Die Ansbacher „Dreigroschenoper“ ist nach Hamburg gereist: Sie wird am Donnerstagabend im dortigen Harburger Theater aufgeführt. Mit einem Lkw wurden die prägnanten Pappkulissen in die Hansestadt transportiert.
Zunächst standen die Papphäuser noch aufrecht auf der Bühne, ehe die Stadtsilhouette kopfüber nach oben gehievt wurde. Auch ein Stadtplan schwebt in einer Szene herab – und der zeigt nicht wie üblich London, sondern zufällig Hamburg.
Die erfolgreiche Produktion, die rund 3700 Zuschauer ins Theater Ansbach lockte, wurde zu den Privattheatertagen in Hamburg eingeladen und ist damit für den Monica-Bleibtreu-Preis nominiert. Ein Publikumspreis wird außerdem vergeben. Die Vorstellung im Harburger Theater, das im Hamburger Süden liegt, ist bereits so gut wie ausverkauft. Ausgewählt wurde das Haus, da es seiner Größe nach in etwa dem Ansbacher Theater entspricht.
Dem Theater Ansbach, das mit 32 Personen nach Hamburg gefahren ist, kostet laut Intendant Axel Krauße der außerplanmäßige Abstecher nichts. Gefördert werden die Privattheatertage von der Stadt Hamburg und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Beworben hatten sich 49 Theater mit 76 Inszenierungen in den Kategorien „(Moderne) Klassiker“, „Zeitgenössisches/Drama“ und „Komödie“. Ausgewählt hat die neunköpfige Jury jeweils vier Produktionen pro Kategorie.
Mitglieder der Jury für „(Moderne) Klassiker“ sind die Dramaturgin Almut Fischer, der Verlagsleiter Dr. Dirk Olaf Hanke und Sewan Latchinian, der künstlerische Leiter der Hamburger Kammerspiele.
Latchinian gehörte zu den Theaterleuten, die vor 17 Jahren für die Neugründung eines Theaters in Ansbach warben.
Die kürzeste Anreise zur Vorstellung am Harburger Theater hat Vladimir Pavic, der den Mackie Messer spielt: Er ist in Hamburg zuhause.