Am Kassenhäuschen bilden sich Schlangen. Mittelalterliche Klänge von Nyckelharpa, Fiedel und Dudelsack schallen über den Innenhof der Festung. Händler bereiten sich auf einen vielversprechenden Tag vor. Nach dem Marktumzug der Handelnden und Schaustellenden beginnt das Spektakel: Die achten Ritterspiele in Lichtenau sind eröffnet.
Den Besucherinnen und Besuchern wird an diesem Tag viel geboten. Zur Mittagszeit sorgen die Spielleute von „Maulfaul“ im Innenhof für gute Stimmung. Auch das Duo „Joyosa“ begleitet den Tag mit stimmungsvollen Klängen. Zwei Musiker schlagen ihr Lager am Kaufmannswagen hinter dem Tordurchgang auf und spielen dort durchgängig.
Der Feldscher zeigt die Medizin des Mittelalters. Er ist kein ausgebildeter Mediziner im heutigen Sinne, sondern ein Handwerker. Der Arzt zieht Zähne, verbindet Wunden und richtet teilweise Knochen. Auch das Ausbrennen von Wunden, das Herausziehen von Pfeilen oder Kugeln sowie Amputationen gehören zu seinem Aufgabenbereich.
Auf der Wiese hinter der Festung entfaltet sich das volle Leben der mittelalterlichen Lagergruppen. Dort schlagen unter anderem das Rothenburger Aufgebot 1474, die Gefolgschaft des Löwen, die Historische Familie zu Dinkelsbühl und die Sturmfalken ihre Zelte auf. Sie zeigen Handwerk, Waffen, Rüstungen und Alltagsszenen aus verschiedenen Epochen des Spätmittelalters. Immer wieder entstehen spontane Vorführungen, kleine Gefechte oder Einblicke in historische Techniken, die das Lager zu einem der lebendigsten Bereiche des gesamten Festes machen.
Bei Spiel und Spaß findet jede Altersgruppe etwas Passendes. Die Kleinsten bemalen Schwert und Schild oder schöpfen Papier. Abenteuerlustige wagen sich in die Geisterjagd. Sportlich wird es beim Bogenschießen oder beim Wikinger-Skirennen. Zusätzlich sorgen Zauberer Orlando und Willis der Gaukler mit ihren Aufführungen für Unterhaltung.
Das Ritterturnier zählt zu den Höhepunkten des Tages. Die Württemberger Ritter messen sich auf der Turnierbahn in verschiedenen Disziplinen: Wer stößt einen Helm von einem Wachspflock, ohne ihn zu berühren? Welcher Knappe erweist seinem Herrn Ehre, indem er den Speerwurf gewinnt? Wie viele Ringe sammelt ein Ritter mit seiner Lanze? Auch Herold, Knappen und weitere Gehilfen tragen ihre Rivalitäten aus – ihre Kämpfe beginnen mit dem Schwert und enden oft im Ringen.
Einsetzender Regen treibt einige Schaulustige unter die schützenden Zelte oder nach Hause. Dennoch bleiben einige bis zum Schluss, um das Turnier der Württemberger Ritter mitzuerleben.
Bis Sonntagabend gehen die Ritterspiele weiter und bieten erneut ein prall gefülltes Programm. Auf der Lagerwiese stehen weitere Turniere, Vorführungen zum Markgrafenkrieg und Auftritte des Feldschers an. Spielleute wie „Maulfaul“, „Joyosa“ und „Dragol“ ziehen wieder durch Innenhof, Marktgasse und Tordurchgang. Zauberer Orlando, Willis der Gaukler und die Schwarze Bruderschaft bereiten zusätzliche Shows vor – darunter Feuerspektakel, Gaukelei und Musik. Für Familien kehren Aktionen wie das Wikinger-Skirennen, das Kanonenböllern und Führungen durch die Festung zurück.