Das einzige außerhalb Frankreichs: Schillingsfürst hat ein Fremdenlegion-Museum | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 20.06.2025 07:00

Das einzige außerhalb Frankreichs: Schillingsfürst hat ein Fremdenlegion-Museum

Johannes Munique (links) und Siegberth Holter hatten einst die Idee, das Museum der Französischen Fremdenlegion im Schloss Schillingsfürst zu gründen. Nun steht das zehnjährige Jubiläum der Gründung an. (Foto: Stefan Neidl)
Johannes Munique (links) und Siegberth Holter hatten einst die Idee, das Museum der Französischen Fremdenlegion im Schloss Schillingsfürst zu gründen. Nun steht das zehnjährige Jubiläum der Gründung an. (Foto: Stefan Neidl)
Johannes Munique (links) und Siegberth Holter hatten einst die Idee, das Museum der Französischen Fremdenlegion im Schloss Schillingsfürst zu gründen. Nun steht das zehnjährige Jubiläum der Gründung an. (Foto: Stefan Neidl)

Im Schloss und Museum von Schillingsfürst gibt es eine einmalige Abteilung: Das einzige Museum über die Französische Fremdenlegion außerhalb von Frankreich. Die Ideengeber Johannes Munique und Siegberth Holter fiebern nun dem zehnjährigen Jubiläum der Gründung entgegen.

Um kaum eine andere Organisation ranken sich so viele Legenden wie um die Fremdenlegion. Aber kaum jemand weiß, dass sie ihre Ursprünge im mittelfränkischen Schillingsfürst hat.

Während der Französischen Revolution 1789 flohen viele Menschen, zu großen Teilen Aristokraten, nach Deutschland. Die Fürsten zu Hohenlohe-Schillingsfürst unterstützten ihren Versuch, ein Regiment aufzustellen, um die Revolution zu bekämpfen. Ergänzt wurden sie durch Söldner aus den Gegenden um Pfedelbach, Bartenstein und eben Schillingsfürst. Ihre Kaserne hatten sie im heutigen Wirtshaus am Schloss. Und so entstand die „Légion Mirabeau“, die später zum Regiment Hohenlohe wurde.

Der Präsident als Oberbefehlshaber

Nach den Napoleonischen Kriegen wurde das Regiment mit Fremdenregimentern zusammengelegt. 1830 folgte die Auflösung. Viele Angehörige traten in die am 10. März 1831 gegründete Fremdenlegion ein.

Auch heute existiert die Fremdenlegion noch und hat einen besonderen Status. Sie ist ein Großverband des Französischen Heeres, in der Freiwillige aus 150 Nationen dienen. Während die reguläre Armee nur auf Parlamentsbeschluss aktiv werden kann, untersteht die Fremdenlegion direkt dem Präsidenten.

Das könnte Sie auch interessieren
Heimatmuseum Dietenhofen wirbt für gemeinsame Großeltern-Enkelkind-BesucheSchlosshofkonzerte in Neustadt/Aisch 2026: Humor, Energie und PoesieUnmut über die Gastronomie in den drei Gasthäusern im Freilandmuseum Bad WindsheimSchlossfest Dietenhofen: Warum der Mut zum Open Air belohnt wurdeBesuch aus Südbrasilien: Lustige Volkstanzgruppe Bergtal kommt nach FeuchtwangenAusstellung in Bad Windsheim zeigt, wie es in mittelalterlichen Spitälern zugingHeimat-Erlebnistag im Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim: Was Familien geboten ist100 rote Raritäten: Spielzeugmuseum Sugenheim zeigt seltene FeuerwehrautosTrachten stehen im Mittelpunkt: Neue Ausstellung im Vogteimuseum in AurachUnbekannte Facetten der Wasserversorgung von SchillingsfürstBilder für Gemüt und Geist in Schillingsfürst: Saisonstart im Doerfler-MuseumDas ist über Ostern im Freilandmuseum in Bad Windsheim gebotenGastro in der Orangerie Ansbach: Wirt will „coole Location” nicht weiter betreibenSchloss Seehaus bei Markt Nordheim präsentiert KonzertprogrammDas Fränkische Museum Feuchtwangen feiert 100 Jahre Dauerausstellung

Jeder, der in die Legion eintritt, bekommt einen neuen Namen – erst nach einem Jahr darf er diesen wieder ablegen, sofern er das möchte. Nach der Dienstzeit besteht ein Anrecht, die französische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

Der damalige Wirt befürchtete einen Geschäftseinbruch

Im Schloss Schillingsfürst ist ein eigenes Museum der Geschichte der Fremdenlegion gewidmet. „Es ist das einzige Museum außerhalb Frankreichs“, sagt Museumsführer Johannes Munique mit einem gewissen Stolz. Gemeinsam mit Siegberth Holter hatte er einst die Idee für das Museum.

Eigentlich eine „Schnapsidee“, wie sie mit einem Lächeln sagen. Denn zur Zeit der Gründung war eine Aufgabe des Falkenhofs, der viele Besucher anzieht, im Gespräch. Der damalige Wirt im Gasthaus befürchtete deshalb einen Geschäftseinbruch. Und so schlugen sie die Gründung eines Museums vor. Schon 2012 war die Geschichte durch eine Tafel an der ehemaligen Kaserne verewigt worden. Amicales, Vereine ehemaliger Legionäre, stifteten bereitwillig alte Uniformen, Orden, Fotos und sonstige Requisiten. „Eigentlich waren diese ganz froh, es gut aufgehoben zu wissen“, sagt Munique, „sonst hätten es ihre Erben vermutlich verkauft.“ Insgesamt stehen in zwei Räumen des Schlossmuseums über 500 Exponate.

Die Öffentlichkeit ist zu der Feier eingeladen

2015 war es dann so weit: Das Museum eröffnete mit einem großen Festakt. Sogar der damalige Kommandant der Fremdenlegion Jean Maurin reiste an. Wegen erhöhter Sicherheitsvorkehrungen war die Öffentlichkeit nicht zugelassen.

Zum Jubiläum am Samstag, 21. Juni, soll dies nun aber anders sein. Die Bevölkerung ist zur Feier auf Schloss Hohenlohe um 10 Uhr eingeladen. Mit dabei ist auch Général Jean Maurin, mittlerweile pensioniert, aber nun Vorsitzender der Vereinigung ehemaliger Soldaten.

Viele der Legenden sind tatsächlich nur Legenden. Zum Beispiel, dass Legionäre der Fremdenlegion in Ungnade gefallene Soldaten anderer Armeen sind: „Es gibt eine strenge Überprüfung vor einer Rekrutierung“, sagt Munique. Eines ist ihm und Holter beim Museum aber wichtig: „Es soll nicht nur um das Militär, sondern auch um die deutsch-französische Freundschaft gehen.“

north