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Veröffentlicht am 04.07.2026 06:03

Das spricht für und gegen einen Verbleib von Völler beim DFB

Rudi Völler hat noch einen Vertrag als DFB-Sportdirektor bis 2028. (Archivbild)  (Foto: Nick Potts/PA Wire/dpa)
Rudi Völler hat noch einen Vertrag als DFB-Sportdirektor bis 2028. (Archivbild) (Foto: Nick Potts/PA Wire/dpa)
Rudi Völler hat noch einen Vertrag als DFB-Sportdirektor bis 2028. (Archivbild) (Foto: Nick Potts/PA Wire/dpa)

Mit einem Daumen hoch verließ Rudi Völler die DFB-Zentrale. Der Schnappschuss nach dem Krisengespräch in Frankfurt ist mittlerweile ein Symbolbild der aktuellen Lage des DFB-Sportdirektors nach dem blamablen WM-Aus der Fußball-Nationalmannschaft. Alles in Ordnung, wird schon, könnte es signalisieren. Aber ist dem wirklich so? 

Julian Nagelsmann ist als Bundestrainer gegangen. Geschäftsführer Andreas Rettig lässt seinen Vertrag zum Jahresende ausklingen. Und was wird aus Völler? Dem dritten im Bunde der gescheiterten Sportlichen Leitung. Braucht man den ewigen Rudi noch beim DFB? Gerade, wenn die Bundestrainer-Wunschlösung mit Jürgen Klopp dann fix ist. Es gibt ein Für und Wider. 

Das spricht für Rudi Völler als DFB-Sportdirektor

Immer mit der Ruhe. Wer jetzt die Ablösung von Völler fordert, übersieht die Kernkompetenzen des 66-Jährigen. Und die haben schon seit Jahrzehnten dem DFB als Verband und dem deutschen Fußball insgesamt in verschiedenen Funktionen geholfen. 

Natürlich hielt der einstige Mittelstürmer, als solcher Weltmeister 1990, immer felsenfest zu Nagelsmann. Er hat auch alle Entscheidungen mitgetragen, so kontrovers sie auch sein mochten. Aber der Blick muss jetzt nur nach vorne gehen. Und da stellt sich die Frage: Was kann Völler dem deutschen Fußball noch geben. Die Antwort: sehr viel. 

Gemeinsam mit Ligapräsident Hans-Joachim Watzke hat Völler den schnellen Draht zu Klopp gelegt. Sein Netzwerk ist ohnehin einzigartig. Oder kennt jemand irgendjemanden, der den Rudi nicht leiden kann? 

Das ist nur ein Argument. In den Verband hinein hat der einstige Teamchef, den jung und alt noch heute mit dem 2002 entstandenen Gassenhauer „Es gibt nur ein' Rudi Völler“ besingen, einen großen Rückhalt. Er kommt einfach an bei den Funktionären, kann dort für Verständnis und Zusammenhalt sorgen. Auch darauf wird es ankommen, in den nächsten Monaten, wenn es nicht nur um Reformen, sondern auch um Geld und Posten geht. 

Warum soll die Zusammenarbeit mit Klopp nicht auch funktionieren? Zwei erwachsene Männer, fast die gleiche Generation und beide absolute Vollprofis. Die werden schon ein Zweckbündnis bilden. Und wenn es doch nicht geht? Dann ist halt in zwei Jahren Schluss, dann läuft der Vertrag aus. Die Abfindung kann sich der DFB sparen.

Das spricht gegen Rudi Völler als DFB-Sportdirektor

Ganz ehrlich. Die Zeit von Völler ist vorbei. Wenn jetzt der unabwendbare Neustart gelingen soll, kann man doch nicht in führender Position mit einem maßgeblichen Protagonisten der Vergangenheit weiter machen. Die alten Gesichter haben ausgedient. So funktioniert der Profi-Fußball.

Wer, wenn nicht Völler, steht für das System Nagelsmann, das krachend gescheitert ist. Die öffentlich zur Schau gestellte Vater-Sohn-Beziehung war anrührend. Aber sie war auch zu sentimental. Jede Maßnahme wurde gutgeheißen, hingenommen. Wider besseres Wissen oder aus Überzeugung? Egal. 

Die Verdienste Völlers um den deutschen Fußball sind unbestritten. Sie bleiben auch - für immer. Keine Sorge. Auch in Zukunft werden alle den Gassenhauer „Es gibt nur ein' Rudi Völler“ trällern, wenn Völler auftaucht. Doch jetzt müssen junge Kräfte ran. Klopp wird als Bundestrainer ziemlich sicher kommen. Ein Duo, 66 (Völler) und 59 (Klopp) Jahre alt, soll für Aufbruch stehen? Das haben die Fans nach dieser WM nicht verdient. 

Wandel braucht frische Ideen, neue Perspektiven - und auch eine gute Portion Internationalität. Das Fußball-Ausland spielt in anderen Dimensionen. Und es gibt ja junge Leute, die bereit wären. Per Mertesacker (41) wird oft genannt, er hat die Jugendakademie von Englands Meister FC Arsenal geführt. Wie sollen die Weltmeister von 2014 Verantwortung übernehmen, wenn man sie nicht lässt. Auch Klopp könnte als Bundestrainer einen Input gebrauchen, der eine jüngere Perspektive einnimmt.

© dpa-infocom, dpa:260704-930-332037/1


Von dpa
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