Die ersten Großbäume für die Landesgartenschau Bad Windsheim sind da | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 16.04.2026 13:27

Die ersten Großbäume für die Landesgartenschau Bad Windsheim sind da

Mitarbeiter des Landschaftsgartenbaubetriebs bugsieren einen mehrstämmigen Ahorn von der Ladefläche des Lastwagens. (Foto: Katrin Merklein)
Mitarbeiter des Landschaftsgartenbaubetriebs bugsieren einen mehrstämmigen Ahorn von der Ladefläche des Lastwagens. (Foto: Katrin Merklein)
Mitarbeiter des Landschaftsgartenbaubetriebs bugsieren einen mehrstämmigen Ahorn von der Ladefläche des Lastwagens. (Foto: Katrin Merklein)

„Puh, der ist doch größer, als das, was in meiner Liste steht.“ Landschaftsgärtner Christian Müller nimmt einen Zollstock und klettert auf die Ladefläche des Lastwagens. Am Mittwoch sind die ersten Großbäume für die Landesgartenschau 2027 (LGS) in Bad Windsheim geliefert worden – eine Herausforderung.

Knapp acht Meter sind die drei Ahorne hoch, die aus den Niederlanden in der Erkenbrechtallee eingetroffen sind. Der größte wiegt rund 2,4 Tonnen. Der Lastwagenfahrer löst die seitliche Plane des Aufliegers und hebt sie an. Müller und sein Team kommen von der beauftragten Firma aus Weihenzell. Sie sind erstaunt. Die Wurzelballen sind riesig und dadurch, dass die Bäume mehrstämmig sind, wirken sie noch wuchtiger. Müller misst nach und überlegt kurz. Er bespricht sich mit seinen Kollegen. „Mit dem Stapler kommen wir da nicht weit“, vermutet er. Doch Walter Strähle packt der Ehrgeiz, er will es versuchen.

Das Fahrzeug wirkt wie ein Spielzeug, hinter dem dicken, gut verpackten Wurzelballen des größten Ahornbaums auf der Ladefläche. „Des merkst ja, wenn er den Arsch hebt”, scherzt Müller, als Strähle die Gabel des Staplers langsam unter den Ballen schiebt. Er setzt an, und die Hinterräder verlieren schon gleich die Bodenhaftung. Da muss größeres Gerät her.

Dünne Stämme können leicht abbrechen

Landschaftsgärtnerin Susanne Pabsdorf steht mit zwei Kollegen auf der Ladefläche und befestigt mit ihnen den Abschleppgurt am Wurzelballen. Zweimal müssen sie nachjustieren, dann kann Strähle den Baum gut anheben. Er hat inzwischen das Fahrzeug gewechselt. Der Radbagger hat keine Probleme. Langsam rollt er zurück und hebt den Baum von der Ladefläche. Vier Männer haben sich unter der Krone positioniert und leiten diese aus dem Fahrzeug. Würden sie nicht mit anpacken, bestünde die Gefahr, dass die nach oben dünner werdenden Stämme brechen. Der erste der drei Ahorne ist sicher am Boden.

Zuvor wurde bereits eine Ladung acht Meter hoher Tulpenbäume geliefert. Bis zur LGS werden noch viele folgen. Müller und sein Team sind für die Pflasterarbeiten und die Bepflanzung im Bereich des Sees am Gradierwerk, vor dem Kur- und Kongress-Center, Hotel Pyramide, Franken-Therme und Erkenbrechtallee, zuständig. Allein dort sind 197 Großbäume und rund 5000 Stauden vorgesehen. Diese bleiben auch alle nach der LGS stehen. „So eine Landesgartenschau ist schon eine Materialschlacht“, sagt Müller. Für den 41-Jährigen ist es die erste LGS, an der er beteiligt ist.

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Ein Elfmeterkoloss für die Insel

Die aktuell gelieferten Bäume sollen den Bereich hinter dem Hotel Pyramide hin zum Platz der sieben Winde aufwerten. Nächste Woche kommen schon die nächsten Großbaumlieferungen. 74 Bäume werden bis Mitte Juni an ihren neuen Standorten stehen. 123 weitere werden im Herbst geliefert und bis zum Start der Landesgartenschau, am 29. April 2027 eingesetzt, erzählt Müller für seinen Zuständigkeitsbereich.

Dazu gehört auch eine elf Meter hohe, 5,5 Tonnen schwere Sumpfzypresse. Sie soll der Hingucker auf der Insel im See am Gradierwerk werden und ist der größte Baum der Landesgartenschau. Zum Abladen und Positionieren benötigt das Team dann einen großen Kettenbagger. Auf dem gesamten LGS-Gelände, also mit Kur- und Landschaftspark, werden insgesamt 651 neue Bäume gepflanzt.

Gelagert werden die Pflanzen von Müller und seinem Team nun an der Humusmiete. Ein riesiger Haufen, rund 4500 Kubikmeter aufbereitetes Substrat, mit dem die Bäume eingepflanzt werden. Die Gärtner mischen Erdaushub mit Sand und Schotter zu einem guten Nährboden für die Pflanzen. „So sparen wir uns den teuren Abtransport und haben gute Erde für die Bäume“, sagt Müller. Die benötigt man auch, damit sie gut anwachsen, erklärt Pabsdorf. Rund 95 Prozent der Pflanzen verkraften den Umzug optimal. Dafür sei gute Pflege notwendig, so Pabsdorf: „Die Bäume kommen als Teenies.“ Sie sind bis zu 15 Jahre alt, schätzt Pabsdorf, und wurden aus ihrem bisherigen „Zuhause herausgerissen“. In Bad Windsheim müssen sie jetzt neue Wurzeln schlagen.


Katrin Merklein
Katrin Merklein
Redakteurin
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