Der Sandweg am südlichen Rand der Feuchtwanger Altstadt ist offiziell für Passanten freigegeben: Zum symbolischen Akt trafen sich Bürgermeister Patrick Ruh, sein Vertreter Walter Soldner und einige Ratsmitglieder mit Holger Hutmann von der Verwaltung am Dienstag an der Rundbank, in deren Mitte nun wieder eine Linde steht.
Insgesamt 255 Meter hat die Stadt nach Hutmanns Worten auf Vordermann bringen lassen: Davon sind 50 Meter von der Mooswiese bis zum Kindergarten asphaltiert. Weitere 80 Meter wurden mit Granitpflaster belegt. Derweil sind die Verbindungen zur Ringstraße, zur Hirtengasse sowie zur Spitalstraße analog mit dem dort bereits vorhandenen Betonpflaster gestaltet. Hinzu kommt der als „Römischer Verband“ bezeichnete Belag auf 90 Quadratmetern im Bereich der bereits älteren Rundbank.
Die kleine Linde darin dient als Ersatz für einen großen Vorgängerbaum. Dieser war bereits von einem Pilz befallen. Und wegen eines erheblichen Sturmschadens mussten ihn Mitarbeiter des Bauhofs Anfang April schließlich fällen.
Allerdings erzählte Hutmann am Rande der Einweihung auch, dass es sich bei dem jetzigen Exemplar auf dem kleinen Platz, der als durchaus beliebter Treffpunkt gilt, bereits um die dritte Nachpflanzung handelt. Demnach war an dieser Stelle zunächst eine Rotbuche gesetzt worden. Gegen diese stieß allerdings wenig später ein Bagger und verletzte dabei die Rinde so sehr, dass das Bäumchen wieder weichen musste.
Daraufhin ließ die Stadt erneut eine Linde setzen. Doch die beschädigten dann zwei Kinder. Wie die beiden im Alter von acht und vier Jahren das Bäumchen massiv mit einem Metallstück traktiert hatten, habe eine in der Nachbarschaft installierte Kamera dokumentiert.
Weil die alte Linde, deren Schatten für eine lauschige Atmosphäre im Bereich der Rundbank gesorgt hatte, weichen musste, wurde während der Sanierungsarbeiten die ursprüngliche Planung kurzfristig überarbeitet. Wie Hutmann erzählte, ließen die Verantwortlichen ein spezielles Baumquartier – eine sogenannte Wurzelkammer – mit einem Volumen von rund acht Kubikmetern Substrat und einer Ringdrainage für die Neupflanzung in den Boden setzen. Folglich sollten sich die Wurzeln künftig weniger seitlich, sondern vor allem nach unten ausbreiten.
Weiter verwies der städtische Mitarbeiter nicht nur auf die jetzt deutlich verbesserte Begehbarkeit des Sandwegs, sondern auch auf Orientierungshilfen für Sehbehinderte. An bestimmten Stellen handelt es sich um Betonplatten mit Noppen und in anderen Bereichen spezielle Elemente an den seitlichen Granitrinnen.
Wenngleich die Sanierung des Sandwegs, die im Herbst des Vorjahres begonnen hat, noch nicht komplett abgerechnet ist, geht Hutmann derzeit von einer 415.000-Euro-Gesamtinvestition aus. Bereits eingerechnet seien da die 25.000 Euro an Mehrkosten für das Baumquartier. Dazu komme der Aufwand für den bei den Arbeiten angefallenen Aushub. Der sei zwischengelagert und noch nicht auf Schadstoffe beprobt.
Im Vergleich zu früher sehe der Sandweg fantastisch aus, betonte Bürgermeister Patrick Ruh, der im FLZ-Gespräch ergänzte, dass bei der Städtebauförderung Mittel für die Sanierung beantragt sind. Grünen-Stadträtin Ilonka Sindel begrüßte es, dass „keine Betonwüste“ entstanden ist. Ihre SPD-Kollegin Susanne Friedrich hob indes die Beliebtheit des Platzes mit der Linde hervor: Erst unlängst habe sie auf der Rundbank Schüler beim Abschreiben ihrer Hausaufgaben gesehen.