Der Dinkelsbühler Theater-Spielplan setzt auf das Gespräch | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 04.07.2023 16:56

Der Dinkelsbühler Theater-Spielplan setzt auf das Gespräch

Im Haus B der Spitalanlage (im Hintergrund) entstehen im ersten Obergeschoss unter anderem Räume für das Landestheater Dinkelsbühl. Wie die künstlerische Arbeit der Bühne im kommenden Winter aussieht, stellten am Dienstag Intendant Peter Cahn, Dramaturgin Miriam Locher und OB Dr. Christoph Hammer (von rechts) vor. (Foto: Martina Haas)
Im Haus B der Spitalanlage (im Hintergrund) entstehen im ersten Obergeschoss unter anderem Räume für das Landestheater Dinkelsbühl. Wie die künstlerische Arbeit der Bühne im kommenden Winter aussieht, stellten am Dienstag Intendant Peter Cahn, Dramaturgin Miriam Locher und OB Dr. Christoph Hammer (von rechts) vor. (Foto: Martina Haas)
Im Haus B der Spitalanlage (im Hintergrund) entstehen im ersten Obergeschoss unter anderem Räume für das Landestheater Dinkelsbühl. Wie die künstlerische Arbeit der Bühne im kommenden Winter aussieht, stellten am Dienstag Intendant Peter Cahn, Dramaturgin Miriam Locher und OB Dr. Christoph Hammer (von rechts) vor. (Foto: Martina Haas)

Theater soll ein Ort sein, an dem man miteinander spricht. Offen, manchmal auch kontrovers. Und miteinander lacht. Das wünscht sich der Intendant des Landestheaters Dinkelsbühl für sein Haus. Den Spielplan für die Winterspielzeit 2023/24 hat Peter Cahn so ausgelegt, dass die Menschen ins Gespräch kommen können.

Bei der Vorstellung der kommenden Spielzeit bekannte der Theaterchef, dass es mit diesem Anspruch gar nicht so leicht ist, passende Stücke zu finden: Anspruchsvolle Unterhaltung, mit der die Lust der Menschen am Theater befriedigt werden kann. Fündig wurde Cahn an den großen Theatern Deutschlands. Mit seiner Auswahl geht er so langsam in den Endspurt seiner Intendanz.

Emotionale Verwicklungen

So lief das erste Stück des Winters, „Eine Sommernacht“, erfolgreich am Theater am Kurfürstendamm in Berlin. Angelehnt ist es an Shakespeares „Sommernachtstraum“ und hat in Dinkelsbühl am 20. September Premiere. Die Komödie nimmt das Publikum mit in eine Weinbar in Edinburgh, lässt es an den emotionalen Verwicklungen eines Paars, das sich dort kennenlernt, teilhaben. Das selbstironische Stück mit Musik, bei dem Margarit Ziellenbach Regie führt, wirft „federleicht“ die schweren Fragen des Lebens auf, verspricht Intendant Cahn. Geprobt wird bereits ab kommendem Montag, 10. Juli.

Mit „Gemischtes Doppel“, geht es ab 11. Oktober, weiter im Programm. Als „Pariser Edelboulevard vom Feinsten“ wird das Stück von Agnès Besse und Daniel Besse angekündigt. Französische Komödien hätten in Dinkelsbühl bereits Tradition, merkte Peter Cahn, der Regie führt, dazu an. Zum Inhalt erklärte er, dass plötzlich nach sieben Jahren ein geschiedener Mann wieder an der Tür seiner Ex klingelt. In der Folge werde die Frage verhandelt, ob Trennungen überhaupt einen Sinn haben.

Arbeitslosigkeit anders gedacht wird ab 22. November in der Produktion „Top Dogs“ von Urs Widmer, kündigte Dramaturgin Miriam Locher an. In dem Stück werden Top-Manager entlassen und erleben in der Folge das, was sie mit ihren Entscheidungen bisher ihren Arbeitnehmern angetan haben. „Das Publikum kann schadenfroh zusehen, wie die Führungskräfte scheitern“, so Locher über den Ringkampf der „Wölfe des Kapitalismus“. Für die Regie ist Intendant Peter Cahn zuständig.

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Eine Extrawurst für ein Tennisvereins-Mitglied?

Wie viele Rechte müssen einer Minderheit eingeräumt werden? Um diese Frage und darum, wie man sich politisch korrekt verhält, geht es im letzten Abendstück des Winters: „Extrawurst“. Am Beispiel eines beschaulichen Tennisvereins und der Frage, ob für ein türkischstämmiges Mitglied eine Extrawurst gebraten werden muss, wird dieses Thema mit Augenzwinkern reflektiert. Die Produktion, Juliane Abt ist für die Regie verantwortlich, hat am 24. Januar 2024 Premiere.

Am Dinkelsbühler Theater haben die Bedürfnisse von Kindern einen hohen Stellenwert. Für sie gibt es auch im Winter regelmäßig Produktionen. „Ein König zu viel“ heißt das Stück für das Publikum ab vier Jahren. Juliane Abt erzählt in ihrer Regiearbeit, wie es ist, wenn sich zwei Herrscher in die Haare geraten. Erst als die Streithähne miteinander reden, merken sie: Alles geht besser, erläuterte Miriam Locher den Inhalt.

Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer freute sich, dass im Gegensatz zu vielen anderen Theatern die Einschränkungen der Pandemie der Dinkelsbühler Bühne nichts anhaben konnten: „Das Publikum blieb dem Landestheater verbunden.“

Der Vorverkauf für die Winterspielzeit startet am Montag, 14. August. Karteninformationen gibt es auf der Internetseite www.landestheater-dinkelsbuehl.de.

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