Der Haushalt des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) fällt in diesem Jahr insgesamt kleiner aus als 2025. Die Verbandsversammlung beschloss das Finanzpaket mit einem Gesamtumfang von 10,4 Millionen Euro einstimmig.
Der Rückgang, der ausschließlich den Vermögenshaushalt betrifft, ist darauf zurückzuführen, dass die Kosten für den Ersatzneubau der Integrierten Leitstelle (ILS) zum größten Teil bereits in den Vorjahren abgerechnet wurden. Der Verband ist für die Stadt und den Landkreis Ansbach sowie den Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim zuständig. In diesem Gebiet leben über 330.000 Menschen.
Im Etat wird davon ausgegangen, dass 77 Prozent der Betriebskosten der ILS auf den Rettungsdienst entfallen. Diesen Anteil übernehmen die Krankenkassen. Die restlichen 23 Prozent entfallen voraussichtlich auf den Feuerwehrbereich. Diese Kosten trägt der Zweckverband, der das Geld an die Stadt Ansbach als Betreiberin der Leitstelle überweist.
Die gestiegenen Sach- und Personalkosten in der neuen ILS sorgen für ein Wachstum im Verwaltungshaushalt. Laut Thomas Müller sind die Verhandlungen mit den Krankenkassen als wesentlichem Kostenträger noch nicht abgeschlossen. Auf Nachfrage von Harald Domscheit versicherte Thomas Müller, man sei in den Gesprächen „hartnäckig”. Er hoffe, dass sie noch im Monat April abgeschlossen werden können. Die Frage eines Nachtragshaushalts, die von Elke Homm-Vogel ins Gespräch gebracht wurde, stelle sich „eigentlich nicht”, da man 2025 eine Prognose erstellt habe, um eine realistische Planungsgrundlage zu haben.
Der Zweckverband hat darüber hinaus weitere Aufgaben. Zum Beispiel kümmert er sich um den Nachweis aktueller Behandlungskapazitäten in den Krankenhäusern und um die Luftrettungsstation in Dinkelsbühl, von der der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 65 startet.
Die geplante Tilgung von Krediten beträgt 1,17 Millionen Euro. Die Schulden lagen Anfang Januar bei einem Ist-Stand von 22,8 Millionen Euro. Weil Kredite für die ILS nur nach Bedarf abgerufen werden und drei Millionen Euro erst 2026 flossen, liegt der Soll-Schuldenstand allerdings bei 25,8 Millionen Euro am Jahresanfang und 24,6 Millionen Euro am Jahresende. Neue Kredite außer dem Restabruf sind nicht vorgesehen. In den nächsten Jahren soll der Bau der neuen ILS über weitere Tilgungen abfinanziert werden. Das nötige Geld kommt aus den Umlagezahlungen der Verbandsmitglieder, informierten der Verbandsvorsitzende Dr. Jürgen Ludwig und ZRF-Geschäftsleiter Thomas Müller.
Die Umlageanteile werden auf der Grundlage der Einwohnerzahl Ende 2019 berechnet. Demnach entfallen auf den Landkreis Ansbach rund 3,3 Millionen Euro (56,3 Prozent), auf den Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim etwa 1,8 Millionen Euro (30,9 Prozent) und auf die Stadt Ansbach etwas mehr als 756.000 Euro (12,8 Prozent).
Aus der Rücklage, in der sich Anfang Januar 2,9 Millionen Euro befanden, werden 2026 etwa 1,9 Millionen Euro für den ILS-Ersatzneubau entnommen. In die Rücklage fließen 180.000 Euro, ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf der früheren Leitstelle.
In der Verbandsversammlung berichtete Geschäftsleiter Müller außerdem, dass sowohl die Smartphone-basierte Ersthelferalarmierung als auch der Betrieb des neuen Rettungseinsatzfahrzeugs (REF) gut angelaufen seien.
„Dranbleiben” will der ZRF nach den Worten seines Vorsitzenden Ludwig am Thema verlängerter Einsatzzeiten des Rettungshubschraubers in der Dämmerung und darüber hinaus.
Verwaltungshaushalt: 6,7 Millionen Euro