Bauhöfe waren lange eine Männerdomäne. Inzwischen arbeiten dort aber immer mehr Frauen. Unter anderem deswegen soll das Sozialgebäude des Kreisbauhofs im Ansbacher Stadtteil Eyb erweitert werden.
Eine entsprechende Empfehlung gab der Bau- und Verkehrsausschuss des Kreistags dem Kreisausschuss, der darüber beschließen muss. Auf der Grundlage des vorliegenden Vorentwurfs werden Kosten in Höhe von insgesamt 950.000 Euro, verteilt auf die Jahre 2026 und 2027, erwartet. Möglicherweise wird es etwas billiger, wenn Bauhof-Mitarbeitende einige Arbeiten in Eigenleistung ausführen.
Das bestehende Sozialgebäude in der Ansbacher Industriestraße entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen hinsichtlich Platz und Ausstattung. Das hat nicht nur mit der wachsenden Zahl von Frauen im Kreisbauhof, sondern auch mit der insgesamt wachsenden Zahl von Mitarbeitenden zu tun. In den Umkleiden, Duschen, Toiletten und Aufenthaltsräumen geht es aktuell sehr eng zu, wurde bei einem Lokaltermin des Bauausschusses auf dem Bauhof deutlich, an dem auch Martin Assum, der zuständige Bereichsleiter des Staatlichen Bauamts, teilnahm.
Ausschussmitglied Heinz Henninger sagte, die Notwendigkeit der Erweiterung sei dabei bewusst geworden, wunderte sich aber über die hohen Kosten für das Projekt. Sachgebietsleiter Martin Fellner vom Landratsamt wies in seiner Antwort darauf hin, dass es sich um einen „reinen Technikbau” handle. Es gehe ausschließlich um Funktionsbereiche mit hohen Anforderungen an die Installation. Unter anderem sei eine leistungsstarke Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung auf dem Dach nötig, ergänzte Abteilungsleiter Jürgen Lößlein.
Neue Vorschriften zum Umgang mit Arbeitskleidung und geänderte betriebliche Abläufe sorgen ebenfalls für höhere Anforderungen an die Sozialräume. Ganz neu ist die Problematik nicht. Schon im August 2023 hatte Heinrich Schmidt, der damalige Leiter des Staatlichen Bauamts Ansbach, auf den Handlungsbedarf hingewiesen. Schmidt meinte seinerzeit außerdem, dass wegen der immer größeren Bauhof-Fahrzeuge und der Vielzahl von Anbaugeräten die Nutzung der Funktionsflächen beeinträchtigt werde.
Auf der Basis dieser Stellungnahme erstellte das Staatliche Bauamt, mit dem der Landkreis zusammenarbeitet, eine Raumbedarfsplanung. Diese wiederum war die Grundlage für das Konzept der Bauverwaltung des Landkreises für die Erweiterung. Einbezogen sind eine Anpassung der Haustechnik und der Anschluss an ein benachbartes CO₂-neutrales Fernwärmenetz.
Die Kosten für die Leitungsverlegung und die Übergabestation übernimmt der Netzbetreiber. Die Kosten für den Anschluss an das bestehende System in Höhe von 32.000 Euro muss der Landkreis übernehmen.
Wenn nichts dazwischenkommt, könnte die Arbeiten im Sommer nächsten Jahres ausgeschrieben werden. Im September würden die Arbeiten nach diesem Zeitplan beginnen und die Fertigstellung ist Mitte 2027 vorgesehen.