Christoph Burggraf ist der beste Nachwuchs-Dachdecker in der Region Ansbach | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 27.12.2024 11:30

Christoph Burggraf ist der beste Nachwuchs-Dachdecker in der Region Ansbach

Der Beruf des 20-jährigen Christoph Burggraf ist besonders abwechslungsreich. Bei der aktuellen Baustelle seines Arbeitgebers sind, wie hier zu sehen, Trapezbleche statt klassischer Ziegel gewünscht. (Foto: Luca Paul)
Der Beruf des 20-jährigen Christoph Burggraf ist besonders abwechslungsreich. Bei der aktuellen Baustelle seines Arbeitgebers sind, wie hier zu sehen, Trapezbleche statt klassischer Ziegel gewünscht. (Foto: Luca Paul)
Der Beruf des 20-jährigen Christoph Burggraf ist besonders abwechslungsreich. Bei der aktuellen Baustelle seines Arbeitgebers sind, wie hier zu sehen, Trapezbleche statt klassischer Ziegel gewünscht. (Foto: Luca Paul)

Mit den eigenen Händen Dinge schaffen und erschaffen – das tun zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker jeden Tag. In einer Serie stellt die FLZ erfolgreiche Nachwuchstalente aus Westmittelfranken und ihre Berufe vor. Diesmal geht es um den Dachdecker Christoph Burggraf.

Eine graue Wolkendecke hängt über der Gemeinde Kreßberg im Landkreis Schwäbisch Hall an diesem Morgen. Die Temperatur liegt knapp über dem Gefrierpunkt. Rockmusik schallt vom Dach herunter. Ein paar schwarz gekleidete Menschen sind dort in rund zehn Metern Höhe erkennbar.

Den Wolken einen Schritt näher kommt Christoph Burggraf aus Feuchtwangen in seinem Beruf als Dachdecker tagtäglich. Und das bei Wind und Wetter, eisiger Kälte, stechender Hitze und prallem Sonnenschein. Die Ausbildung zum Dachdecker hat der 20-Jährige Anfang des Jahres als Bester auf Kammerebene absolviert. Mit seinem guten Ergebnis in der Gesellenprüfung fehlte ihm nur ein Punkt, um auch bayernweit zu siegen.

Flink hinauf und flink hinunter

So flink wie der Handwerker-Nachwuchs vom Dach hinunter ist, ist er auch wieder das Gerüst hinauf geklettert. Mit wenigen Handgriffen lässt sich das anthrazitgraue Trapezblech auf dem Dach befestigen. Klassische Ziegel sind bei diesem Hauseigentümer nicht gewünscht. Die quadratischen Aluminiumzuschnitte werden an den Seiten ineinander verhakt und mit drei Nägeln befestigt. „Dadurch, dass die Platten größer sind, geht es auf jeden Fall schneller, als ein normales Ziegeldach zu decken“, sagt Christoph Burggraf.

Ob Flachdach, Steildach, Außenwandbekleidung oder Photovoltaik: „Der Beruf ist ziemlich abwechslungsreich und nicht so eintönig“, sagt der 20-Jährige über seine Arbeit als Dachdecker. Jeder Tag, jede Baustelle ist anders, erzählt er. Man lernt immer etwas dazu. Der Ablauf lässt sich nicht pauschalisieren.

Leichtsinn kann gefährlich werden

Unterwegs ist der 20-Jährige am liebsten auf dem Steildach. Höhenangst? Fehl am Platz. „Du darfst keine Angst haben, aber Respekt.“ Bei einer stärkeren Schräge ist besondere Vorsicht zu genießen. „Man darf nicht leichtsinnig werden“, betont Burggraf. In Sachen Sicherheitsvorkehrungen muss das Gerüst mit blauem Netz ausreichen. Alles andere würde bei der Arbeit nur stören, so der Dachdecker. Wie der Feuchtwanger auf seinen Beruf gekommen ist? „Das kam durch meinen Vater, der war auch Dachdecker“, sagt er.

Blut geleckt hat er, als das Dach seines Wohnhauses neu gemacht wurde. „Dann habe ich mal mitgeholfen und das hat mir so gut gefallen, dass ich beschlossen habe, ich mache meine Ausbildung dort.“ Mit „dort“ ist die Firma Nitzschke aus Aurach, Landkreis Ansbach, gemeint. Nach Praktika und mehrfacher Ferienarbeit war die Entscheidung endgültig gefallen. Ein anderer Beruf kam kaum in Frage, auch keine andere Firma. Klar war aber: „wenn dann irgendetwas anderes mit Handwerk“.

Wer kein richtiges Interesse an dem jeweiligen Handwerk hat, der tue sich auch schwer, es zu lernen, so Burggraf. Das zeigte sich in seiner Berufsschule. Rund 40 Prozent beträgt jedes Jahr die Durchfallquote in der Gesellenprüfung im Sommer. Da Burggraf seine Ausbildung verkürzte, hat er sie im Winter abgelegt, ebenso wie einige, die im Sommer durchgefallen waren. Burggraf ist einer der wenigen, die diese Prüfung bestanden haben – durchgefallen sind insgesamt 60 Prozent.

Gelernt wird alles rund um das Haus

„Man muss natürlich viel lernen, das überrascht die meisten dann“, begründet der 20-Jährige die hohe Durchfallquote. Gelernt wird die eine Hälfte im Betrieb, die andere in der Schule. Von Holz über Ziegel bis hin zu Metall: „Du musst alles lernen, was so rund um das Haus dazu gehört.“ Für Burggraf war das kein Problem und es hält ihn auch in Zukunft nicht auf. „Meister ist auf jeden Fall geplant.“

Nach etwa drei bis vier Wochen ist ein klassisches Dach in der Regel fertig gedeckt. „Das hast du mit deinen eigenen Händen gemacht, das ist natürlich das Schöne daran“, sagt Burggraf über sein Handwerk. Auf dem Gerüst hat der 20-Jährige eine „besondere Aussicht, die kein anderer hat“. Manchmal ein richtiger Wow-Effekt, ein „schöner Moment“.

Er lässt den Blick schweifen – so friedlich und beruhigend. Für den 20-Jährigen ist es das Gefühl der großen Freiheit.


Luca Paul
Luca Paul
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
north