröffentlicht am 06.10.2023 17:17

BRK plant Neubau in Neustadt: Womit Anlieger rechnen müssen

Im geplanten neuen Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Neustädter Klinik sollen die Verwaltung des BRK nebst Pflegestützpunkt, die Wohneinheiten des betreuten Wohnens und eine Tagespflege untergebracht werden. Zu sehen ist hier die Südansicht des Komplexes. (Skizze: saco gmbh beraten_planen_bauen)
Im geplanten neuen Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Neustädter Klinik sollen die Verwaltung des BRK nebst Pflegestützpunkt, die Wohneinheiten des betreuten Wohnens und eine Tagespflege untergebracht werden. Zu sehen ist hier die Südansicht des Komplexes. (Skizze: saco gmbh beraten_planen_bauen)
Im geplanten neuen Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Neustädter Klinik sollen die Verwaltung des BRK nebst Pflegestützpunkt, die Wohneinheiten des betreuten Wohnens und eine Tagespflege untergebracht werden. Zu sehen ist hier die Südansicht des Komplexes. (Skizze: saco gmbh beraten_planen_bauen)

Gut dreieinhalb Stunden dauerte der gut besuchte öffentliche Teil des Neustädter Stadtratssitzung. Viel Zeit nahm das Verlesen der Stellungnahmen von Anliegern in Anspruch, die ihre Bedenken gegen das Bauvorhaben des BRK geäußert hatten. Am bisherigen BRK-Standort an der Robert-Koch-Straße soll ein neues Gebäude entstehen.

Es ist viergeschossig und mit einen ausgebauten Untergeschoss geplant. Im Gebäude sollen die Verwaltung nebst Pflegestützpunkt und in drei Obergeschossen rund 25 Wohneinheiten für betreutes Wohnen entstehen (die verkauft werden sollen). Auch eine Tagespflege will man im Haus unterbringen. Dieses Angebot können alle Bürger für ihre Angehörigen frei buchen. Für den Neubau würden die in die Jahre gekommenen bisher dort stehenden Gebäude abgerissen. Bereits im Juli hatte der Stadtrat den Entwurf des Bebauungsplans samt Anlagen gebilligt und die öffentliche Auslegung und Behördenbeteiligung beschlossen.

Grüne äußerten Bedenken zu einzelnen Punkten

Die vorliegenden Stellungnahmen von Behörden und Verbänden sowie von Bürgerinnen und Bürgern wurden nun behandelt. Bürgermeister Klaus Meier und Bauamtsleiter Gerald Schorr wechselten sich beim Verlesen der 25 Seiten umfassenden Beschlussvorschläge ab. Seitens der Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen – hier vor allem von Lisa Kastelan – und auch von Dennis Münch (Die Linke) wurden wiederholt Bedenken zu einzelnen Punkten geäußert und dagegen gestimmt.

Betont wurde seitens der Stadt, dass der Standort des betreuten Wohnens im Bereich der Klinik besonders geeignet sei. Die Verbindung von Tagespflege und betreutem Wohnen sei für eine ökonomische Logistik und tragbare Kostensituation des Betreibers zwingend notwendig. Für das BRK seien weitere Synergieeffekte mit der sich vor Ort befindlichen Verwaltung von größter Wichtigkeit. Bei diesem Vorhaben gehe es um die Konzentration von Funktionen und Nutzungen, um damit Kosten zu senken. Die Stadt sieht in dem Vorhaben des BRK einen Baustein, der zur Verbesserung eines seniorengerechten Wohn- und Betreuungsangebots beiträgt.

Betont wurde ferner, dass die vorgeschriebenen Abstandsflächen, die wiederholt ein Thema in den Stellungnahmen waren, bei diesem Vorhaben eingehalten werden. Die Entfernung zur vorhandenen Bebauung sei so ausreichend dimensioniert, dass unzulässige Beeinträchtigungen vermieden würden. Eine Verschattung durch benachbarte Gebäude lasse sich nie vermeiden, stellte Schorr fest.

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Bushaltestelle in der Nähe errichten

Auch die notwendigen Stellplätze werden anders als von einigen bezweifelt, nachgewiesen. Die Parkplatzsituation rund um Klinik, Ärztehaus und BRK habe sich seit dem Bau des Mitarbeiterparkplatzes der Klinik sehr verbessert. Seitens der Stadt wolle man sich, so Schorr, ferner bemühen, einen Bushaltepunkt in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses zu erhalten. Im Bebauungsplan sei zudem eine großzügige Hol- und Bringzone für Patienten der Klinik vorgesehen, in der auch eine Bushaltestelle integriert ist. Einiges getan werden soll auch hinsichtlich der Barrierefreiheit. So sind mit Blick auf den vorhabensbezogenen Bebauungsplan alle Zugänge und Gehwege zum geplanten Bauvorhaben barrierefrei ausgebildet .

Kritik hatte es in den Stellungnahmen von Anwohnern immer wieder hinsichtlich der Gebäudehöhe gegeben. Hierzu merkte man seitens der Stadt an, dass sich das Gebäude am Gebot des Flächensparens orientiert und einer damit verbundenen komplexen Bauweise. Darüber hinaus werde die Höhenentwicklung durch das zurückspringende Staffelgeschoss abgemildert. Dadurch entstehe an der Robert-Koch-Straße in der Straßenflucht die optische Wirkung eines dreigeschossigen Gebäudes. Dies komme dem gegenüberliegenden dreigeschossigen Ärztehaus nahe.

Nimmt der Straßenverkehr zu?

Ein Thema war auch der Straßenverkehr. Dieser wird zunehmen, jedoch nicht in einer für das angrenzende Wohngebiet unangemessenen Form, erklärte Schorr. Das BRK werde im Wesentlichen von Süden erschlossen.

Das Baugebiet liegt südlich, werde somit nur minimal betroffen. Die Paracelsusstraße bleibt als Zufahrtsstraße bestehen. „Die Behauptung, die Zufahrtsstraßen seien heillos überlastet, wird nicht geteilt und weder von den ermittelten Verkehrszahlen noch im Rahmen des ermittelten zukünftigen Verkehrsaufkommens bestätigt“, so Schorr.

Gegen drei Stimmen wurde beschlossen, dass der nächste Schritt im Bebauungsplanverfahren der Abschluss eines Durchführungsvertrages zwischen dem Träger des Vorhaben und der Stadt ist. Lisa Kastelan erklärte am Schluss noch einmal, dass das Gebäude zu hoch ausfalle. Reinhard Wendel (FWG) lobte hingegen die gelungene Optik als ein Highlight, zudem wertete er das Projekt als sinnvolle Bereicherung für die Stadt. Mit Blick auf die Verschattung der nördlichen Grundstücke schlug er als Verbesserung vor, das neue Gebäude etwas nach Süden zu verschieben. Das brächte den Anliegern schon einiges.

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