Das Dorfgemeinschaftshaus in Herrnberchtheim ist ein Erfolg | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 24.01.2024 07:00

Das Dorfgemeinschaftshaus in Herrnberchtheim ist ein Erfolg

Inzwischen ist das Dorfgemeinschaftshaus in Herrnberchtheim mit Leben gefüllt. Im vergangenen März, als das Foto entstand, waren die Außenanlagen noch nicht fertig. (Archivbild: Gerhard Krämer)
Inzwischen ist das Dorfgemeinschaftshaus in Herrnberchtheim mit Leben gefüllt. Im vergangenen März, als das Foto entstand, waren die Außenanlagen noch nicht fertig. (Archivbild: Gerhard Krämer)
Inzwischen ist das Dorfgemeinschaftshaus in Herrnberchtheim mit Leben gefüllt. Im vergangenen März, als das Foto entstand, waren die Außenanlagen noch nicht fertig. (Archivbild: Gerhard Krämer)

Das Fazit von Gemeinderat Rüdiger Hagelstein fiel kurz und positiv aus: „Wir sind froh, dass wir das Dorfgemeinschaftshaus bekommen haben. Es ist gut für die Dorfgemeinschaft in Herrnberchtheim.“ Zuvor hatte Matthias Eisenhut dem Gemeinderat über das erste Betriebsjahr in dem Ortsteil von Ippesheim (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) berichtet.

Eisenhut ist Vorsitzender des Dorfgemeinschaftshausvereins. „Wir haben ja vereinbart, dass die Hälfte der Miete an die Gemeinde geht. Jetzt wollen wir hören, ob dieses Modell funktioniert“, schickte Bürgermeister Karl Schmidt dem Vortrag Eisenhuts voraus.

Am 30. Juni 2022 wurde der Verein gegründet und hat aktuell 102 Mitglieder – bei einem Jahresbeitrag von zehn Euro. „Ich bin mit der aktuellen Situation sehr zufrieden“, so der Vorsitzende. „Es waren immer genug Helfer für Veranstaltungen, Arbeitseinsätze und Reinigungsaktionen anwesend.“ Aktiv beteiligten sich 25 bis 30 Personen an solchen Einsätzen. Kritik gab es an der Gestaltung der Fenster, die sich ohne Gabelstapler oder Gerüst von außen nicht reinigen lassen.

Die Baumaßnahmen sind abgeschlossen. Allerdings bestehe noch der Wunsch nach einer Verdunklungsmöglichkeit des Saals. Das ist aufwendig, denn Außenrollos und Vorhänge werden nicht genehmigt, letztere aus Brandschutzgründen. Es bleiben also nur innenliegende Jalousien, die wegen der Größe der Fenster elektrisch angetrieben werden müssten. Da kommt mit 9000 bis 14.000 Euro eine große Summe zusammen. Den Keller baute der Sportverein in Eigenregie aus, er versah ihn mit einer Akustikdecke und einer Toilette.

Gymnastik und Landjugendtreff

Alle Vereine des Dorfs nutzen das Haus, aktuell kommen aus Ippesheim sogar das Männerballett und die Damengarde dazu, erläuterte Eisenhut. Der Posaunenchor, die Landjugend, die Feuerwehr, der Obst- und Gartenbauverein, der Sportverein und der Kirchenvorstand trafen sich dort, zeitweise fand der Konfi-Unterricht im Gebäude statt, für die Senioren gab es einen Altennachmittag, Kindergottesdienst wurde gehalten und eine Landfrauengruppe treibt dort Gymnastik. Für die Belegung gebe es eine eigene App. Eisenhut: „Das funktioniert hervorragend. Gut, wenn man ein paar Jüngere im Vorstand hat.“

Zehnmal wurde das Haus im vergangenen Jahr vermietet, vor allem an Privatpersonen, aber auch ans Weinparadies für eine Infoveranstaltung über den Bullenheimer Berg oder an die Stadt Uffenheim für deren Weihnachtsfeier. Die Mieteinnahmen betrugen 1180 Euro, 590 davon gingen an die Gemeinde. Weitere Veranstaltungen, für die keine Miete fällig wurde, waren der Kinderfasching, die Eröffnungsfeier für das Dorfgemeinschaftshaus, ein Schafkopfturnier, die Bürgerversammlung, der Präparandentag, die Kirchensynode, die Einweihung des Spielplatzes, die Landtagswahl, das Kirchweihschießen, die Kirchweih und eine Silvesterfeier.

Heizen mit Holzpellets

Holzpellets werden etwa vier bis fünf Tonnen im Jahr benötigt. Bei günstigen Preisen betragen die Heizkosten in einem Winter damit 1500 Euro, die der Verein übernimmt. Die Steuerung erfolgt per App: Eisenhut berichtete, dass Tobias Schießl, der dafür zuständig ist, gerade in China weilt. Auch von dort aus konnte er ihm exakt sagen, wie viele Pellets noch da sind. Zusammen mit den restlichen Betriebskosten brauche man etwa 3000 Euro im Jahr. „Das sind in etwa drei große Veranstaltungen“, informierte Eisenhut.

Den Strom dagegen übernimmt die Gemeinde, Eisenhut rechnete damit, dass diese Kosten nur etwas höher liegen als die Mieteinnahmen, welche die Gemeinde bekommt.

Große Sandsteinstücke abgeplatzt

Trotz der erst kürzlich erfolgten Einweihung sieht Eisenhut Handlungsbedarf, damit das Haus in Schuss bleibt: An der Wetterseite sollte man die Sandsteingewände um die Fenster des ehemaligen Pfarrhauses besser schützen. Ein großes Stück sei kürzlich abgefallen. Tauben- und Spatzennester seien unter dem Dachvorstand errichtet worden. Der Kot falle direkt auf den Defibrillator. Während am Eingang ein Vordach montiert worden sei, fehle ein weiteres beim Eingang zum Saal an der Wetterseite, was der Holztüre nicht gut bekomme.

Von Gemeindeseite gab es Verständnis für diesen Verbesserungsbedarf – „wir haben das ehemalige Pfarrhaus ja nur notdürftig saniert“ –, den Wunsch nach einem Fangkorb für den Rasenmäher am Spielplatz wies der Bürgermeister jedoch ab. Dann solle lieber jemand mit einem solchen Rasenmäher die Aufgabe übernehmen. Der Verein signalisierte seinerseits Bereitschaft, zum Beispiel die Kosten für das Vordach selbst zu übernehmen.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
north