Beim Neuendettelsauer Sozialkonzern stehen weitere Veränderungen bevor. So werden voraussichtlich zum Jahreswechsel die beruflichen Schulen in eine gemeinnützige GmbH ausgelagert.
Als Begründung für diese Maßnahme teilte Diakoneo-Pressesprecher Dr. Stefan Bießenecker mit, man organisiere die Bildungsangebote neu, „um handlungsfähiger zu werden”. Auch in diesem Bereich hat es bereits Kürzungen gegeben. Derzeit bildet Diakoneo in Westmittelfranken Pflegekräfte in Ansbach aus, außerdem Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sowie Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger in Neuendettelsau. Dazu kommen dort die Fachakademie für Sozialpädagogik und die Fachschule für Heilerziehungspflege.
Der Verkauf der Krankenhäuser und der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) von Diakoneo kommt offenbar weiter nur schleppend voran. Schlechte Nachrichten gibt es insbesondere für das MVZ in Neuendettelsau: Dafür habe sich bisher noch kein Interessent gefunden, so der Sprecher. Der MVZ-Standort Neuendettelsau ist ein Facharztzentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie für Allgemeinchirurgie.
Organisatorisch befindet sich das MVZ in Neuendettelsau momentan unter einem Dach mit den Versorgungszentren in Ansbach, die sich der Kinder- und der Lungenheilkunde widmen. Für das Gesundheitszentrum in Ansbach liefen konkrete Verkaufsverhandlungen, teilte Bießenecker weiter mit.
Konkret verhandelt wird demnach auch über den Verkauf der Rangauklinik im Ansbacher Stadtteil Strüth, eine Fach- und Rehabilitationsklinik für Lungenheilkunde. Über die Details der Verhandlungen „kann ich leider keine Auskunft geben”, hieß es weiter.
Bei den Gesprächen mit dem Klinikum und der Stadt Nürnberg über einen möglichen Übergang der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik an das Klinikum Nürnberg liegt man laut Diakoneo „bei einer Reihe von wesentlichen Fragen noch sehr weit auseinander”. Das Ergebnis dieser Gespräche ist für Westmittelfranken auch wichtig, weil die Cnopfsche Kinderklinik mit der Station Wald im ANregiomed-Klinikum Ansbach die einzige stationäre Kinderkrankenversorgung in der Region anbietet.
„Unser gemeinsames Ziel ist es nach wie vor, die hochwertige Gesundheitsversorgung in der Metropolregion Nürnberg langfristig zu sichern, insbesondere in der Neugeborenen-, Kinder- und Jugendmedizin sowie in der Geburtshilfe. Wir führen die Gespräche mit dem Ziel, eine für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gute und zukunftsfähige Einigung zu erzielen, die auch für Diakoneo tragfähig ist”, lautet die Erläuterung zu den seit langer Zeit laufenden Verhandlungen über die Zukunft der Nürnberger Diakoneo-Kliniken. In der Zwischenzeit gehe die „wichtige Arbeit” an der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik uneingeschränkt weiter.
Erst kürzlich hatte der Diakoneo-Vorstand beschlossen, eine Reihe von eigenen Küchen zu schließen und für die Versorgung der Einrichtungen eine gemeinsame Firma mit einem externen Dienstleister zu gründen, was bei den betroffenen Beschäftigten für große Verärgerung sorgte.
Wird es weitere Schließungen und Veränderungen bei Diakoneo geben? Auf diese Frage antwortet der Pressesprecher ausweichend mit dem schon oft wiederholten Mantra des Vorstands: „Wir prüfen regelmäßig, ob unsere Angebote und Leistungen noch den Bedarf treffen. Sollte dies nicht der Fall sein, passen wir entsprechend an”.