Im Schloss und Museum von Schillingsfürst gibt es eine einmalige Abteilung: Das einzige Museum über die Französische Fremdenlegion außerhalb von Frankreich. Die Ideengeber Johannes Munique und Siegberth Holter fiebern nun dem zehnjährigen Jubiläum der Gründung entgegen.
Um kaum eine andere Organisation ranken sich so viele Legenden wie um die Fremdenlegion. Aber kaum jemand weiß, dass sie ihre Ursprünge im mittelfränkischen Schillingsfürst hat.
Während der Französischen Revolution 1789 flohen viele Menschen, zu großen Teilen Aristokraten, nach Deutschland. Die Fürsten zu Hohenlohe-Schillingsfürst unterstützten ihren Versuch, ein Regiment aufzustellen, um die Revolution zu bekämpfen. Ergänzt wurden sie durch Söldner aus den Gegenden um Pfedelbach, Bartenstein und eben Schillingsfürst. Ihre Kaserne hatten sie im heutigen Wirtshaus am Schloss. Und so entstand die „Légion Mirabeau“, die später zum Regiment Hohenlohe wurde.
Nach den Napoleonischen Kriegen wurde das Regiment mit Fremdenregimentern zusammengelegt. 1830 folgte die Auflösung. Viele Angehörige traten in die am 10. März 1831 gegründete Fremdenlegion ein.
Auch heute existiert die Fremdenlegion noch und hat einen besonderen Status. Sie ist ein Großverband des Französischen Heeres, in der Freiwillige aus 150 Nationen dienen. Während die reguläre Armee nur auf Parlamentsbeschluss aktiv werden kann, untersteht die Fremdenlegion direkt dem Präsidenten.
Jeder, der in die Legion eintritt, bekommt einen neuen Namen – erst nach einem Jahr darf er diesen wieder ablegen, sofern er das möchte. Nach der Dienstzeit besteht ein Anrecht, die französische Staatsbürgerschaft zu erhalten.
Im Schloss Schillingsfürst ist ein eigenes Museum der Geschichte der Fremdenlegion gewidmet. „Es ist das einzige Museum außerhalb Frankreichs“, sagt Museumsführer Johannes Munique mit einem gewissen Stolz. Gemeinsam mit Siegberth Holter hatte er einst die Idee für das Museum.
Eigentlich eine „Schnapsidee“, wie sie mit einem Lächeln sagen. Denn zur Zeit der Gründung war eine Aufgabe des Falkenhofs, der viele Besucher anzieht, im Gespräch. Der damalige Wirt im Gasthaus befürchtete deshalb einen Geschäftseinbruch. Und so schlugen sie die Gründung eines Museums vor. Schon 2012 war die Geschichte durch eine Tafel an der ehemaligen Kaserne verewigt worden. Amicales, Vereine ehemaliger Legionäre, stifteten bereitwillig alte Uniformen, Orden, Fotos und sonstige Requisiten. „Eigentlich waren diese ganz froh, es gut aufgehoben zu wissen“, sagt Munique, „sonst hätten es ihre Erben vermutlich verkauft.“ Insgesamt stehen in zwei Räumen des Schlossmuseums über 500 Exponate.
2015 war es dann so weit: Das Museum eröffnete mit einem großen Festakt. Sogar der damalige Kommandant der Fremdenlegion Jean Maurin reiste an. Wegen erhöhter Sicherheitsvorkehrungen war die Öffentlichkeit nicht zugelassen.
Zum Jubiläum am Samstag, 21. Juni, soll dies nun aber anders sein. Die Bevölkerung ist zur Feier auf Schloss Hohenlohe um 10 Uhr eingeladen. Mit dabei ist auch Général Jean Maurin, mittlerweile pensioniert, aber nun Vorsitzender der Vereinigung ehemaliger Soldaten.
Viele der Legenden sind tatsächlich nur Legenden. Zum Beispiel, dass Legionäre der Fremdenlegion in Ungnade gefallene Soldaten anderer Armeen sind: „Es gibt eine strenge Überprüfung vor einer Rekrutierung“, sagt Munique. Eines ist ihm und Holter beim Museum aber wichtig: „Es soll nicht nur um das Militär, sondern auch um die deutsch-französische Freundschaft gehen.“