30 Millionen Euro sind kein Pappenstiel, doch in der letzten Sitzung des Kreistags ging die aktuelle Kostenberechnung für den Neubau des beruflichen Schulzentrums fast ein bisschen unter. Im Mittelpunkt standen statt dessen Abschiede und einige andere, ebenfalls bemerkenswerte Zahlen.
Jeweils 30 Jahre gehören beispielsweise Dieter Hummel (CSU) und Wolfgang Eckardt (FWG) dem Gremium an. Beide wurden 1996 erstmals gewählt, waren und sind in dieser Zeit nicht nur Kreisräte sondern zwischenzeitlich Bürgermeister und stellvertretender Landrat (Eckardt) oder auch CSU-Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister (Hummel). Unter anderem mit den Begrifflichkeiten „herausragendes Engagement”, „mitentscheidend für die positive Entwicklung unseres Landkreises” oder auch „hohes Verantwortungsbewusstsein” würdigte Landrat Dr. Christian von Dobschütz diese beiden und überreichte jeweils das Landkreisehrenzeichen in Silber.
Eckardt dankte im Namen der beiden Geehrten für die Auszeichnung, die ihnen eine „große Freude” und ein „sichtbares Zeichen der Wertschätzung” sei. Dass man den Weg des Landkreises schon so lange mitgestalten durfte, „das betrachten wir als Privileg”.
Die nächste erwähnenswerte Zahl hatte der Landrat in einen ebenso kurzen wie überraschenden geschichtlichen Exkurs gepackt: Denn die mit dieser letzten Sitzung der Wahlperiode 2020 bis 2026 ausscheidenden 17 Kreistagsmitglieder bringen es seiner Rechnung zufolge auf insgesamt 212 Jahre im Gremium. Damit ließe sich „auf den ersten Blick nicht viel anfangen”, aber wenn man diese Jahre einfach in der Zeit zurück rechne, dann komme man ins Jahr 1814. Damals sei Napoleon auf die Insel Elba verbannt worden – ein historischer Ausflug, den von Dobschütz mit der Versicherung verknüpfte, dass von den Ausscheidenden niemand mit einer Verbannung zu rechnen habe. Die Erleichterung war spürbar.
Von denen, die nicht mehr angetreten sind oder nicht mehr gewählt wurden, war die zu einem früheren Zeitpunkt bereits ausführlich gewürdigte Gisela Keller die „Dienstälteste”. Sie hatte ihr politisches Engagement für den Landkreis im Jahr 1984 begonnen, zu einem Zeitpunkt also, an dem er, so von Dobschütz, selbst noch nicht einmal zur Schule gegangen sei. Nur sechs Jahre weniger auf dem „Kreistagsbuckel” hat Hildegard Simon, die seit 1990 im Gremium saß.