Die Zahl der Meldungen queerfeindlicher Vorfälle in Bayern hat sich nach Angaben der Beratungsstelle Strong! 2025 deutlich erhöht. Insgesamt dokumentierte die Fachstelle landesweit 413 Vorfälle gegen Schwule, Lesben, Trans-Personen und andere Menschen aus der LGBTIQ+-Gemeinschaft gegenüber 289 im Vorjahr. Der Anstieg spiegele eine zunehmend aufgeheizte Stimmung wider, hieß es. Die Bandbreite reiche von Diskriminierung im Alltag über Beleidigungen und Bedrohungen bis hin zu sexueller Belästigung und Gewalt.
Der Christopher Street Day (CSD) Ende Juni in München unter dem Motto „Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ soll drei Tage lang ein Gegengewicht bilden. „Es ist eine wahnsinnig starke politische Demonstration, natürlich für die Rechte von queeren Menschen, aber insgesamt für eine offene Stadtgesellschaft“, sagte Münchens Oberbürgermeisters Dominik Krause (Grüne), der schwul ist. Er selbst habe erfahren, dass man in München immer toleriert werde. „Aber dass man einen Tag wirklich ganz proaktiv feiert, dass wir so vielfältig sind, das ist als queerer Mensch einfach was sehr Schönes, was einem auch ganz gut tut“, sagte er. „Gerade in den jetzigen Zeiten, wo auch andere Stimmen wieder lauter werden, finde ich, ist das sehr wichtig.“
Krause ist Schirmherr der Veranstaltung vom 26. bis 28. Juni, zu deren Höhepunkten die Polit-Parade am 27. Juni mit 213 Gruppen durch die Innenstadt zählt. Die Veranstalter erwarten zu dem Umzug mit fröhlichen Kostümen und bunt geschmückten Mottowagen mehr als 300.000 Gäste.
Umrahmt wird die Parade durch ein Fest auf der Ludwigstraße. Von Freitag (26. Juni/14.00 Uhr) bis Samstagabend reicht die Feiermeile bis zum Siegestor, am Sonntag nur noch bis zum Altstadtring. Bislang war das Fest am Marienplatz. Aus Platz- und Sicherheitsgründen wurde es nun aber nach Angaben der Veranstalter verlegt.
Angeboten werden unter anderem Konzerte, Karaoke, politische Gesprächsrunden, ein Café oder ein Biergarten. Auch eine Partyzone soll eingerichtet werden.
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