Vielleicht wäre eine Lupe hilfreich. Jedenfalls muss man beim Besuch der Ausstellung „Post aus Mikronesien“ in der Kunsthalle Hilsbach sehr genau hinschauen. Zu sehen sind Miniaturen und kleine Arbeiten von 30 Künstlerinnen und Künstlern.
Der Titel der Schau gibt einen wichtigen Hinweis: Mikro. Es geht um sehr kleine Formate. Weniger spielt dabei das Inselgebiet im westlichen Pazifischen Ozean eine Rolle. Wenngleich in einer Arbeit von Gabi Schaffner und Ernst Markus Stein die Inselgruppe – vorausgesetzt der Betrachter verfügt über einen entsprechend assoziationsfreudigen Blick – durchaus Umrisse von Inseln zu erkennen sind. Die auf dem Boden der Kunsthalle entsprechend angeordneten Briefmarken lassen darauf schließen.
Ob dies auch Dackeldame Pepper, die sich beim Besuch der Ausstellung zielstrebig bei den Briefmarken in Szene setzte, so gesehen hat, muss offenbleiben. Aber die Räume für Assoziationen sind vorhanden.
Es ist die zweite Ausstellung, die Mathias Deutsch in der Kunsthalle Hilsbach kuratiert hat. Er hat Pepper mit nach Hilsbach gebracht, wo er das Tier Ausstellungsluft schnuppern lässt. Der Maler und Zeichner lebt am Bodensee, seine Arbeiten waren in Ausstellungen in Frankfurt, Berlin, Hamburg, Los Angeles und anderen Städten zu sehen. In Hilsbach zeigt er Fotos, die er aus Büchern der 1950er Jahre ausgeschnitten und dann mit einem Lackstift bearbeitet hat. Einzelne Elemente hat er übermalt und dabei neue Strukturen geschaffen.
Zu den verblüffendsten Objekten der Ausstellung zählen die Werke von Andreas Blank. Sie stehen auf drei Podesten mitten im Raum und wirken auf den ersten Blick wie zarte, leicht zerstörbare Gebilde aus Papier. Das Gegenteil ist aber der Fall. Andreas Blank, der aus Ansbach stammt und in Berlin lebt, arbeitet mit Marmor. Durch die scheinbar zusammengefaltete Form seiner Arbeiten und der Härte des Materials entsteht ein reizvoller Kontrast.
Abgesehen von den kleinen Formen gab es vom Kurator keine Vorgaben an die ausstellenden Künstler. So sind in der Schau abstrakte Scherenschnitte aus Papier, kleine Bilder aus Öl, die zwischen Zeichnung und Malerei changieren, reliefartige Objekte und auch eine gegossene Pistole zu sehen. In letzterem Fall diente dem Künstler Tobias Sternberg Papas Waffensammlung zur Inspiration.
Die Ausstellung ist noch am Samstag, 4. Januar, sowie an den Sonntagen, 5. und 12. Januar, jeweils von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Weitere Infos gibt es unter www.hilsbach-kunst-kultur.de.