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Veröffentlicht am 18.04.2026 09:10

Dank an Sylvie Feja: Viele Brücken zwischen Mittelfranken und Frankreich gebaut

So schnell sprangen im Bezirksrathaus noch nie 100 Menschen auf. Mit stehenden Ovationen wurde Sylvie Feja in den Ruhestand verabschiedet. Sie hat unzählige Kontakte zwischen Mittelfranken und seinen Partnerregionen im Südwesten Frankreichs betreut.

„Sie sind die große Brückenbauerin für uns Mittelfranken in ihre alte Heimat nach Frankreich”, sagte Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster. Als 24-Jährige war Sylvie Feja zum Bezirk ins Büro für Partnerschaften gekommen. Sie stammt aus dem Limousin und hatte in Limoges Germanistik studiert. In den vergangenen 42 Jahren war sie der Motor für viele neue Verbindungen zwischen den Regionen. Zunächst entstanden Kontakte ins Limousin, danach ging dies in der neuen Großregion Nouvelle-Aquitaine rund um Bordeaux auf. Zu ihr gehört auch Anglet an der Atlantikküste, das seit 1968 mit Ansbach verbunden ist.

„Sylvie Feja war immer eine verlässliche Partnerin für alle Beteiligten und sie versteht es, Menschen zu motivieren, sie auf den Weg zu bringen und sie kann sich auch auf unterschiedliche Charaktere einlassen”, lobte Forster das diplomatische Geschick. „Vielen Dank für die vielen Freundschaften, die entstanden sind.” Mit einem Blick in das volle Bezirksrathaus in Ansbach verwies Forster auf die breite Anerkennung. „Das zeigt die Wertschätzung Ihnen gegenüber.”

Verbindungen von 37 Kommunen

Forsters Dank folgte lang anhaltender Applaus für Sylvie Feja im Stehen. Zu den Gästen gehörten Dr. Matthias Everding, der französische Honorarkonsul für Nordbayern, der frühere Präsident des Bezirkstags Richard Bartsch und viele Weggefährtinnen und Weggefährten. Professor Henri Ménudier, der mit Sylvie Feja ein Buch über die Verbindungen der Menschen aus beiden Ländern geschrieben hatte, würdigte ihren Einsatz. „Was du für das deutsch-französische Verhältnis geleistet hast, ist großartig”, sagte der Politikwissenschaftler aus Paris. „Es ist unsere Aufgabe, besonders durch die kommunalen Partnerschaften, die deutsch-französischen Beziehungen weiterzuentwickeln und zu erneuern. Wir brauchen ein starkes deutsch-französisches Paar für eine erfolgreiche Europäische Union.”

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Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster sprach in Oradour mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Staatspräsident Emmanuel Macron (von links). Er hatte für sie einen Europa-Wein aus Ipsheim und ein Buch über die kommunalen Freundschaften mitgebracht. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Wolf Dieter Enser)
Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster sprach in Oradour mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Staatspräsident Emmanuel Macron (von links). Er hatte für sie einen Europa-Wein aus Ipsheim und ein Buch über die kommunalen Freundschaften mitgebracht. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Wolf Dieter Enser)

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„Ich werde euch vermissen”, begann Sylvie Feja ihre Abschiedsrede. Sie sei dankbar für all die aktiven Menschen, die sich für die deutsch-französische Freundschaft einsetzen, auf kommunaler Ebene, in Schulen und Vereinen. Dankbar für die Gespräche mit Lehrkräften, für die Erfahrungen bei Praktika junger Menschen, für Fahrten, Ausstellungen, Vorträge, Empfänge und das Vertrauen, das sie immer gespürt habe.

„Ich bin stolz auf die 37 Kommunalpartnerschaften und auf das zweisprachige Buch über 40 Jahre Partnerschaften mit Henri Ménudier”, sagte sie. Zu den Höhepunkten ihrer Arbeit habe die gelungene Annäherung zu den Menschen in Oradour gehört, wo deutsche Soldaten 643 Frauen, Kinder und Männer ermordet hatten. Am Ort des verheerendste Massakers in Westeuropa im Zweiten Weltkrieg wurde eine Delegation des Bezirks mit Sylvie Feja von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für den Aufbau der Partnerschaften gelobt. Macron hattedanach in einem Brief seine Anerkennung für die „Freundschaftsbande zwischen den Bürgern Mittelfrankens und der Region Nouvelle-Aquitaine” unterstrichen.

Staffelstab an Nachfolgerin Isabel Kerscher

Die Cadolzburger Burgfestspiele durften in Oradour ein Musical über das schwierige Verhältnis der erbitterten Feinde in der Nachkriegszeit aufführen. „Ich bin dankbar, das Musical ,Mademoiselle Marie´ in Oradour gesehen zu haben.”

Feja übergab einen symbolischen Staffelstab an ihre Nachfolgerin Isabel Kerscher. „Ich bin überzeugt und habe ein sehr gutes Gefühl, dass sie die schönen und wichtigen Aufgaben erfolgreich weiterführen wird.”

Isabel Kerscher stammt aus Landshut und erwarb nach einem deutsch-französischen Bachelor einen Doppelmaster in Europäischen Studien in Passau, Toulouse und Straßburg. Der Bezirk unterhält auch Verbindungen nach Polen (Region Pommern) und Tschechien (Region Südmähren).

Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster dankte Sylvie Feja und zeichnete sie mit der Partnerschaftsmedaille des Bezirks in Silber aus.  (Foto: Manfred Blendinger)
Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster dankte Sylvie Feja und zeichnete sie mit der Partnerschaftsmedaille des Bezirks in Silber aus. (Foto: Manfred Blendinger)
Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster dankte Sylvie Feja und zeichnete sie mit der Partnerschaftsmedaille des Bezirks in Silber aus. (Foto: Manfred Blendinger)
Isabel Kerscher kümmmert sich künftig um die vielen Kontakte zwischen Mittelfranken und den Partnern im Südwesten Frankreichs.  (Foto: Manfred Blendinger)
Isabel Kerscher kümmmert sich künftig um die vielen Kontakte zwischen Mittelfranken und den Partnern im Südwesten Frankreichs. (Foto: Manfred Blendinger)
Isabel Kerscher kümmmert sich künftig um die vielen Kontakte zwischen Mittelfranken und den Partnern im Südwesten Frankreichs. (Foto: Manfred Blendinger)
„Was du für das deutsch-französische Verhältnis geleistet hast, ist großartig”, sagte Professor Henri Ménudier aus Paris.  (Foto: Manfred Blendinger)
„Was du für das deutsch-französische Verhältnis geleistet hast, ist großartig”, sagte Professor Henri Ménudier aus Paris. (Foto: Manfred Blendinger)
„Was du für das deutsch-französische Verhältnis geleistet hast, ist großartig”, sagte Professor Henri Ménudier aus Paris. (Foto: Manfred Blendinger)
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