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Veröffentlicht am 23.02.2025 09:00

Die Förderung für Vorschulkinder ist im Wandel

Diakoneo hat sich von seinen Schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) in Stadt und Landkreis Ansbach verabschiedet. Der Träger setzt künftig auf Heilpädagogische Tagesstätten (HPT). Die Genehmigung der HPT im Stadtgebiet Ansbach steht noch aus. Währenddessen hält die Lebenshilfe an ihrem bisherigen Konzept fest.

Seit dem laufenden Schuljahr 2024/2025 bietet Diakoneo keine vorschulische Förderung mehr für Kinder mit speziellem Förderbedarf im Rahmen einer Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) an. Stattdessen werden an den Standorten Bruckberg und Neuendettelsau noch nicht schulpflichtige Kinder nun in Heilpädagogischen Tagesstätten (HPT) betreut und gefördert, teilte der Träger auf Nachfrage mit. Grund hierfür: Man will „den Anforderungen des Bundesteilhabegesetzes gerecht werden“.

Zwei Fachkräfte für jeweils acht Kinder

In Gruppen von jeweils acht Kindern wird der Nachwuchs ab drei Jahren von zwei Fachkräften betreut. Ergänzt wird dies durch Fachdienste, schilderte Diakoneo. Diese würden in enger Zusammenarbeit mit Eltern und pädagogischen Kräften die Kinder fördern.

Zudem werden medizinische Leistungen vor Ort angeboten. Die Förderung erfolgt durch feste Bezugspersonen. Das gebe den Kindern Sicherheit und ermögliche eine positive Lernerfahrung, ist Diakoneo überzeugt.

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Seit Diakoneo umgestellt hat, sei die Nachfrage hoch und die Anmeldezahlen steigen, teilte das Unternehmen mit. „Dies lässt auf einen sehr hohen Bedarf schließen, weshalb wir planen, das Angebot weiter auszubauen.“ Einen ebenfalls sehr hohen Bedarf verspürt gleichzeitig die Lebenshilfe Ansbach, die jedoch weiterhin auf die SVEs setzt. In der Regel besucht ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf – wie bei einer Behinderung oder Entwicklungsverzögerungen – die SVE für ein Jahr am Vormittag.

Kombination in Familienzentren

Ziel ist es, die Kinder gut auf den Unterricht an einer Regelschule vorzubereiten. Eine Förderschule im Anschluss zu besuchen, sei oft nicht gewünscht beziehungsweise erforderlich. Die SVE muss immer an ein Förderzentrum angeschlossen sein. Von denen gibt es jedoch nicht viele. Gefördert werden die SVEs von der Regierung von Mittelfranken. Zu den geförderten Mitteln gehören Kosten für den Schulaufwand wie Heizung, Strom, Reinigung oder Baumaßnahmen. Zudem erhalten die Schulen Leistungen für das angestellte Personal. Theoretisch könnten die Förderzentren Schulgeld erheben, sagte Michael Breuker, Vorsitzender der Lebenshilfe Ansbach, gegenüber der FLZ.

Finanziell gesehen seien die Heilpädagogischen Tagesstätten für die Träger rentabler, meinte er. Eltern haben sich dort nur an den Kosten für die in der Tagesstätte in Anspruch genommene Verpflegung zu beteiligen. HPTs werden umfassend vom Bezirk gefördert. Welche Betreuungsform die bessere Wahl ist, lasse sich schwer beurteilen. „Da streiten sich die Geister, ob gut oder schlecht“, sagte Lebenshilfe-Vorsitzender Breuker. „Wir haben uns für den älteren Weg entschieden.“ Von diesem ist Breuker voll überzeugt.

Alle unter einem Dach

Die Lebenshilfe betreibt Schulvorbereitende Einrichtungen am Förderzentrum Sebastian-Strobel-Schule in Herrieden und im Familienzentrum KiM in Feuchtwangen. Letzteres verfügt über eine angeschlossene Heilpädagogische Tagesstätte als Nachmittagsbetreuung. Eine weitere Einrichtung gibt es an der Wolfhard-Schule in Herrieden. Durch die Übernahme der beiden Einrichtungen von Diakoneo in Feuchtwangen und Herrieden bietet die Lebenshilfe nun mehrere Förderschwerpunkte an.

Wichtig sei dem Träger, dass die Kinder mit speziellem Förderbedarf auch Kontakt zu anderen Kindern außerhalb ihrer Einrichtung haben, betonte Breuker. „Um den gesamten Bedarf in Sachen geistiger Entwicklung gerecht zu werden“ werde auf die Kombination aus SVE, HPT und klassischen Kita-Gruppen gesetzt. In den Kinderzentren sind sie deshalb alle unter einem Dach untergebracht. Für den Standort Herrieden hat die Lebenshilfe bereits die Genehmigung für den Bau eines zusätzlichen Zentrums erhalten.

Nachfrage übersteigt das Angebot

Im Ansbacher Stadtgebiet ist Diakoneo Träger des einzigen Förderzentrums, der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule. „Somit können wir gar keine SVE in Ansbach betreiben“, machte Breuker deutlich.

Auch an der Pestalozzi-Schule soll laut Diakoneo in Zukunft eine Heilpädagogische Tagesstätte entstehen. Das Genehmigungsverfahren läuft derzeit noch bei der Regierung von Mittelfranken. „Für den Abschluss des Verfahrens bedarf es jedoch noch weiterer Unterlagen sowie konzeptioneller Planungen des Trägers“, teilte die Behörde auf Nachfrage mit.

Der Bedarf nach SVEs in Ansbach sei nach wie vor da, ist Breuker überzeugt. „Eine Lücke bestand vorher schon.“ Eltern, die an diesem Konzept interessiert sind, würden nun zum Teil versuchen, auf die Einrichtungen der Lebenshilfe im Landkreis auszuweichen. „So weit ich weiß, gibt es Anfragen aus dem Stadtgebiet.“

Diakoneo plant weiterhin, an der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule in Ansbach eine Heilpädagogische Tagesstätte einzuführen. Diese soll die frühere Schulvorbereitende Einrichtung ersetzen. (Archivbild: Robert Maurer)
Diakoneo plant weiterhin, an der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule in Ansbach eine Heilpädagogische Tagesstätte einzuführen. Diese soll die frühere Schulvorbereitende Einrichtung ersetzen. (Archivbild: Robert Maurer)
Diakoneo plant weiterhin, an der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule in Ansbach eine Heilpädagogische Tagesstätte einzuführen. Diese soll die frühere Schulvorbereitende Einrichtung ersetzen. (Archivbild: Robert Maurer)

Luca Paul
Luca Paul
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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