Ein starkes Zeichen für den Fortbestand des St.-Laurentius-Förderzentrums Neuendettelsau haben der Förderverein als Gastgeber, die Schulfamilie, Vertreterinnen und Vertreter verschiedener politischer Ebenen sowie die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer mit dem Benefizkonzert des Amadeus-Chors in der St.-Nikolai-Kirche gesetzt.
Mehr als 370 Besucherinnen und Besucher leisteten einen Beitrag mit ihrem Kommen und dem Kauf eines Tickets. Der Amadeus-Chor, den Julian Hauptmann leitet, bot unter anderem geistliche Chormusik der Romantik, die beziehungsreich gewählt war: Mit Mendelssohns „Richte mich, Gott“ und „Jauchzet dem Herrn“ erklangen Werke, die Vertrauen, Hoffnung und Zuversicht thematisieren, während Anton Bruckners „Locus iste“ („Dieser Ort ist von Gott gemacht“) und „Os iusti“ („Der Mund des Gerechten“) geistliche Werte wie Gerechtigkeit, Beständigkeit und Segen hervorhoben. Besonders viel Applaus erhielt auch der Schulchor für seinen Auftritt.
Im Mittelpunkt des Abends stand jedoch die ungewisse Zukunft der Schule. Die kommissarische Schulleiterin Manuela Militsch zeichnete ein eindringliches Bild der Situation. Das Laurentius-Förderzentrum sei Schutzraum und verlässlicher Anker für über 200 Schülerinnen und Schüler mit besonderem Bedarf. „Die Nachricht von der drohenden Schließung lastet schwer auf uns allen“, so Militsch. Sie danke in diesen schweren Zeiten vor allem ihrem Kollegium. „Trotz eurer eigenen unsicheren beruflichen Zukunft steht ihr jeden Tag mit einem Lächeln vor den Schülerinnen und Schülern und gebt ihnen Halt!“
Hintergrund ist die Ankündigung des Trägers Diakoneo, den Schulbetrieb zum Ende des Schuljahres einstellen zu wollen. Als Grund werden die hohen Kosten für eine Generalsanierung des Gebäudes genannt, die die finanziellen Möglichkeiten übersteigen. Seit Bekanntwerden der Pläne regt sich erheblicher Widerstand, vor allem unter den Eltern. Aber auch Bürgermeister Christoph Schmoll und der Förderverein suchten das Gespräch mit Behörden und politischen Entscheidungsträgerinnen und -Trägern, um Perspektiven auszuloten.
Wie Landrat Dr. Jürgen Ludwig berichtete, hätten Vertreterinnen und Vertreter der Elternschaft die Notwendigkeit des Erhalts sehr überzeugend deutlich gemacht. Der Landkreis entrichte Zuschüsse an Diakoneo und werde dies auch in Zukunft tun. „Außerdem haben wir zugesagt, die Zinskosten für die Dachsanierung zu übernehmen.“ Er habe sich persönlich mit der Schulform befasst und sei überzeugt von ihrer Bedeutung. „Gerade die Einrichtung in Neuendettelsau genießt einen sehr guten Ruf.“
Dies bestätigte Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum, die auch als Schirmherrin des Benefizkonzerts fungierte. „Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen verlässliche Perspektiven zu bieten“, betonte sie. Hierfür leiste das Förderzentrum mit seiner hochwertigen pädagogischen Arbeit Unschätzbares. „Jetzt gilt es, den nächsten Schritt zu machen und den Schulbetrieb auch in Zukunft sicherzustellen.“
Das Förderzentrum sei ein wichtiger Faktor für den Bildungsstandort Neuendettelsau und auch für die Bildungslandschaft im Landkreis, so Bürgermeister Christoph Schmoll. „Noch wichtiger ist es aber für die Schülerinnen und Schüler.“ Heute habe man ein starkes Signal gesetzt. „Deswegen glaube ich fest daran, dass wir mit gemeinsamer Anstrengung Erfolg haben werden.“
Einen besonderen Dank richteten die Rednerinnen und Redner an Christine Schreiner als Vorsitzende des Fördervereins, dessen Mitglieder mit viel Idealismus und Einsatzbereitschaft die Vorbereitung gestemmt hatten. Schreiner berichtete, dass sie die Schule als Mutter von zwei ehemaligen Schülern intensiv kennengelernt habe: „Ich habe selbst erlebt, was dort geleistet wird.“ Von dort aus ließe es sich gut ins Leben starten. „Es geht einfach nicht, dass diese Schule schließt“, so Schreiner.
Verena Bikas, Vorständin des Geschäftsfelds Bildung bei Diakoneo, verwies auf die wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen man stehe. Gleichzeitig sicherte sie zu, dass Diakoneo gemeinsam mit der Schulfamilie und allen Beteiligten für den Erhalt der Schule kämpfen werde. „Der heutige Abend zeigt eindrucksvoll, wie tief das Förderzentrum in der Region verankert ist“, sagte sie. Man sei gemeinsam auf einem guten Weg.