Ragnar Klavan, Piotr Trochowski oder Raul Bobadilla hießen einst die Mitspieler von Jeffrey Gouweleeuw. Als der Niederländer im Januar 2016 zum FC Augsburg in die Fußball-Bundesliga wechselte, dachte der Innenverteidiger nicht im Leben daran, dass er mehr als zehn Jahre später immer noch in der Fuggerstadt spielen würde.
„Ich wollte immer in die Bundesliga. Der Wechsel war damals eigentlich so gar nicht geplant, weil es im Winter war. Ich wollte es unbedingt machen und am Ende hat es geklappt. Aber nein, ich habe nicht gedacht, dass ich so lange beim FC Augsburg sein würde“, erzählte Gouweleeuw im September der „Augsburger Allgemeinen“ im Interview.
Mit mittlerweile 35 Jahren ist er immer noch eine Führungsfigur beim FC Augsburg. Auch wenn „Jeff“ als Chef nicht mehr dauerhaft gefragt ist, denn als Organisator hat sich der 24-jährige Chrislain Matsima festgespielt. Aber als Persönlichkeit und Kaderspieler ist er immer noch unverzichtbar.
Gouweleeuw habe mit seiner Erfahrung eine „mega wichtige Rolle“, sagte Trainer Manuel Baum vor dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Union Berlin. „Es ist eine mega Leistung, dass ein Spieler überhaupt so lange bei einem Verein bleibt und ihn mit allem, was er hat, auch so lebt.“
Eine Einsatzgarantie gibt es für Gouweleeuw auch an diesem Wochenende nicht. Aber einen besseren Rahmen, um zum Rekordspieler der Fuggerstädter in der Fußball-Bundesliga aufzusteigen, gibt es ebenfalls nicht.
Gouweleeuw zog vor einer Woche mit seiner Einwechslung beim 3:4 gegen die SV Elversberg mit Vereinslegende Daniel Baier gleich und hat nun 274 Bundesligaspiele absolviert. „Wenn es soweit kommt, würde ich ihm von Herzen gratulieren“, meinte Baum vor dem 7. Spieltag über die absehbare Bestmarke von Gouweleeuw.
Der vor mehr als zehn Jahren von AZ Alkmaar verpflichtete Defensivspieler ist schon längst der Niederländer mit den meisten Bundesliga-Einsätzen.
Sein Debüt bestritt er im Februar 2016 beim 1:3 gegen den FC Bayern noch im defensiven Mittelfeld. Gegen Arjen Robben, Robert Lewandowski und Thomas Müller hatte ihn der damalige Augsburger Trainer Markus Weinzierl dorthin beordert. Danach wurde Gouweleeuw - in der zentralen Abwehr - unverzichtbar und auch zur Reizfigur, weil er nicht mit Kritik sparte.
All das ist aber lange her. Und Gouweleeuw musste sich mit einer veränderten Rolle anfreunden, die sich schon in der vergangenen Saison angedeutet hatte. „Ich war lange genug Stammspieler - nicht nur hier, sondern auch in Holland. Auf der Bank zu sitzen, ist für mich neu“, erzählte er. „Ich bin es gewohnt zu spielen, und daher ist diese Rolle für mich natürlich ungewohnt. Aber gleichzeitig ist es nicht dramatisch.“
Gouweleeuw kann die Dinge gelassener sehen als noch damals. Der persönliche Rekord mit einem Dreier gegen die Berliner am Samstag wäre für den Mann aus der Provinz Nordholland aber ein Meilenstein. Ohne Frage. Die Bestmarke wäre „etwas Besonderes“, räumte er ein. Jetzt muss er nur noch spielen.
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